30. November 2012

Lärchenzapfen sind mir seeeeeeehr symphatisch ;-)

und zwar nicht nur, weil sie mir bei windigem Herbstwetter während des Waldspazierganges ästeweise direkt vor die Füße fallen, und ich mich nur zu bücken brauche, um sie aufzuheben, sondern weil sie - nachdem sie sich beim Trocknen auf der Heizung fast gänzlich geöffnet haben - kleinen, aufgeblühten Rosenblüten sehr ähnlich sehen

daher vergeht kein Jahr, in dem ich sie nicht sammle, um sie auf verschiedenste Art dekorieren und mich immer wieder aufs Neue an ihrem wunderbaren Anblick erfreuen zu können







"Achte auf das Kleine in der Welt,
das macht das Leben reicher und zufriedener."

Carl Hilty
(1831 - 1909)


28. November 2012

drum pflück ich, o Rose, vom Stamme dich ab



"Mary Rose"
(auch sie gehört zu den November-Rosen in meinem Garten ...)




Letzte Rose, wie magst du
so einsam hier blühn?
Deine freundlichen Schwestern
sind längst schon dahin.
Keine Blüte haucht Balsam
mit labendem Duft,
keine Blätter mehr flattern
in stürmischer Luft.
Warum blühst du so traurig
im Garten allein?
Sollst im Tod mit den Schwestern vereinigt sein ...









  aus der Oper "Martha"
von Friedrich von Flotow
(1812 - 1883)






edit.: wer das Rosenmädchen anklickt, kann sich das Lied anhören; es handelt sich dabei um eine Live-Aufnahme aus dem Jahre 1957; gesungen hat es seinerzeit die australische Sopranistin June Bronhill während einer Opernaufführung

23. November 2012




 



Es lockte schöne Wärme,
mich an das Licht zu wagen;
da brannten wilde Gluten,
das muß ich ewig klagen.
Ich konnte lange blühen
in milden heitern Tagen;
nun muß ich frühe welken,

dem Leben schon entsagen ...


aus einem Gedicht
von Friedrich Schlegel

(1772 - 1829)

22. November 2012




 



 
"Der Herbst,
der der Erde die Blätter wieder zuzählt,
die sie dem Sommer geliehen hat."

Georg Christoph Lichtenberg
(1742 - 1799) 


 


20. November 2012

Rosen auf den Weg gestreut


bevor mir der Wind die gerade auf den Boden gefallenen Rosenblätter gänzlich verweht, sammle ich sie manchmal auf - vor allem, wenn sie noch so wunderbar frisch und unversehrt aussehen wie diese hier von einer Blüte meiner Duftrose 'Brigitte Bardot'® im Vorgarten - und lege sie behutsam in eine Schale, damit ich mich einige weitere Tage an ihnen erfreuen kann, bevor sie verwelken und zu trocknen beginnen ...
 





"... doch Rosen: oder ist ihr Duft,
der, wie des Engels Hauch, die Luft
durchwürzt ..."

aus einem Gedicht
von Gottlieb Konrad Pfeffel
(1736 - 1809)








"Vorgestern Hoffnungen,
in Knospen eingeschlossen;
und gestern Blütenfüll',
in Duft und Glanz ergossen;
am Boden liegen welk
die Rosenblätter heut:
das ist dein Glück, o Welt,
und was ein Herz erfreut!"


aus einem Gedicht
von Friedrich Rückert
(1788 - 1866)








"Rosen auf den Weg gestreut
und des Harms vergessen!
Eine kleine Spanne Zeit
ward uns zugemessen."


aus einem Gedicht
von Ludwig Christoph Heinrich Hölty
(1748 - 1776)







"Rosenzeit!
Wie schnell vorbei,
wie schnell vorbei
bist du doch gegangen!"



aus einem Gedicht
von Eduard Mörike
(1804 - 1875)

18. November 2012

in die Tage, die immer voller und voller sich schließen



 Westerland ®
(sie gehört zu den November-Rosen in meinem Garten ...)



welche Himmel spiegeln sich drinnen
in dem Binnensee
dieser offenen Rosen,
dieser sorglosen, sieh:





wie sie lose im Losen

liegen, als könnte nie
eine zitternde Hand sie verschütten





sie können sich selber kaum

halten; viele ließen
sich überfüllen und fließen
über von Innenraum
in die Tage, die immer
voller und voller sich schließen ...



aus einem Gedicht von Rainer Maria Rilke (1875 - 1926)

14. November 2012

groß wie Herzraum


 
alle Schalen sind gefüllt; sie liegen
in sich selber, jede hundert Male, -
wie von Talen angefüllte Tale
liegen sie in sich und überwiegen ...







Rosenraum, geboren in den Rosen,

in den Rosen heimlich auferzogen,
und aus offnen Rosen zugegeben
groß wie Herzraum: dass wir auch nach draußen
fühlen dürfen in dem Raum der Rosen ...


aus einem Gedicht
von Rainer Maria Rilke


8. November 2012

eine bezaubernde Schönheit ...

als ich die Kletterrose vor einigen Jahren in den Garten pflanzte, hatte ich lediglich die Information, dass es sich bei ihr um eine besonders robuste Sorte handele

das hat sich bestätigt: selbst jetzt, während dieser Jahreszeit, bildet sie immer weiter neue Knospen aus, und sie übersteht den Herbst bisher unbeschadet, trotz zum Teil widriger Wetterumstände, die an manchen Tagen herrschen

wenn man ihre anmutigen, fast zerbrechlich wirkenden Blüten anschaut, kann man sich nur schwer vorstellen, dass diese bis in den Winter hinein blühen oder?



 

diese beliebte Rosensorte wächst und gedeiht sicherlich auch bei einigen von Euch im Garten ... mögt Ihr sie auch so gerne? 

ich jedenfalls kann mich dem Zauber ihrer Schönheit und ihres Duftes, der ein klein wenig an Äpfel erinnert, nicht entziehen, deshalb schneide ich mir ab und zu eine Blüte für die Vase ab, damit ich sie stets in Reich- und Riechweite habe ;-)

 




Die volle Rose glüht so rein
in sich beschlossen.
In Duft ist ihr Gemüt, 
in Licht ihr Geist gegossen ...

 
aus einem Gedicht von Friedrich Rückert (1788 - 1866)

4. November 2012

leuchte nur, Laterne, was kann schöner sein?

beim Aufräumen habe ich das alte Glas einer Jugendstil-Lampe wiedergefunden, das seit vielen Jahren im Keller vergessen in einem Schrank zwischen ausrangiertem Porzellan stand (leider habe ich nie eine neue, passende Fassung finden können), aber die hübsche Form des Glases mit den wunderbaren Rosen-Motiven gefällt mir immer noch gut, dass ich nun überlegte, ob ich es vielleicht anderweitig verwenden könnte







eine Lösung war schnell gefunden, denn ich sah vorgestern einige Kinder, die mittags mit ihren in der Schule gebastelten Laternen für den Martinsumzug an unserem Haus vorbeigingen ... das hat mich inspiriert, und ich hatte eine Idee, die ich auch direkt umsetzen konnte:

aus festem Draht bog ich einen passenden Haltering für den Glashals, daran befestigte ich an zwei Stellen einen perlenverzierten, dünneren Draht, den ich oben zu einer Schlaufe zusammenzog; einen Haken zum Aufängen und einen (millimetergenau!) passenden Teelichthalter, den ich nur noch hineinhängen musste, hatte ich auch noch ... fertig :-)











sie "schwebt" jetzt an einem Holzbalken der Veranda, so habe ich sie stets im Blick, wenn ich in der Küche bin und nach draußen schaue *freu*
 

 


seht mal, welch wunderbares Licht sie in die Dunkelheit strahlt ... so schön, und das mit nur einem einzigen Teelicht, ich bin ganz begeistert ...
 






Leuchtet die Laterne
in die Nacht hinein,
können Mond und Sterne
auch nicht schöner sein.

Leuchtet die Laterne,
bin ich nicht allein,
geh mit ihr so gerne
in die Nacht hinein.

Leuchte nur, Laterne,
denn dein heller Schein,
leuchtet in die Ferne
und lädt alle ein.

Leuchte nur, Laterne,
was kann schöner sein?
Zieht mit der Laterne
in die Nacht hinein.



(Text eines alten Martinsliedes, Verfasser unbekannt)



3. November 2012

es werden wohl die letzten sein ...








"... so regnet es sich langsam ein und immer kürzer wird der Tag und immer seltener der Sonnenschein ... 

ich sah am Waldrand gestern ein paar Rosen stehn ... gib mir die Hand und komm ... wir wollen sie uns pflücken gehn ... es werden wohl die letzten sein ..."


Cäsar Flaischlen (1864 - 1920)





... und während ich diese Bilder aufnahm, fiel eine der gerade noch vor wenigen Augen-Blicken fotografierten Blüten zu Boden




"Der Gedanke an die Vergänglichkeit
aller irdischen Dinge

ist ein Quell unendlichen Leids –
und ein Quell unendlichen Trostes."


Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach
(1830 - 1916)




1. November 2012

zärtlich weiße Chrysanthemen







Zärtlich weiße Chrysanthemen
welche Licht und Dunkel nehmen
wie ein seidnes Kleid in warmen
Armen eines roten Sessels,
scheinen Wunder zu bedeuten:
ihre feinen Blütenblätter, die sich schämen,
zähmen silbernes Gelächters Läuten,
schauen schüchtern nach der dunklen Mitte:
ihr Geschlossensein ist eine Bitte
gegen Blicke, welche hastig nehmen;
aber solchen, die mit einem bangem Zagen
diese silberlichten Mädchen fragen,
sind sie wie geliebte Augen offen:
fern in ihnen weiße Seelen schimmern
wie der Mövenflügel weiches Flimmern,
die ein Sonnenstrahl im Flug getroffen.
 
 Siegfried Kawerau (1886 - 1936)