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24. Februar 2016

"StreetLyrics"


im Alltag bleiben sie meist unbeachtet, sie werden überfahren und getreten ... die Rede ist von Kanaldeckeln

der Fotokünstler Stephan-Maria Aust gibt ihnen in seinen Fotografien einen Wert, in dem er sie portraitiert; er fängt die Atmosphäre des Moments ein, und aus einem alltäglichen Gegenstand strahlt auch romantische Tiefe; die Schachtabdeckungen selbst und die Umgebung, in der sie sich befinden, erzählen interessante Geschichten

Heike Winter hört diese Geschichten beim Betrachten der Bilder und wandelt sie in Poesie, mal heiter, mal besinnlich, mal aufwühlend und verstörend

daraus ist nun ein wunderbares Buch entstanden ... in "StreetLyrics" Portraits zu unseren Füßen, fokussiert sich das Künstlerpaar auf deutsche und schottische Gullys, für Winter und Aust eine logische Schlussfolgerung, die korrespondierende Lyrik in Deutsch und Schottisch-Gälisch zu verfassen – mit Englisch als verbindende Brückensprache

die Gedichte sind den Kolossen aus Stahl auf den Leib geschrieben, und so kommen einem die Bilder vor wie Schmuckstücke ... wie Relikte aus uralter Zeit, wie mystische Gesellen

ein einzigartiges und gewaltiges Projekt, das seinesgleichen sucht, und so wundert es nicht, dass die beiden zum diesjährigen international wegweisenden Poesie-Festival "StAnza" nach Schottland eingeladen sind






Motiv aufgenommen in Stromness, Orkney-Inseln
(c) Stephan-Maria Aust 































ich habe dich nie gesucht
du hast mich gefunden
hätt’ ich dich gesucht
ich hätt’ dich nie gefunden
(c) Heike Winter



I did not search for you
but yet you have found me
Had I sought you
I would still be lost
(c) Magz Macleod



Cha do shir mi thu
Ach lorg thu mi
Ach nan sirinn thu
Bhithinn fhathast a dhìth
(c) Gillebride Mac IlleMhaoil




(Text und Foto veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Autoren)



1 Kommentar:


O mag ein Engel Dir die Schrift diktieren,
daß jedes Wort mir Wonne sei und Lust,
ein Engel Deine Feder führen,
ein Zauber drinnen leben unbewußt!
Damit, wenn ich das Siegel löse,
das Glück sich ungetrübt daraus ergießt,
und keine Wolke, keine böse,
mein Geist von Deinem Geiste liest.

Friederike Kempner (1836 - 1901)