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30. März 2013

... und veilchenäugig lacht dich an
ein goldner Auferstehungsmorgen !



Ist das ein Ostern! – Schnee und Eis

hielt noch die Erde fest umfangen;
frostschauernd sind am Weidenreis
die Palmenkätzchen aufgegangen.

Verstohlen durch den Wolkenflor
blitzt hie und da ein Sonnenfunken –
es war, als sei im Weihnachtstraum
die schlummermüde Welt versunken.

Es war, als sollten nimmermehr
ins blaue Meer die Segel gehen, –
im Park ertönen Finkenschlag,
und Veilchenduft das Tal durchwehen.

Und dennoch, Seele, sei gewiß:
Wie eng sich auch die Fesseln schlingen,
es wird der Lenz, das Sonnenkind,
dem Schoß der Erde sich entringen.

Dann sinkt dahin wie Nebelflor
auch all dein Weh und deine Sorgen,
und veilchenäugig lacht dich an
ein goldner Auferstehungsmorgen!




Clara Müller-Jahnke (1860 - 1905)




 


29. März 2013

manchmal kommt es anders ...
und alle reden übers Wetter, ich mittlerweile auch ...

gestern nachmittag ist mir während des Dekorierens ein altes, handbemaltes Osterei auf den Fliesenboden gefallen und zu meinem großen Bedauern zerbrochen

weil ich ja immer nur schlecht etwas wegwerfen kann, habe ich das größere Stück, was einigermaßen heil geblieben ist, aufgehoben und kurzerhand zum Rosenblüten-Väschen umfunktioniert ... wahrscheinlich sollte das so sein ;-)











"Aber hier, wie überhaupt,
kommt es anders als man glaubt."


Wilhelm Busch
(1832 - 1908)









 




edit.: der Spruch von Wilhelm Busch ist weise, für wahr, und er passt heute morgen so was von gut ... ich schaue aus dem Fenster ... und draußen? leise rieselt der Schnee! habe ich mir gerade gestern doch erst gewünscht, dass die letzten eisigen Tage, die hinter uns liegen, ein allerletztes Aufbegehren des Winters gewesen sei ... ach, und das blaue Band, welches normalerweise um diese Zeit schon heftig durch die Lüfte flattert, kann ich nicht erkennen ... momentan sehe ich nur Weiß ... Schneeweiß ...

28. März 2013

"Der Lauf der Dinge lehrt uns allenthalben Zuversicht."
Ralph Waldo Emerson (1803 - 1882)



 


Alles verändert sich in dieser Welt,
aber Blüten öffnen sich jeden Frühling,
ganz wie immer.


aus Japan

26. März 2013

und lächle, wenn ich dir morgen die welken Rosen zeige








In meiner Erinnrung erblühen

Die Bilder, die längst verwittert –
Was ist in deiner Stimme,
Das mich so tief erschüttert?

Sag nicht, daß du mich liebst!
Ich weiß, das Schönste auf Erden,
Der Frühling und die Liebe,
Es muß zuschanden werden.

Sag nicht, daß du mich liebst!
Und küsse nur und schweige,
Und lächle, wenn ich dir morgen
Die welken Rosen zeige.


Heinrich Heine (1797 - 1856)






23. März 2013

Earth Hour 2013






















 







> heute abend <
20.30 - 21.30 Uhr

Infos dazu gibt es hier







"Nur die Gegensätze lehren einen die Welt kennen: Wer nicht ums Dunkel weiß, kann das Licht nicht erkennen."

aus Japan

22. März 2013




花を飲み
待つらん人に
山里の
雪まの草の
春を見せばや











dem der nur die Kirschblüte
sehnlichst erwartet, wie
gern zeigte ich ihm
im schneebedeckten Gras des Bergdorfs
den Frühling




Tanka
des japanischen Dichters
Fujiwara no Ietaka
(1158 – 1237)




 

21. März 2013




 


"Will dir den Frühling zeigen,
der hundert Wunder hat ..."



Rainer Maria Rilke

18. März 2013

erinnern möchte ich heute
an den 200. Geburtstag
von Friedrich Hebbel

deutscher Dramatiker und Lyriker
18. März 1813 - 13. Dezember 1863





"Diejenigen Berge, über die man im Leben am schwersten hinwegkommt, häufen sich immer aus Sandkörnchen auf."





Holzstich, um 1860




Ringt um des Jubels Krone!
Die Sonne ruft zum Strauß

Vom blauen Himmelsraume,
Auch schaut aus jedem Baume
Der Frühling schon heraus.


Ringt um des Jubels Krone!
Das Veilchen ist schon da
Und sendet seine Düfte
Verschwendrisch in die Lüfte
Und würzt sie fern und nah'.


Ringt um des Jubels Krone!
Die Lerche trinkt den Hauch
Und schmettert ihre Lieder
In frohem Dank hernieder
Und weckt den Menschen auch.

aus dem Gedicht "Frühlingslied" von F. Hebbel






 
"Man sollte immer denken: Gestern war es nichts und morgen ist's vorbei; dann würde man sich den Augenblick nie verkümmern lassen."





 



Wir träumten von einander
Und sind davon erwacht,
Wir leben, um uns zu lieben,
Und sinken zurück in die Nacht.

Du tratst aus meinem Traume,

Aus deinem trat ich hervor,
Wir sterben, wenn sich Eines
Im Andern ganz verlor.

Auf einer Lilie zittern

Zwei Tropfen, rein und rund,
Zerfließen in Eins und rollen
Hinab in des Kelches Grund.

Gedicht "Ich und Du" von F. Hebbel



ausführliche Angaben über Leben und Werke des Lyrikers finden sich unter anderem hier


17. März 2013






" ... O nahe mir wie Frühlingsrauschen,
vor dem des Eises Rinde springt,
und laß mich deinen Märchen lauschen,
bis froh mein Herz davon erklingt ..."

aus einem Gedicht
von Betty Paoli
(1814 - 1894)



Ranuculus asiaticus

16. März 2013

dort steht umhegt im reinlich glatten Raume
im Zauberschlaf der Rose blühend Bild ...




von Rosen rings geröthet und umwunden,
und selbst zuletzt zur reichen Blüth enthüllt?
nicht hat mein Herz den holden Traum erfunden,
er lebte schon, noch eh' er sich erfüllt








und wenn auch rings die zartgewebte Hülle
sich leise nur und schüchtern erst getrennt,
so kündet doch des Duftes reiche Fülle,
das helle Roth, wovon die Wang' ihr brennt









 und freier jetzt vom hellen Licht umwaltet,
und inniger durchströmt vom lauen Wehn,
läßt reicher stets und üppiger entfaltet
der volle Kelch die irren Tiefen sehn



aus
"Die bezauerte Rose"
(Dritter Gesang)
von Ernst Schulze
(1789 - 1817)






15. März 2013

es geht aus allem ... eine streichelnde Weichheit






" ... es geht ein Licht vom Himmel wie Rosenmilch. Geht durch die leeren Bäume über den Schnee ...

... der Schnee knistert fiebernd wie Seide. Seiden die Luft, goldweiß und goldrosig gestrählt ... Opalfarben schweben über den Schnee, kaum hörbar, zart wie der Atem der Perlen ...

... aber über allem bricht rauschend das Licht im Duftguß aus weißem Kern. Steht in weißem Rosa und höher Gold, blasses Silbergold, und blüht entfaltet wie eine Blume ...
... es wird lebendig der Schnee. In blauglimmenden Schatten steigen Flammen und aus Kristallbrüchen Gase, blaue und rosige weiten die Luft. Mit ihnen summende violette Dämpfe ... saugen sich im Baumgeäst hoch. Die kahlen Bäume stehen in der Luft, wie die rosigen Adern auf durchsichtigen Blütenblättern ...

... es geht aus allem eine nadeldünne Kühle, eine streichelnde Weichheit, wie die Schiller auf kühlen Muschelschalen und Perlmutter ..."



aus dem Gedicht "Wintersonne"
von Max Dauthendey

13. März 2013

ein Wintermärchen ... mitten im Vorfrühling




"Ich wüßte gern,
ob der Schnee die Bäume und die Felder liebt,
wo er sie so zärtlich küßt."

Lewis Carroll
(1832 - 1898)






die Fotos habe ich heute morgen gegen 9.30 Uhr aufgenommen ... am Ende unserer Straße, keine zwei Minuten von mir entfernt ... dort beginnen die Felder unterhalb
des Kreuzberges


12. März 2013

sprich noch nicht vom Frühling, es ist zu früh!







Sprich noch nicht vom Frühling, es ist zu früh!
so lockend die Sonne vom Himmel blitzt,
so lockend alles glänzt und glitzt ...
sprich noch nicht vom Frühling, es ist zu früh!
Es werden Tage wieder kommen
bevor erblüht, wovon du träumst,
da alles wie vorher trostlos weh
in Regen sich begräbt und Schnee,
Tage voll Traurigkeit, Tage voll Müh ...
sprich noch nicht vom Frühling, es ist zu früh!

Und doch und dennoch: mit jubelndem Liede
grüße dies frohe befreiende Blau
über all dem farblosen Grau,
freu dich der flimmernden Mittagsstunden,
sonne das Herz dir zu keimender Kraft,
daß es dem müde machenden Winter
und seiner Enttäuschung sich wieder entrafft!

Nur warte, nur wart noch! es wird sich erfüllen,
es wird sich erfüllen, was du ersehnst:
Glutig auflodern wird es am Himmel,
über die Berge her wird es wehn
und wie donnernde Osterglocken
wird es durch die Lande gehn ...
nur warte, nur wart noch und hab Geduld!
So schön und so köstlich dies blitzende Blau
mit seinem süßen stillen Locken,
es kommen Tage noch und Wochen
farblos grau,
da alles wie vorher trostlos weh
in Regen sich begräbt und Schnee,
Tage voll Traurigkeit, Tage voll Müh ...
sprich noch nicht vom Frühling, es ist zu früh!



Gedicht "März"
von Cäsar Fleischlen
(1864 - 1920)



die Fotos habe ich heute morgen im Garten aufgenommen ...

11. März 2013

hab Sonne im Herzen


geschneit hat es bei uns zwar nicht, aber es ist ungemütlich kalt und grau draußen, und verwöhnt von den warmen, frühlingshaften Temperaturen der letzten Tage vermisse ich sie schon, die Sonne, die selbst zu dieser frühen Morgenstunde bereits vom wolkenlosen Himmel herabschien

dann kommt mir der Spruch in den Sinn, der in meinem alten Poesiealbum verewigt ist ... sicherlich kennt den jeder von Euch ?!





Hab Sonne im Herzen,
ob's stürmt oder schneit,
ob der Himmel voll Wolken,
die Erde voll Streit!
Hab Sonne im Herzen,
dann komme, was mag!
das leuchtet voll Licht dir
den dunkelsten Tag!






diese Zeilen sind übrigens nur der Anfang des Gedichtes von Cäsar Fleischlen (1864 - 1920), das ich erst kürzlich in vollständiger Form in einem Büchlein entdeckt habe; ich war überrascht, dass es noch mehr Verse beinhaltet als den, der einem aus Kindertagen in Erinnerung geblieben ist ... 




Hab ein Lied auf den Lippen,
mit fröhlichem Klang
und macht auch des Alltags
Gedränge dich bang!
Hab ein Lied auf den Lippen,
dann komme, was mag!
das hilft dir verwinden
den einsamsten Tag!


Hab ein Wort auch für andre
in Sorg und in Pein
und sag, was dich selber
so frohgemut läßt sein:
Hab ein Lied auf den Lippen,
verlier nie den Mut,
hab Sonne im Herzen,
und alles wird gut!










wünsche Euch eine gute Woche,
und egal, ob's stürmt oder schneit ...





die Pflanze trägt den Namen "Flammenden Käthchen",
die Blüten dieser Sorte sind gefüllt und sehen denen von Rosen sehr ähnlich;
auf den Fotos wirken sie überdimensional groß,
weil ich mit der Kamera so nahe dran war

8. März 2013

Glücksbringer am Himmel ... und im Haus





ja, das Herz in meiner Brust
ist dem Kranich gleich geartet,
und ihm ist das Land bewußt,
wo mein Frühling mich erwartet ...


aus einem Gedicht
von Nikolaus Lenau
(1802 - 1850)








endlich ... seit Beginn dieser Woche kehren die Kraniche, "die Vögel des Glücks", aus ihren Überwinterungsgebieten zurück

und da dies ja meist nicht gerade lautlos vonstattengeht, wandern meine Blicke jedesmal erwartungsvoll zum Himmel, sobald ich ihr Geschnatter vernehme, das für mich einer Verkündung des lang ersehnten Jahreszeitenwechsels gleich kommt

alljährlich ist dies ein Spektakel der besonderen Art, welches ich mir nicht entgehen lasse, weil ich währenddessen auch das Neugeborenwerden der Natur vor Augen habe 




als ich gestern nachmittag dann über diese Zugvögel ein wenig nachgelesen habe, erinnerte ich mich an die Kraniche, die ich vor einigen Jahren aus Origami-Papier gefaltet und als "Glücksbringer" verschenkt habe; spontan versuchte ich mich an einem Exemplar, doch es gelang mir nicht, weil ich nämlich vergessen hatte, wie es funktioniert


also suchte ich nach einer verständlichen Anleitung, fand eine solche und machte mich auch gleich ans Werk (wenn Ihr es probieren wollt, dann empfehle ich Euch diese Seite); ich muss gestehen, es bedurfte doch mehrerer Anläufe, bis die ersten Vögel vor mir lagen 








mittlerweile hocken sie (damit sie beispielsweise zwischen den Blumen im Topf besser halten, vorher auf Schachlikspieße stecken) und hängen an durchsichtiger Anglerschnur befestigt überall verteilt im Haus herum, und wenn ich sie mir betrachte, frage ich mich, ob sie wohl ihrem Namen alle Ehre machen und auch mir ein bißchen Glück ins Haus bringen werden ?!








"Mancher rennt dem Glück nach und weiß nicht,
dass er es zu Hause hat."



Adolf Kolping
(1813 - 1865)






3. März 2013

Sonntags-Rosen-Gruß für Euch








"Ein Sonntag im Herzen ist schöner
als zwanzig auf einer Landpartie."


Peter Sirius
(1859 - 1913)








2. März 2013

die März-Sonne scheint

und schon lässt sie einen die kalten und grauen Tage der letzten Februarwoche vergessen ... ach März, wie sehr habe ich Dich herbeigesehnt *seufz*

nachdem gestern der meteorologische Frühling begonnen hat, macht dieser heute sodann seinem Namen alle Ehre ... wolkenloser, blauer Himmel und wärmende Sonne ... das weckt gleich erste Frühlingsgefühle und hilft beim langsamen Wachwerden nach dem langen Winter"schlaf"

im Garten gedeiht es, wohin ich auch schaue ... das Grün des Rasens, der vor ein einigen Tagen noch vom Schnee bedeckt war, wirkt ganz frisch, die bunten Krokusse, zarten Schneeglöckchen und stolzen Christrosen haben ihre Blüten weit geöffnet ... Rosen und Bäume sprießen ... herrlich, so könnte es nun eigentlich weitergehen, weil es Geist, Leib und Seele einfach nur gut tut


und wie geht es Euch so, seid auch Ihr schon "erwacht"? apropos, ich habe heute mittag gleich mal mit großer Euphorie zwei große Fenster geputzt, weil ich den Schmutz daran nicht mehr ertragen konnte ... ja, auch das nenne ich "... des nahen Lenzes erste Werdespur ..." ;-)




mein Blick streift die knospenden Äste
unseres Kirschbaumes im Garten,
bevor er im wolkenlosen Himmelblau versinkt ...






Jetzt zieht ein süßes, banges Wonneahnen
heimlich erschauernd über die Natur,
ein unbewußtes traulich-leises Mahnen
des nahen Lenzes erste Werdespur ...


aus dem Gedicht "März"
von Hermann Löns
(1866 - 1914)