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1. Juli 2016

lieblich zittert's drinnen ...
wie heller Thau, wie Duft und Morgenlicht








" ... dort steht umhegt im reinlich glatten Raume im Zauberschlaf der Rose blühend Bild. Nie sinkt der Thau von ihrer Blätter Saume, stets säuseln dort die Lüfte lau und mild; und wie sich oft im friedlich leisen Traume des Kindes Mund mit süßem Lächeln füllt, so sieht man sanft das schlummernd wache Leben mit leichtem Glanz um ihre Blätter schweben.

Und bunter stets verschweben und zerrinnen, wie Welle sich an Welle spielend bricht, die Klänge jetzt, und lieblich zittert's drinnen, wie heller Thau, wie Duft und Morgenlicht. Gestalt und Form strebt alles zu gewinnen, und blühend tritt ins Leben das Gedicht. Denn was das Herz einst tief und wahr empfunden, das lebt, und bleibt dem großen All verbunden ..."


aus einem Gedicht von Ernst Schulze (1789 - 1817)


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O mag ein Engel Dir die Schrift diktieren,
daß jedes Wort mir Wonne sei und Lust,
ein Engel Deine Feder führen,
ein Zauber drinnen leben unbewußt!
Damit, wenn ich das Siegel löse,
das Glück sich ungetrübt daraus ergießt,
und keine Wolke, keine böse,
mein Geist von Deinem Geiste liest.

Friederike Kempner (1836 - 1901)