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28. April 2013

Eilt euch, eil' dich, die Bäume blühen!



 
Voll Liebesblicke die Bäume stehen;
eh' du hingesehen, will's schon vergehen.

Komm zu den hellen verliebten Bäumen,
die alle Wege jetzt hochzeitlich säumen!

Sollst dich ins Licht zu ihnen stellen,
lächelnd wird spielend sich zu dir gesellen,
daß auch dir die Blicke verliebt aufglühen.

Eilt euch, eil' dich, die Bäume blühen!




Max Dauthendey (1867 – 1918)



26. April 2013

Alle Mädchen erwarten wen, wenn die Bäume in Blüten stehn.
(Rainer Maria Rilke)








"Ich wandere den ganzen Tag, um den Frühling zu suchen. A
m Abend habe ich den Frühling noch nicht gefunden. Ich kehre heim und sehe eine Kirschblüte in meinem Garten.
Der Frühling ist da."

(aus China)












An mancherlei kommt die Erinnerung,
wenn die Kirschblüten blühn,
- an mancherlei,
was man geträumt, getan,
da man verliebt und jung.

(Bashō)


24. April 2013

der Frühling, der mein Herz bewegt










Das ist die Drossel, die da schlägt,
der Frühling, der mein Herz bewegt,
ich fühle, die sich hold bezeigen,
die Geister aus der Erde steigen;
das Leben fließet wie ein Traum.
Mir ist wie Blume, Blatt und Baum.



Theodor Storm
(1817 - 1888)











Wie die zarten Blumen willig sich entfalten
und der Sonne stille halten,
laß mich so
still und froh
deine Strahlen fassen
und dich wirken lassen.


 
Gerhard Tersteegen
(1697 - 1769)







  


 
Die Sonne scheint,
die Sonne scheint,
das ist der Zauber,
Blumen wachsen,
die Wurzeln strecken sich,
das ist der Zauber,
Leben und stark sein,
das ist der Zauber,
er ist in mir,
er ist in uns allen.


 

Frances Hodgson Burnett
(1849 - 1924)


 

 

 


 


"Ein Sonnenstrahl reicht hin,
um viel Dunkel zu erhellen."

 

Franz von Assisi
(1182 - 1226)

 

 

 

 

21. April 2013

angenehmes Frühlingskindchen,
kleines Traubenhyazinthchen ...


in den letzten Jahren haben sich die Traubenhyazinthen in unserem Garten sehr stark vermehrt, so dass sie nicht nur im Beet neben anderen Frühblühern, sondern mittlerweile auch überall im Rasen verteilt wachsen

da dieser nun Anfang der kommenden Woche zum ersten Mal geschnitten wird, und sie dabei dem Rasenmäher zum Opfer fallen würden, habe ich mir heute morgen sodann, ohne schlechtes Gewissen, welche abgepflückt und zum Sonntags-Sträußchen gebunden, mit dem ich Euch alle an dieser Stelle sehr herzlich grüße









Angenehmes Frühlingskindchen,
kleines Traubenhyazinthchen,
deiner Farb und Bildung Zier
zeiget mit Verwundrung mir
von der bildenden Natur
eine neue Schönheitsspur.









An des Stengels blauer Spitzen
sieht man, wenn man billig sieht,

deiner sonderbaren Blüt
kleine blaue Kugeln sitzen,
dran, so lange sich ihr Blatt
noch nicht aufgeschlossen hat,
wie ein Purpurstern sie schmücket,
man nicht sonder Lust erblicket.








Aber wie von ungefähr
meine Blicke hin und her

auf die offnen Blumen liefen,
konnt ich in den blauen Tiefen
wie aus himmelblauen Höhen
silberweiße Sternchen sehen,
die in einer blauen Nacht,
so sie rings bedeckt, im Dunkeln
mit dadurch erhöhter Pracht
noch um desto heller funkeln.








Ihre so zierliches Gepränge,
ihre Nettigkeit und Menge,

die die blauen Tiefen füllt,
schiene mir des Himmels Bild,
welches meine Seele rührte
und durch dieser Sternen Schein,
die so zierlich, rein und klein,
mich zum Herrn der Sterne führte,
dessen unumschränkte Macht
aller Himmel tiefe Meere,
aller Welt- und Sonnen Heere
durch ein Wort hervorgebracht; dem es ja so leicht, die Pracht
in den himmlischen Gefilden
als die Sternchen hier zu bilden.









Durch dein sternenförmig Wesen
gibst du mir, beliebte Blume,

ein' Erinnerung zu lesen,
daß wir seiner nicht vergessen,
sondern in den schönen Werken
seine Gegenwart bemerken,
seine weise Macht ermessen
und sie wie in jenen Höhen
so auf Erden auch zu sehen.











Gedicht
"Die Traubenhyazinthe"
von Barthold Hinrich Brockes
(1680 - 1747)




20. April 2013

manchmal kommt es doch anders

eigentlich wollte ich heute morgen nur kurz den zierlichen, durch seine Formgebung jedoch nicht zu übersehenden Ast des Haselstrauches (beziehungsweise einige seiner Details), der momentan in einer schlichten Vase auf der Veranda steht, und den ich mit kleinen, goldfarbenen Rosenknöpfchen noch ein bißchen verschönt habe, fotografieren ... das habe ich zwar getan ...















... doch dabei veränderte sich das eigentliche Motiv, und prompt war mein Interesse an der wunderbaren Licht-Schatten-Szene geweckt, die mir die von der Seite einfallende Sonne auf das alte Leinenlaken warf, das ich als Fotohintergrund nutzte








mittlerweile stand nicht mehr der Ast im Vordergrund (den hatte ich längst weggestellt), sondern das zauberhafte, florale Muster der Spitzendecke, das sich abzeichnete und sich von Augenblick zu Augenblick durch den Wind immer ein wenig veränderte ... so schööööön ...









ich weiß nicht, wie viele Fotos ich letztlich aufgenommen habe, ich dachte mir bei jedem, irgendeine Kleinigkeit fehlt noch ... tja, und so kam eine Rose mit ins "Spiel" (hatte ich überhaupt nicht vor) ...  manchmal kommt es doch anders ... 
















"Da uns die Schönheit einer Welt,
wenn sie die Morgen-Sonne schmücket,
so unvergleichlich wohlgefällt ..."



aus einem Gedicht von

Barthold Heinrich Brockes
(1680 – 1747)

16. April 2013





"Blumen sind die Liebesgedanken der Natur."


Bettina von Arnim

(1785 - 1859)






13. April 2013

draußen ist Frühling ... endlich

und schon hält einen nichts mehr im Haus, geht es Euch auch so? die angenehmen Temperaturen locken einen förmlich raus, und auch ich konnte mich der Einladung nicht erwehren, so dass ich heute vormittag ganz lange im Garten war und dort verschiedene Arbeiten habe erledigen können; zu meiner großen Freude habe ich auch das erste Mal in diesem Jahr die Wäsche zum Trocknen auf die Wäschespinne gehängt ... herrlich, das liebe ich ... von mir aus kann es jetzt so bleiben, hätte gar nichts dagegen

ja, und auch das Fotografieren macht jetzt wieder richtig Freude, im Winter ist das in der Kälte immer eher müßig, nicht so toll für Kamera und Finger ... um es gleich mal auszuprobieren, habe ich mir ein altes Tässchen mit zauberhaften, zart duftenden Primeln geschnappt und es an verschiedenen Stellen im Garten plaziert ... die Blüten wirken bei den hervorragenden Lichtverhältnissen gleich doppelt so schön ... und getreu der Aussage von Paul Wilhelm von Keppler "Hundert kleine Freuden sind tausendmal mehr wert als eine große" habe ich dann auch gleich ein paar Fotos mehr geknipst, das musste einfach sein ;-)



  







Ihr Lieben, ich hoffe sehr,
dass Ihr das erste,
richtige Frühlingswochenende
vollstens genießen ...
  



  
und Euch an den vielen, kleinen Wundern
 der erwachenden Natur erfreuen könnt ...








 




Lachender Himmel. Es ziehen gemächlich
schaumige Schäfchenwolken darüber,
Sonnenscheinschimmer durchflutet die Luft ...

Frühling!


Oh, Fülle! Fülle! Drängende, treibende
Fülle des Glücks!
Eben, eben noch klang die Klage,
klang die Klage um Heißbegehrtes,
Schönheitsstrahlendes, Großes,
klang die Klage um das Geheimste,
herzerfüllende, Heiter-Heilige mir im Herzen.
Nun, im grünen Blätterschwanken,
nun, im blauen Himmelslächeln,
nun, im goldigen Sonnenstrahlen,
ist mir schnell das Glück geworden,
Glück im Schönen und im Schauen
werdender Schönheit ...



Meine Arme breite ich aus:
Glück! Glück!
Könnt ich es allen Menschen schenken,
allen Menschen im drückenden Joch, 
allen Menschen mit krampfendem Herzen,
allen denen, die im Hochflug
ihre Flügel zur goldenen Sonne
breiten möchten und im Schmutz
harter Not sich mühen müssen ...


aus dem Gedicht "Frühling"
von Otto Julius Bierbaum
(1865 - 1910)

12. April 2013

"Nimmer darf sich das Herz dem Schicksal beugen,
denn von Sorgen haben wir keinen Gewinn."
Alkäos (um 600 v. Chr.)



Ihr Lieben,

mittlerweile geht es wieder einigermaßen, doch die schrecklichen Bilder, die sich in besagter Nacht  einprägten, sind noch nicht verblasst

in den ersten Tagen fiel es mir unsagbar schwer, wieder im Alltag anzukommen ... die Gedanken wanderten, egal was ich auch tat, ständig hin zum Unfallort und hielten sich in meinem Kopf wie ein Fels in der Brandung, sie verunsicherten mich und machten zugleich unsagbar traurig, so dass ich oftmals meine Tränen nicht zurückhalten konnte, vor allem, als ich das erste Mal wieder mit dem Wagen fuhr, in dem wir so viele, nicht enden wollende Stunden verbrachten
 
es hilft ja alles nichts, die Erde dreht sich weiter, Dinge nehmen ihren Lauf, nach vorne schauen und nicht zurück ...


nun
bedanke ich mich aber erst einmal von Herzen bei Euch für Eure Anteilnahme und die lieben Kommentare, die mich sehr berührten!


und als kleines Dankeschön habe ich die wunderbaren Rosen für Euch fotografiert, die momentan auf meinem Tisch stehen, und an denen ich mich so sehr erfreue ... ich hoffe, Ihr könnt es auch?!  







"In einem Traum aus Rosenblüten, seidenschimmernder Nacht, hat ein Engel, strahlend schön, über ein zerbrochenes Herz gewacht. Er hüllte es mit seinen Flügeln ein, gab ihm Wärme und auch Licht, damit dieses zarte Herz nicht ganz in tausend Stücke zerbricht. Er sprach oft mit dem Herzen und gab ihm Mut, nach einiger Zeit floß aus dem Herzen schon weniger Blut. Ein Schleier aus Eis legte er um die Wunden, und hat es mit Hoffnung zusammen gebunden. Das Herz nun in einem Mantel aus Eis, flüstert zu dem Engel ganz leis: 'Engel, was wird nun sein? Kommt keine Wärme mehr in mich hinein? Wird das Band der Hoffnung die Narben ertragen? Engel kannst Du es mir sagen?' Der Engel sprach: 'Das weiß ich nicht, doch denke immer daran: wo Schatten ist, da ist auch Licht.'"



(Verfasser unbekannt)



4. April 2013

es kann alles so schnell vorbei sein!

die Schutzengel meiner Tochter und mir waren gestern abend gegen 23 Uhr glücklicherweise noch wach, als wir auf der Autobahn unterwegs waren

keine 50 Meter vor uns kam es zu einem folgenschweren Unfall, an dem mehrere Fahrzeuge beteiligt waren; nur Bruchteile von Sekunden trennten uns von dem Moment, in dem das schlimme Unglück passierte; wir gehörten zu den ersten Autos, die unmittelbar dahinter zum Stehen kamen

ein Alptraum ... direkt vor unseren Augen kämpften unzählige Rettungskräfte mehrere Stunden um das Leben von Menschen ... gerade eben lese ich, dass zwei von ihnen starben und mindestens fünf schwer verletzt wurden

wir verbrachten die Nacht in unserem Wagen, erst um 6 Uhr heute morgen gab die Polizei eine Spur frei, damit wir den Unfallort passieren konnten

während der 38 Kilometer, die uns ab da noch von zu Hause trennten, gingen mir die Bilder der Geschehnisse und die Frage "was wäre gewesen, wenn ..." nicht mehr aus dem Sinn

nun haben wir ein paar Stunden geschlafen, meiner Tochter und mir geht es den Umständen entsprechend gut ... bitte passt auf Euch auf!







"Von allen Gefährten, die mich begleiteten, ist mir keiner so treu geblieben wie der Schutzengel."


Clemens Brentano (1778 - 1842)

2. April 2013

... ich rieche Frühlingsluft!
Es liegt so was wie Veilchenduft um alle grünen Sträuche ...
(Ludwig Thoma)









"Ein Veilchen in der Jugend der Natur, frühzeitig, nicht beständig - süß, nicht dauernd, nur Duft und Labsal eines Augenblicks."


William Shakespeare (1564 - 1616)













Und immer wieder sinkt der Winter

und immer wieder wird es Frühling
und immer immer wieder stehst du
und freust dich an dem ersten Grün
und wenn die kleinen Veilchen blühn,
und immer wieder ist es schön
und macht es jung und macht es froh,
und ob du's tausendmal gesehn ...

aus einem Gedicht von Cäsar Fleischlen (1864 - 1920)










Man schafft so gern sich Sorg und Müh,

sucht Dornen auf und findet sie,
und läßt das Veilchen unbemerkt,
das uns am Wege blüht.

Johann Martin Usteri (1763 - 1827)