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12. Mai 2013









So gern hätt ich ein schönes Lied gemacht
von deiner Liebe, deiner treuen Weise;
die Gabe, die für andre immer wacht,
hätt ich so gern geweckt zu deinem Preise.

Doch wie ich auch gesonnen mehr und mehr,
und wie ich auch die Reime mochte stellen,
des Herzens Fluten wallten darüber her,
zerstörten mir des Liedes zarte Wellen. 








So nimm die einfach schlichte Gabe hin,
von einfach ungeschmücktem Wort getragen,
und meine ganze Seele nimm darin:
Wo man am meisten fühlt,
weiß man nicht viel zu sagen.

Nun ist der liebe Mai im Land,
mit Blumen zog er ein,
und diese Blumen, die ich fand,
bring' ich dir, Mütterlein!
Das Blümchen braucht den Sonnenschein,
sonst geht es bald zugrund',
und ich, ich brauch' mein Mütterlein:
Gott halte dich gesund!










So wie das Blümlein dankbar ist
für jeden Sonnenstrahl,
so dankt dir für die Lieb' dein Kind:
Gott lohn' dir's tausendmal!


Gedicht "An meine Mutter" von Annette von Droste-Hülshoff 


Kommentare:

  1. Hallo,meine Liebe
    besser und schöner kann man Mutterliebe nicht ausdrücken..Du hast mein Herz berührt..GGLG Gisy


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  2. Wunderschön dieser Beitrag zum Muttertag liebe Rosabella.

    Liebe Sonntaggrüße
    Angelika

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  3. Grüße auch an dich! So lieb sind die Fotos und das Gedicht.

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  4. Es ist wunderschön dieses Gedicht liebe Rosabella und mit deinen Fotos wieder so passend präsentiert.
    Liebe Grüsse
    Ida

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  5. Ein wunderschöner Post, wie immer und so schöne Fotos zu den Worten :-)

    Liebste Grüße zu dir :-)

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  6. Vielen Dank für diesen tollen Beitrag!

    LG
    Chris

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  7. Wie schön diese Worte zum Muttertag....man merkt erst so richtig was eine Mutter war, wenn sie fehlt....
    Mit lieben Gedanken herzlich Monika

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O mag ein Engel Dir die Schrift diktieren,
daß jedes Wort mir Wonne sei und Lust,
ein Engel Deine Feder führen,
ein Zauber drinnen leben unbewußt!
Damit, wenn ich das Siegel löse,
das Glück sich ungetrübt daraus ergießt,
und keine Wolke, keine böse,
mein Geist von Deinem Geiste liest.

Friederike Kempner (1836 - 1901)