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30. Juni 2016

der Rose süßer Duft genügt











"Seule, ô abondante fleur,
tu crées ton propre espace; 
tu te mires dans und glace
d'odeur. 



Ton parfum entoure comme d'autres pétales
ton innombrable calice.
Je te retiens, tu t'étales,
prodigieuse actrice."



aus "Les roses"
von Rainer Maria Rilke




29. Juni 2016

alles beginnt von neuem









"Warte, warte! Ein Schimmer von Gelb
und seltsam, o frierende blasse Seele,
ein Rosenschimmer ...

... ein Rosenschimmer,
und alles beginnt von neuem ..."


D. H. Lawrence (1885 - 1930)

28. Juni 2016

die unvergesslich ist und angefüllt









" ... nun aber weißt du, wie sich das vergisst:
denn vor dir steht die volle Rosenschale,
die unvergesslich ist und angefüllt
mit jenem Äußersten von Sein und Neigen,
Hinhalten, Niemals-Gebenkönnen, Dastehn ..."




Rainer Maria Rilke

25. Juni 2016

Ungewitter, Regenschauer und Stürme









"Es zogen Ungewitter, Regenschauer
und Stürme drohend über mir empor,
so dass in's finstere Gebiet der Trauer
sich still und ernst mein heitrer Sinn verlor."
  
aus einem Gedicht von Charlotte von Ahlefeld (1781 - 1849)



22. Juni 2016

lose nur haftet ihre Pracht








"Sieh, wie sie leuchtet,
wie sie üppig steht,
die Rose - 
welch satter Duft zu dir hinüberweht!


Doch lose nur haftet ihre Pracht - 
streift deine Lust sie, 
hältst du über Nacht
die welken Blätter in der heissen Hand ..." 



Thekla Lingen (1866 - 1931)

21. Juni 2016

"Du wirst leben in meinen Worten!"



erinnern möchte ich heute an


Walter Hasenclever (klick) 


* 8. Juli 1890

+ 21. Juni 1940

ein expressionistischer Schriftsteller,
der leider ein wenig in Vergessenheit gerät






"Einmal wird die Stunde kommen,
Die Stunde des Wiedersehens der Geister,
Wenn Dein Herz, einst an mich gekettet,
Nun verweht in Staub oder Blüte,
Leise im Frühjahr der Verwandlung
Pocht hinauf an des Äthers Spur.
Werden wir leben? Werden wir weinen?
Wird die schimmernde Wolke hell sein?
Dämmert im Abend des Versinkens
Noch ein Traum von unserem Glück?
Einmal wird die Stunde kommen,
Der Himmel des unermeßlichen Reiches;
Nur die Nacht der kalten Verwesung
Modert ruhig im Sternenblau.


Ich schreibe die Zeilen des Gedichtes.
Auf den Leib deines Briefes, Geliebte.
Das Blut der Worte beginnt zu fließen,
Es steigt ein Körper aus meinem Gedicht.
Bald sind wir Blätter, bald sind wir Tränen,
Gehaucht, verwüstet, hinabgeflossen;
Bald sind wir Worte, verzaubert in Schrift.
Du wirst leben in meinen Worten!
Diese Zeilen sind Deine Haare,
Diese Verse sind das Herz."




es lohnt sich,
bei deutsche-liebeslyrik (klick) vorbeizuschauen;
dort findet sich eine Auswahl seiner Liebesgedichte!





"Im Wind
Deines Herzens
Fallen Tropfen;
Ich sitze am Strom.
Ich will warten,
Bis Du kommst;
Die Welle finden, die Dich führt, 
Den Stern
Wo die Seele mündet, 
Wenn wir am gleichen Tag uns begegnen, 
Geliebte, einst
Zu unserm Schicksal."



für etliche Tage Begleiter der Rosen







"Sommer: für etliche Tage
Begleiter der Rosen zu sein;
was um erblühende Seelen
weht, das atmen wir ein ..."



Rainer Maria Rilke

19. Juni 2016

nicht ohne meine Töchter ...


Ich aber liebe Rosen-Briefe.











"Du teilst, was uns betrübt. Doch wenn
dir selbst etwas geschieht, wir wissens nicht.
Man müsste hundert Schmetterlinge
sein, um deine vielen Seiten zu erkennen.

Einzelne von euch sind wie ein Wörterbuch,
und wer solche sammelt, möchte sie gern binden;
Blätter wären es genug.
Ich aber liebe Rosen-Briefe."


Rainer Maria Rilke



18. Juni 2016

pflücket die Rosen im Schimmer des Tau's!









"Nützet sie weise, die seligen Stunden, pflücket die Rosen im Schimmer des Tau's! Rasch, wie die flüchtigen, süßen entschwunden, welket die Blüte im Sturmesgebraus! Kälter in Schmerzen werden die Herzen, stumm sind die Klänge, das Lied ist aus!"

Richard Schmidt - Cabanis
(1838 - 1903)

16. Juni 2016

mir war, als sei mein Inn'res umgetauscht









"Sie welkten hin, die Rosen, deren Düfte
mit Himmelsahnungen mich einst berauscht.
Mit Seufzern, ach, vermischt' ich nun die Lüfte,
mir war, als sei mein Inn'res umgetauscht ..."



Charlotte von Ahlefeld (1781 - 1849)

14. Juni 2016

badet den Staub dir ab, der auf der Seele lastet









"Und es gibt Rosen, 
die wie Wasser duften,
das unergründlich unter dunklen Bäumen
sich heimlich rundet.
Ihrer Blüten Weisse ist grünlich fast
und gläsern wie das Wasser.
Und voller Kühle ist ihr Duft
und badet den Staub dir ab,
der auf der Seele lastet."



Hermann Claudius


12. Juni 2016

ich bin dir das, was du in mir ersiehst








" ... ich bin dir das, was du in mir ersiehst.
Vermag mein Anblick Freude dir zu geben,
erschließt er dir noch eine Zauberwelt -
was klagst du dann, daß nimmer dir im Leben
mehr unverhoffte Lust vom Himmel fällt?! ..."


aus dem Gedicht "Die blaue Blume"
von Marie von Najmájer
(1844 - 1904)





10. Juni 2016

alle Schalen sind gefüllt









" ... alle Schalen sind gefüllt; sie liegen
in sich selber, jede hundert Male, -
wie von Talen angefüllte Tale
liegen sie in sich ..."


Rainer Maria Rilke



9. Juni 2016

Rosenraum










"Rosenraum, geboren in den Rosen,
in den Rosen heimlich auferzogen,
und aus offnen Rosen zugegeben
groß wie Herzraum:
dass wir auch nach draußen
fühlen dürfen in dem Raum der Rosen ..."


Rainer Maria Rilke




8. Juni 2016

sieh, die hat Flora dir geweihet









"Dann sag ich: 'Mädchen, küsse mich,
sieh, die hat Flora dir geweihet.
Sieh, wie die Rose sich
schon über ihre Stelle freuet ...'"




Heinrich Wilhelm von Gerstenberg
(1737 - 1823)



6. Juni 2016

die klare frische Rosenblüte






"die klare frische Rosenblüte streichelt
mein geschlossenes Auge leicht,
als legte sie noch tausend kühle Lider,
eines auf das andere,
über mein heißes Lid ..."

Rainer Maria Rilke

5. Juni 2016

Duft der Wirklichkeit









" ... Augen und Gedanken schwelgen. Der Dichter kann es besingen, der Maler in reichen Bildern darstellen, aber den Duft der Wirklichkeit, der dem Betrachter auf ewig in die Sinne dringt und darin bleibt, können sie nicht wiedergeben ..."


Hans Christian Andersen


2. Juni 2016

noch sind die Tage der Rosen!











"noch ist die blühende, goldene Zeit,
noch sind die Tage der Rosen!"


Otto Roquette
(1824 - 1896)












1. Juni 2016

O Juni, dir entfaltet sich in lichtem Scheine der Seele Blume








"O Juni, dir entfaltet sich in lichtem Scheine
der Seele Blume und das Herz, das flammend loht
wie bräutlicher Gesang und Düfte süsser Reine ..."


Paul Verlaine
(1844 - 1896)