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21. September 2016

Rose der Erinnerung








Der Rose inniglicher Duft entschwand,
es ging die frische Farbenglut verbleichen;
sie ruht so blaß und starr in meiner Hand,
des Unverwelklichen ein welkes Zeichen.

Des Unverwelklichen? – sie rauscht so bang,
will meine Hand die Rose wieder wecken;
als wär es ein prophetisch trüber Klang,
hör ich den Laut mit heimlichem Erschrecken.

O Rose der Erinnerung geweiht!
Mir dünket deiner welken Blätter Rauschen
ein leises Schreiten der Vergänglichkeit,
hörbar geworden plötzlich meinem Lauschen! 


aus "Die Rose der Erinnerung" 
von Nikolaus Lenau
(1802 – 1850)

Kommentare:

  1. Ach wie wunderschöööön....herzlich Monika

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    1. ... und so wunderschöööön für mich, dass Du immer wieder hier vorbeischaust, Du treue Seele ... danke dafür ♥

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O mag ein Engel Dir die Schrift diktieren,
daß jedes Wort mir Wonne sei und Lust,
ein Engel Deine Feder führen,
ein Zauber drinnen leben unbewußt!
Damit, wenn ich das Siegel löse,
das Glück sich ungetrübt daraus ergießt,
und keine Wolke, keine böse,
mein Geist von Deinem Geiste liest.

Friederike Kempner (1836 - 1901)