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31. Dezember 2016

die Zeit geht nicht, sie stehet still,
wir ziehen durch sie hin ...









"Wieder schwand ein Jahr - 
und ich trage immer noch
Pilgerhut und -schuh" 

 Matsuo Bashō
 (1643 - 1694)




25. Dezember 2016

lichtvoll





"Tausende von Kerzen kann man am Licht einer Kerze anzünden, ohne daß ihr Licht schwächer wird.
Freude nimmt nicht ab, wenn sie geteilt wird."

(Buddha)

23. Dezember 2016

" ... Vnd meine seel ein weites meer /
Daß ich dich möchte fassen! ..."








" ... Jch lag in tiefster todesnacht /
Du warest meine Sonne /
Die Sonne / die mir zugebracht
Liecht / leben / freud und wonne.
O Sonne / die das werhte liecht
Des glaubens in mir zugerichtt /
Wie schön sind deine strahlen!


Jch sehe dich mit freuden an /
Vnd kan mich nicht satt sehen /
Vnd weil ich nun nicht weiter kan /
So thu ich / was geschehen:
O daß mein sinn ein abgrund wär /
Vnd meine seel ein weites meer /
Daß ich dich möchte fassen! ..."



Paul Gerhardt (1607- 1676)

17. Dezember 2016

so hör mich








"Wenn du noch da bist, wenn in diesem Dunkel
noch eine Stelle ist, an der dein Geist
empfindlich mitschwingt auf den flachen Schallwelln,
die eine Stimme, einsam in der Nacht,
aufregt in eines hohen Zimmers Strömung:
so hör mich  ..."


(Rainer Maria Rilke)

16. Dezember 2016

komm her







"Komm her; wir wollen eine Weile still sein. 
Sieh diese Rose an auf meinem Schreibtisch; 
ist nicht das Licht um sie genau so zaghaft 
wie über dir: sie dürfte auch nicht hier sein. 
Im Garten draußen, unvermischt mit mir, 
hatte sie bleiben müssen oder hingehn, -
nun währt sie so: was ist ihr mein Bewusstsein?"


(Rainer Maria Rilke)

14. Dezember 2016

Ich fühle das.




"Wenn es Winter sein wird, werde ich Erinnerungen haben, sanfter, reicher und herrlicher als je. Ich fühle das. Als ob ich kostbare Gewebe in Truhen hätte, die ich nicht öffnen kann, weil ungeordnete Tage wie schwere Gefäße auf ihren Deckeln stehen. Einmal wird Ordnung sein, und ich werde die Deckel heben und durch dichten Duft nach den Stoffen greifen, die zu entfalten ein Fest ist."


(Rainer Maria Rilke)

8. Dezember 2016

nur ihre rose steht in frischem glantz allein








"Sie, dennoch sie, mein licht! sie wil beständig seyn.
Ob die zeit sich gleich verändert und die sonne sich versteckt
Und die wüsten felder trauren und das feld mit schnee bedeckt,
Sie dennoch (wie sie schreibt) geht kein verändern ein. 
Die bäume sind entblößt, das wasser hart als stein, 
Der palläste göldne spitzen sind mit grauem reiffleckt, 
Aller blumen welcke blätter, die durchbeiste kält erschreckt. 
Nur ihre rose steht in frischem glantz allein; 
Warum doch wil ich hier verziehen, 
Wo nichts denn unlust ist und kalte winter-lufft, 
Weil sie mir noch, mein licht! zu ihren rosen rufft? 
Ade! ich muss von hinnen fliehen.
Wer länger schmachten wil in scharffer frostes-pein, 
Wenn ihm der frühling rufft, muss es nicht würdig seyn." 


Andreas Gryphius (1616 - 1664)

1. Dezember 2016

je te retiens ...







"Seule, ô abondante fleur, 
tu crées ton propre espace;
tu te mires dans une glace
d'odeur.


Ton parfum entoure commed'autres pétales
ton innombrable calice.
Je te retiens, tu t'étales,
prodigieuse actrice."

Rainer Maria Rilke