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28. September 2014

Rose, du trinkest himmlischen Tau






"Laßt uns in den Garten gehen, schönes Lieb, damit wir sehen, ob der Blumen Ehr, die Ros, so eure Farb gezeiget, da sie heut der Tau aufschloß, ihre Pracht noch nicht abneiget. Sieh doch, von wie wenig Stunden ihre Schönheit überwunden, wie zu Grund liegt all ihr Ruhm! Wie sollt man, Natur, dich ehren, da du ein solch Blum einen Tag kaum lasset wehren? Was ist es dann, daß ihr fliehet, indem euer Alter blühet, von meinet Lieb Süßigkeit? Ach, genießet eurer Jahren! Die Zeit wird eure Schönheit nicht mehr, dann die Rosen sparen."


Georg Rudolf Weckherlin (1584 - 1653)











"Rose, wie bist du reizend und mild! Du bist der Unschuld liebliches Bild. Rose, du trinkest himmlischen Tau, schmückest den Busen, Garten und Au. Du, die zur Gabe ich mir erkor, lächelst aus Dornen freundlich hervor. Sendest noch sterbend Düfte uns zu Rose, du Holde! Leben und sterben will ich wie du."


Johann Jakob Ihle (1702 - 1774)









"Wie dein Strahl, so leicht, so rein, kann kein Hauch, kein Seufzer sein. Doch er weckt mich nicht: Ich muß harrn auf heißer Tage Kuß, auf den Zarn im Krönungskranz; nur für ihn birgt Morgenglanz Duft und Schönheit, unerkannt, unterm Tau aus Diamant."


Afanassi Afanassjewitsch Fet (1820 - 1892)












"Nützet sie weise, die seligen Stunden, pflücket die Rosen im Schimmer des Tau's! Rasch, wie die flüchtigen, süßen entschwunden, welket die Blüte im Sturmesgebraus! Kälter in Schmerzen werden die Herzen, stumm sind die Klänge, das Lied ist aus!"


Richard Schmidt-Cabanis (1838 - 1903)









"Die Rose stand im Tau, es waren Perlen grau, als Sonne sie beschienen, wurden sie zu Rubinen." 


Friedrich Rückert (1788 - 1866)




alle Fotos heute morgen um kurz nach 9 Uhr im Garten aufgenommen




Kommentare:

  1. Buah..........soooooo umfangreich, so schön, reizend, üppig, verträumt sooooo schöne Bilder und Texte was soll ich da noch schreiben...?
    Einen rosigen Altweibersommertag wünsche ich dir herzlich Monika

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  2. Wunderwunderschöne Fotos! Da kommt man richtig ins Träumen!
    LG Mary

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O mag ein Engel Dir die Schrift diktieren,
daß jedes Wort mir Wonne sei und Lust,
ein Engel Deine Feder führen,
ein Zauber drinnen leben unbewußt!
Damit, wenn ich das Siegel löse,
das Glück sich ungetrübt daraus ergießt,
und keine Wolke, keine böse,
mein Geist von Deinem Geiste liest.

Friederike Kempner (1836 - 1901)