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31. Mai 2014

"nun liegt es sorglos in den offenen Rosen"












Lautloses Leben, Aufgehn ohne Ende,
Raum-brauchen ohne Raum von jenem Raum
zu nehmen, den die Dinge rings verringern,
fast nicht Umrissen-sein wie Ausgespartes
und lauter Inneres, viel seltsam Zartes
und Sich-bescheinendes – bis an den Rand:
ist irgend etwas uns bekannt wie dies?

aus einem Gedicht von Rainer Maria Rilke






Austin-Rose 'The Pilgrim'


29. Mai 2014

"ich sei die Rose, Du sei ihr Arom"



Austin-Rose 'Summer Song'




Nimm an, es gäbe einen Himmelsherrn;
so wollen wir von ihm für einst erflehn:
er lasse uns auf irgendeinem Stern
als einen Strauch voll Rosen auferstehn.
Ich will die Wurzel sein, Du sei der Strauch,
ich will die Zweige sein, Du sei das Blatt,
ich sei die Rose, Du sei ihr Arom.
So ineinander unaufhörlich satt,
so eins in jeder Faser, jedem Hauch
sei unser Leben dann ein Dankesstrom.


Christian Morgenstern
(1871 - 1914)

27. Mai 2014

"denn er schmeckt wie destillierte, heiße Julitage ..."











frisch abgefallene Rosenblütenblätter im Garten kehre ich nicht zusammen und befördere sie in den Kompost oder lasse sie vom Wind in alle Himmelsrichtungen verwehen, nein, ich sammle sie auf und lege sie behutsam in einen Korb; da ich die Rosen nicht spritze, kann ich ihre Blätter - vor allem die der Duftrosen - bedenkenlos in der Küche verwenden, um beispielsweise Likör oder Bowle herzustellen







und da ich mich über den Anblick dieses duftenden "Gesamtkunstwerks" vor der Verarbeitung immer sehr freue, belasse ich die Rosenblätter erst noch ein bis zwei Tage im Korb; dann wird es aber höchste Zeit, da sie zu welken beginnen







hier ein Rezept für einen köstlichen Likör ...
und ganz einfach in der Herstellung




(Grenadine ist ein alkoholfreier, mit Zucker gesüßter Fruchtsirup mit intensiv roter Farbe)



Zutaten:
3 Handvoll unbehandelte Duftrosenblütenblätter, 0,7 Liter Wodka, Grenadinesirup, ein Einmachglas


Zubereitung:
die Blätter vorsichtig waschen, abtropfen lassen und in das Glas füllen, mit Wodka übergießen und mindestens vier bis sechs Wochen abgedeckt stehen lassen (aber nicht unbedingt auf der Fensterbank in der Sonne)

danach abfiltern und nochmal neue Rosenblätter hinzugeben, wieder zwei Wochen stehen lassen; erneut abfiltern, dann nach Geschmack und Farbwunsch mit dem Grenadinesirup rot färben

den fertigen Likör reiche ich im Kristallgläschen nachmittags zum Kaffee oder als Vanilleeis-Krönung oder fülle ihn in eine schöne alte, kleine Glaskaraffe, verziere diese mit einer Rosenblüte, einem nostalgischen Anhänger und etwas Spitze und verschenke es zum Geburtstag oder als Einladungs-Mitbringsel







"Ein Likör gefällig?" fragte Rast und goß aus einer vergoldeten Flasche einen rosenfarbenen Likör in ein Glas. 'Nicht? Eine orientalische Erfindung, Rosenlikör aus wirklichen Rosen. Ein wenig süß – ja. Ich trinke ihn an kalten Tagen, denn er schmeckt wie destillierte, heiße Julitage ..."


aus einem Roman von Eduard von Keyserling (1855 - 1918)




26. Mai 2014

so entstand die gelbe Rose ...
und die Schwalben sind zurück




Austin-Rose 'The Pilgrim'




Gib mir, o Mutter, also bat
einst Floren eine kaum dem Schoße
des Nichts entstiegne weiße Rose,
gib mir der Schwester Incarnat.
Begnüge, Kind, dich mit der Gabe,
die ich dir eingebunden habe.
Der Unschuld Farbe schmückt dich ja,
sprach Flora sanft. Doch wer bekehret
ein Herz, das Eifersucht betöret?
Sie murrt, sie schmollt. Als Flora sah,
daß sie die Mutterhuld mißbrauchte:
Nun wohl! rief sie erzürnt und hauchte
sie an: So nimm, an statt des Kleids
der Unschuld, das zu deinem Lose,
was dir gebührt – die Tracht des Neids.
Und so entstand die gelbe Rose.



Gedicht "Die gelbe Rose"
von Gottlieb Konrad Pfeffel
(1736 - 1809)







edit. um 11.00 Uhr:
sie sind zurück, die Schwalben ... 

mit großer Freude gerade eben die ersten entdeckt ... 

 







  ... und ob du's tausendmal gesehn:
wenn hoch in lauen blauen Lüften
die ersten Schwalben lustig zwitschern ...
immer wieder ... jedes Jahr ...
sag, ist das nicht wunderbar?!



aus einem Gedicht von
Cäsar Otto Hugo Flaischlen

(1864 - 1920)

 

25. Mai 2014

Unter der Rose sprechen wir aus der Rose Geheimnis,
sagt, Ihr Freunde, warum Freunde die Rose vereint?



Rose 'Eden / Pierre de Ronsard'




Rose, Königin der Blumen,
Du, der Götter und der Menschen
Liebling, Kunstbild alles Schönen
und der Weisheit und der Anmuth
und der Unschuld, Lieb' und Eintracht
holde Blume, sei gegrüßt!


Johann Gottfried Herder
(1744 - 1803)

20. Mai 2014



Tantau-Rose 'Uetersener Klosterrose"





Weiße Rose, die so bleich
und so duftig blüht!
Liebe, die so schmerzenreich
und so selig glüht!

 
Was an ew'ger Geistessaat
mir der Herr geschenkt,
meine ganze Seele hat
sich darein versenkt! –


Pflanzen laß die Rose mich
in den Staub vor dir,
nicht zum Schmuck und Stolz für dich,
doch zur Wonne mir.


Betty Paoli
(1814 - 1894)









19. Mai 2014

16. Mai 2014

Ich sende einen Gruß wie Duft der Rosen ...
und erinnern möchte ich heute an Friedrich Rückert





Ich sende einen Gruß wie Duft der Rosen,
ich send' ihn an ein Rosenangesicht.
Ich sende einen Gruß wie Frühlingskosen,
ich send' ihn an ein Aug voll Frühlingslicht.



aus dem Gedicht
"Aus den östlichen Rosen"
von Friedrich Rückert






deutscher Dichter und Lyriker,
Übersetzer arabischer, hebräischer,
indischer und chinesischer Dichtung

16. Mai 1788 - 31. Januar 1866



Austin-Rose "Golden Celebration"

15. Mai 2014

lichter Moment









 





  














die Fotos waren gemacht, und eigentlich wollte ich gerade den Garten wieder verlassen, da blinzelte doch tatsächlich die Sonne hinter dunklen Wolken hervor (seht, wie sie sich am Rand des mit Wildrosenblüten gefüllten Kristallgefäßes, auf dem bis dahin mein Augenmerk lag, spiegelt ...) was für ein wunderbarer, lichter Moment an diesem trüben, kalten Maitag ... und so kam ich nicht umhin, diesen unvorhergesehenen (und gemütserhellenden) Augenblick in einer allerletzten Aufnahme festzuhalten








"Momente scheinen keine Ahnung davon zu haben,
wie wichtig sie zuweilen sind."



Verfasser unbekannt



11. Mai 2014

Muttertag




" ... So nimm die einfach schlichte Gabe hin, 

von einfach ungeschmücktem Wort getragen, 
und meine ganze Seele nimm darin: 
Wo man am meisten fühlt, 
weiß man nicht viel zu sagen ..." 



aus dem Gedicht "An meine Mutter" von Annette von Droste-Hülshoff

6. Mai 2014

Schneeflocken im Mai ?!

oh ja, aber nicht in der üblichen, sondern in einer ganz besonderen Form, die mir sehr symphatisch ist ... und wenn ich sie ansehe oder an ihren Namen denke, wird mir auch nicht kalt, im Gegenteil ... eher warm ... ums :-)

ich spreche von der 'Schneeflocke', die seit gestern im Garten blüht, und die ihrem Namen alle Ehre macht



Beetrose 'Schneeflocke'



die 'Schneeflocke' ist eine  sehr robuste, winterharte Bodendeckerrose mit schnee-weißen, zart duftenden Blüten, deren Leuchtkraft durch das dunkelgrüne, glänzende Laub noch verstärkt wird; diese Sorte gilt als öfterblühend, von daher werde ich mich wohl in den nächsten Monaten über viele weitere 'Schneeflocken' freuen können


 

5. Mai 2014

Verblühst Du schon?

der mittlerweile auf über 2,50 Meter hoch gewachsene Strauch der Austin-Rose 'Heritage' im Garten trägt momentan unzählige Blüten in den verschiedensten Blühstadien

diese Rose hier präsentiert sich mir seit Tagen mit ihrer vollen Schönheit ... üppig gefüllt thront sie zwischen sattgrünen Blättern, den Kopf nach unten geneigt ... ich muss mich unter sie stellen und zu ihr hoch schauen, um bis in ihr Innerstes sehen zu können








an den äußeren Blütenblatträndern lässt sich erkennen, dass ihre Zeit nun bald vorüber sein wird ... ich nehme an, dass sie heute, spätestens morgen jedoch abfallen wird

Grund genug, sich diesen Anblick noch einmal zu verinnerlichen, dabei ihre Nähe zu suchen und den wunderbaren Duft, der sie selbst noch in diesem Stadium verströmt, und der sie wie eine zarte Hülle zu umgeben scheint, zu genießen

wenn ich sie betrachte, kommt mir diese Zeile des Rilke-Gedichtes "Rosen-Innere" in den Sinn ... "sie können sich selbst kaum halten" ...

ja, am liebsten würde ich neben ihr verharren wollen, um sie in dem Moment auffangen zu können, in dem sie sich "nicht mehr halten kann" ... und fallen lässt ... 










Einmal öffne noch die Hülle,
sieh, ich will bescheiden sein,
einmal lass mich noch der Fülle
deines Glanzes voll erfreun!


aus dem Gedicht "Verblühst Du schon?"
von Rainer Maria Rilke

4. Mai 2014

"die Rosen im Garten sind reizend anzusehen;
die wilden Heckenrosen sind noch einmal so schön" ...
und erinnern möchte ich heute an Audrey Hepburn


da stimme ich Hermann Löns zu,
"die wilden Heckenrosen sind noch einmal so schön" ...
und betörend im Duft ...
wie diese Blüten der Strauch-/Hecken-Rose
"Pierette Pavement"





Es drängt mein Selbst, das blütenlose,
voll Sehnsucht ewig nach der Rose,
die schlank in blonde Lüfte taucht,
und tiefe süsse Freude haucht!
Ich wollt' an ihrem Kelche singen,
von Brisen, Thau und Schmetterlingen;
und all das weite, bange Leben
sollt' mich ein Rosenduft umschweben.



Lisa Baumfeld
(1877 - 1897)








übrigens wäre Audrey Hepburn heute 85 Jahre alt geworden; deshalb habe ich mal etwas "organisiert" ... einen Spaziergang durch verschiedene Rosengärten, zusammen mit ihr, weil es auch - wie ich finde - zum heutigen Rosen-Post gut passt ... habt Ihr Lust? dann klickt bitte hier und hier
die beiden Folgen gehören zu dem mehrteiligen Projekt "Gardens of the World with Audrey Hepburn" (weitere Informationen hier), für das sie ein letztes Mal vor der Kamera stand, bevor sie im Januar 1993 im Alter von 73 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung starb


"Ich liebe Menschen, die mich zum Lachen bringen. Ich glaube wirklich, dass Lachen meine liebste Beschäftigung ist. Es heilt jede Menge Krankheiten. Vielleicht ist es überhaupt das Wichtigste am Menschen."

~ Audrey Hepburn ~

1. Mai 2014

der Mai ist gekommen ... und alle Rosen blühen!






Austin-Rose 'Heritage'


 






 
Und wieder sind aus grüner Blätterfülle
viel Blumen zauberhaft hervorgeeilt,
sie drängen sich heraus in Pracht und Fülle
als hätten sie zu lang versteckt geweilt,
und schauen auf, so wie vom Meeresgrund,
dem grünen, holde Feen sich erheben
und lockend grüßen, grüßt der Blumenmund
und läßt statt Seufzer süße Düfte schweben.

aus einem Gedicht
von Louise Otto
(1819 - 1895)






die Foto habe ich vor einer halben Stunde im Garten aufgenommen ... und überhaupt, wurde nicht schlechteres Wetter vorhergesagt? was für ein Glück wir doch haben ... also dann, macht es Euch schön heute am 1. Mai






Denn dazu ist der Mai gemacht,

daß er uns lachen lehre. 
Die Herzen hoch! Und fortgelacht 
des Grames Miserere!


aus einem Gedicht
von Otto Julius Bierbaum
(1865 - 1910)