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6. November 2016

"Herbstgedanken"









"Da ich die grüne Pracht der Bäume zärtlich liebe
und folglich mich anjetzt im Herbst bei ihrem Fall,
bei der Entblätterung der Wipfel überall
und der Vernichtigung des Laubes recht betrübe,
so deucht mir doch, ob hör ich sie im Fallen
zu meinem Troste dies mit sanftem Lispeln lallen:

'Du siehest uns von dem geliebten Baum
nicht, um denselben zu entkleiden,
noch um ihn nackt und bloß zu lassen, scheiden;
nein, wir machen frisch und schönern Blättern Raum.'" 


 aus dem Gedicht
"Herbstgedanken"
Barthold H. Brockes
(1680 – 1747)

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O mag ein Engel Dir die Schrift diktieren,
daß jedes Wort mir Wonne sei und Lust,
ein Engel Deine Feder führen,
ein Zauber drinnen leben unbewußt!
Damit, wenn ich das Siegel löse,
das Glück sich ungetrübt daraus ergießt,
und keine Wolke, keine böse,
mein Geist von Deinem Geiste liest.

Friederike Kempner (1836 - 1901)