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15. März 2013

es geht aus allem ... eine streichelnde Weichheit






" ... es geht ein Licht vom Himmel wie Rosenmilch. Geht durch die leeren Bäume über den Schnee ...

... der Schnee knistert fiebernd wie Seide. Seiden die Luft, goldweiß und goldrosig gestrählt ... Opalfarben schweben über den Schnee, kaum hörbar, zart wie der Atem der Perlen ...

... aber über allem bricht rauschend das Licht im Duftguß aus weißem Kern. Steht in weißem Rosa und höher Gold, blasses Silbergold, und blüht entfaltet wie eine Blume ...
... es wird lebendig der Schnee. In blauglimmenden Schatten steigen Flammen und aus Kristallbrüchen Gase, blaue und rosige weiten die Luft. Mit ihnen summende violette Dämpfe ... saugen sich im Baumgeäst hoch. Die kahlen Bäume stehen in der Luft, wie die rosigen Adern auf durchsichtigen Blütenblättern ...

... es geht aus allem eine nadeldünne Kühle, eine streichelnde Weichheit, wie die Schiller auf kühlen Muschelschalen und Perlmutter ..."



aus dem Gedicht "Wintersonne"
von Max Dauthendey

Kommentare:

  1. So ein wunderschönes Gedicht, ich sehe die Farben vor mir.
    Goldrosig................

    LG
    Chris

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  2. Ach ich schliesse mich da nur an einfach traumhaft meine Liebe. Ich wünsche dir einen zauberhaften Tag herzlich Monika

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  3. Jetzt kann ich ganz entspannt ins Wochenende gehen... ;))
    Ein wunderschönes Bild.
    LG. Mimi

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  4. ein Post in dem ich wieder Ruhe und Kraft tanken kann..lieben Dank dafür..GLG Gisy

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O mag ein Engel Dir die Schrift diktieren,
daß jedes Wort mir Wonne sei und Lust,
ein Engel Deine Feder führen,
ein Zauber drinnen leben unbewußt!
Damit, wenn ich das Siegel löse,
das Glück sich ungetrübt daraus ergießt,
und keine Wolke, keine böse,
mein Geist von Deinem Geiste liest.

Friederike Kempner (1836 - 1901)