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29. November 2016

ein Licht ... wie Rosenmilch





" ... es geht ein Licht vom Himmel wie Rosenmilch ... geht durch die leeren Bäume ... seiden die Luft, goldweiß und goldrosig gestrählt ... opalfarben ... zart wie der Atem der Perlen ...... aber über allem bricht rauschend das Licht im Duftguß aus weißem Kern. Steht in weißem Rosa und höher Gold, blasses Silbergold, und blüht entfaltet wie eine Blume ... die kahlen Bäume stehen in der Luft, wie die rosigen Adern auf durchsichtigen Blütenblättern ... es geht aus allem eine nadeldünne Kühle, eine streichelnde Weichheit, wie die Schiller auf kühlen Muschelschalen und Perlmutter ..."


(Max Dauthendey)

27. November 2016

Advent







"Wir wollen nach dir blicken,
o Licht, das ewig brennt,
wir wollen uns beschicken
zum seligen Advent!"


Max von Schenkendorf
(1783 - 1817)

20. November 2016

Totensonntag



"Das sind so Tage ... wie ein fremder Zwang liegt es auf deiner Seele und nimmt ihr die Kraft und nimmt ihr die Ruhe und läßt nicht los ... und läßt nicht los. Es ist wie ein Toten-sonntag über dir und wie das Rauschen schwerer, schwarzer Flügel und dann ganz leise wieder wie die Seufzer einer Herbstnacht ... als gräme irgendwo ein Mensch sich, den du kennst, in namenloser Angst und Qual und riefe dir ... du weißt nicht, wer? du weißt nicht, wo? ... es ist nur wie ein ungeheurer Jammer um dich her ... und du springst auf, als könntest du suchen ... doch überall steht es wie graue Dämmerung dir entgegen ..." (Cäsar Flaischlen, 1864 - 1920)

11. November 2016

10. November 2016

voll stiller Blätter





"Das Laub, das im Sommer so rauschend sang,
das Laub ist von den Bäumen gestiegen. 
Voll stiller Blätter, gelb und braun,
liegen noch stiller die stillen Wege.
Wie Duft von tausend Küssen und Tränen
schweben Nässen über den Blättern,
über den tausend herben Blättern, 
die nun sterben."



(Max Dauthendey)

6. November 2016

"Herbstgedanken"









"Da ich die grüne Pracht der Bäume zärtlich liebe
und folglich mich anjetzt im Herbst bei ihrem Fall,
bei der Entblätterung der Wipfel überall
und der Vernichtigung des Laubes recht betrübe,
so deucht mir doch, ob hör ich sie im Fallen
zu meinem Troste dies mit sanftem Lispeln lallen:

'Du siehest uns von dem geliebten Baum
nicht, um denselben zu entkleiden,
noch um ihn nackt und bloß zu lassen, scheiden;
nein, wir machen frisch und schönern Blättern Raum.'" 


 aus dem Gedicht
"Herbstgedanken"
Barthold H. Brockes
(1680 – 1747)

5. November 2016

obwohl ein Nichts sie hielt








"Die Blätter saßen an den Ästen,
obwohl ein Nichts sie hielt;
es fehlte ihnen der Entschluß
abzufallen."

Rainer Maria Rilke