30. September 2012

Erntedank








" ... der Baum, nur spärlich noch belaubt,
wirft statt der Blüten Früchte nieder
und schüttelt lächelnd noch das Haupt, 
singt man für ihn auch Erntelieder ..."


 aus einem Gedicht von Louise Otto (1819 – 1895)

28. September 2012








Sprechen wir nicht von dir.
Du bist deiner Natur nach unaussprechlich.
Andere Blumen schmücken die Tafel,
du verklärst sie.
Man stellt dich in eine Vase
und schon wandelt sich alles:
es ist vielleicht die gleiche Vase Melodie,
aber gesungen von einem Engel.



Gedicht "Die unschuldige Rose"
von Rainer Maria Rilke
(1875 - 1926)



26. September 2012

holde Blume, sei gegrüßt ;-)

sie ist also nun die Dritte im Bunde der aus Filtertütenpapier gestalteten Rosen, und der Vollständigkeit halber zeige ich sie jetzt auch noch ... dann ist aber genug, möchte Euch ja nicht langweilen :-)




~ Rosenblüte aus Filtertütenpapier ~
handmade by Rosabella


diese Blüte ist wieder anders als ihre beiden Vorgängerinnen, die Blattränder habe ich beispielsweise nach dem Trocknen wesentlich stärker eingerollt; außerdem wirkt sie üppiger, weil ich mehr Papier für sie verwendet habe




auch sie ist nur mit Wasserfarben angepinselt, in diesem Falle mit Gelb, Orange und Rot   





nun wurde ich schon bei der ersten Rose, als ich sie vorstellte, gefragt, ob ich nicht auch ein Tutorial darüber anbieten könnte; ich weiß es noch nicht, und wenn überhaupt, dann werde ich das Fräulein Tochter einmal bitten, zu filmen, während ich eine Blüte gestalte; Fotos während der einzelnen Arbeitsvorgänge aufzunehmen und entsprechende Textbeschreibungen zu formulieren ist nämlich immer recht müßig; daher mein Angebot: wer es selber ausprobieren möchte und noch Fragen hat, kann mir gerne schreiben, ich werde dann versuchen, weiterzuhelfen















Rose, Königin der Blumen,
du, der Götter und der Menschen Liebling,
Kunstbild alles Schönen
und der Weisheit und der Anmuth
und der Unschuld, Lieb' und Eintracht,
holde Blume, sei gegrüßt!




Johann Gottfried Herder (1744 - 1803)

25. September 2012

eine Leidenschaft ist neu entfacht ;-)




  

weil's gestern so schön war,
habe ich es eben wieder getan ...
nun "blüht" bereits die zweite ;-)





~ Rosenblüte aus Filtertütenpapier ~
handmade by Rosabella
 



diese habe ich nicht noch zusätzlich mit kaltem Kaffee, sondern lediglich mit Wasserfarbe in Dunkelrot und Violett angepinselt






mir scheint, meine Leidenschaft,
Rosenblüten aus Papier zu gestalten,
ist neu entfacht ... :-)








"Leidenschaft ist immer siegreich."
 

Theodor Fontane
(1819 - 1898)

24. September 2012

die Rose aus der Filtertüte ;-)

seit langem schon bin ich auf der Suche nach weißen Kaffee-Filtertüten ohne Struktur, bisher aber erfolglos; heute morgen nun entdeckte ich zufällig welche in einem Drogeriemarkt, und weil ich mir gleich eine Packung mitgenommen habe, kam ich eben nicht umhin, es prompt mal auszuprobieren ... nämlich das hier :-)







hatte irgendwann gelesen, dass sich dieses Papier besonders gut dafür eignen würde, und wenn ich sie mir nun näher betrachte, kann ich das durchaus bestätigen







sie wirkt doch sehr naturgetreu, die gerade fertig gewordene Rosenblüte, abschließend mit hautfarbener Wasserfarbe und kaltem Kaffee angepinselt








also dann, werde ich gleich morgen früh wohl noch ein paar Packungen besorgen müssen, bin ich doch mit ihr wieder auf den "Geschmack" gekommen ... vive la rose :-)))








~ Rosenblüte aus Filtertütenpapier ~
handmade by Rosabella 

 





Hast du denn ganz die Rosen
ausempfunden vergangenen Sommer?
Fühle, überlege:
das Ausgeruhte reiner Morgenstunden,

den leichten Gang in spinnverwebte Wege? 
Stürz in dich nieder, rüttele, errege 
die liebe Lust: sie ist in dich verschwunden. 

Und wenn du einst gewahrst,
das dir entgangen, 

sei froh, es ganz von vorne anzufangen ... 


Rainer Maria Rilke (1875 - 1926)

23. September 2012







Das Leben ist ein Glück.
Wie tut das Atmen gut.
Wie schlägt mein Herz getrost,
wie ruhig rollt mein Blut.

In meinen Augen wohnt
die Welt, ein Blumenstrauß ...




aus einem Gedicht von Otto Julius Bierbaum (1865 - 1910)

21. September 2012

"doch bald ... füllt der Herbst mit Farben aus"
(Otto Julius Bierbaum)







Jedem leisen Verfärben
lausch' ich mit stillem Bemühn,
jedem Wachsen und Sterben,
jedem Welken und Blühn.







Selig lern' ich es spüren, 
wie die Schöpfung entlang
Geist und Welt sich berühren
zu harmonischem Klang.






Was da webet im Ringe, 
was da blüht auf der Flur, 
Sinnbild ewiger Dinge
ist's dem Schauenden nur. 






Jede sprossende Pflanze, 
die mit Düften sich füllt, 
trägt im Kelche das ganze
 Weltgeheimnis verhüllt. 


aus einem Gedicht
von Emanuel Geibel
(1852–1815)


 






Ihr Lieben, ich wünsche Euch einen wunderbaren Herbst, der ja am morgigen Tage nun auch astronomisch beginnt; diese Jahreszeit ist mir von allen die liebste, obwohl mir schon bewußt ist, dass dann auch die Rosenblüte leider zur Neige geht; dennoch, ich freue mich auf das, was die Natur während des Überganges zum Winter für uns bereithält; außerdem bin ich nicht der typische Sommermensch, die warmen Temperaturen machen mir stets zu schaffen, und so genieße ich vor allem die momentan herrschenden,  schon meist kühlen und nebeldurchtränkten Tagesanbrüche, bei denen für mich ein tiefes Durchatmen gleich kommt wie ein Glas Sekt zu trinken ;-) übrigens, die Brombeeren habe ich mir gestern auch noch vom Spaziergang mitgebracht, habe sie einfach ins Glas zu den Artischocken gestellt ... ich finde, sie harmonieren gut

 
apropos Glas, jetzt muss ich Euch noch unbedingt mein "Küchen-Glück" zeigen, welches ich letztlich in einem Karton mit alten, ziemlich schmuddeligen Einmachgläsern aufgespürt habe




eines mit diesem Aufdruck fehlte mir noch in meiner Sammlung, und die Freude über diesen unverhofften Fund war um so größer, als der Mann vom Flohmarktstand meinte, er schenke es mir, weil es so schmutzig sei *freu*




lauschen wir, so gut es geht, dem leisen Verfärben und entdecken dabei die vielen kleinen Wunder in der Natur, die uns jeden Tag umgeben ... in diesem Sinne, gehabt Euch wohl und bis bald




"O Herbst, was ist lieblicher,
als deine Schritte im Tal?
Was ist herrlicher,
als dein Wandel auf den Hügeln?"

Wilhelm Raabe
(1831 - 1910)

20. September 2012

einfach schön

habe mir heute morgen einige Äste von meinem Spaziergang mitgebracht, darunter auch einen vom Wildrosenstrauch, der momentan kräftig rote Hagebutten trägt; mittlerweile ziert er einen schlichten Kerzenständer aus Glas, den ich kurzerhand als Vase umfunktioniert habe ... einfach schön, finde ich das  ...









"Das wirklich Schöne
muß gerade in den Augen aller
als solches erscheinen:
Schönheit besteht in Harmonie,
die immer eng mit Schlichtheit verbunden ist."


Giacomo Girolamo Casanova
(1725 - 1798)









... und nun das Ganze mal ohne den von mir geschaffenen Hintergrund für die Fotos ... ein Blick hinter die Kulisse sozusagen und quasi "ungeschönt" ;-)





edit.: ähm, im übrigen haben wir keine schiefen Wände, auch wenn das jetzt so aussehen mag *räusper* ... liegt wohl daran, dass ich von rechts fotografiert und nicht direkt vor dem "Objekt meiner Begierde" gestanden habe ... so was aber auch ...  ;-)))

18. September 2012





"Ich fragte: 'Wie lang währt das Leben der Rose?'
Die Knospe vernahm es und lächelte nur."

Mîr Taqî Mir (1724 - 1810)

15. September 2012

durch die Blume gesagt ;-)

Ihr Lieben, immer noch schreibtechnisch blockiert, fühle ich mich momentan, so wie sich ein Murmeltier im Winterschlaf fühlen muss ;-) wenigstens fotografiere ich ab und zu zwischendurch, das tut mir gut, und meine Kreativität geht damit nicht gänzlich verloren ... und weil ein Foto manchmal mehr als 1000 Worte sagt, höre ich jetzt auch schon wieder auf, diesen Platz mit Nichtssagendem zu füllen, sondern nutze ihn sodann mal wieder für etwas "Blumiges" und hoffe, Euch damit nicht zu sehr zu langweilen ... wünsche allen ein wunderbares Wochenende

 

 




"Rühre an das Leere in deinem Leben,
und dort werden Blumen blühen."


aus dem Zen-Buddhismus







sieht sie nicht aus wie eine Rose?




edit.: Ihr Lieben, das sind keine Rosen, sie sehen ihnen aber sehr ähnlich, das stimmt ... es handelt sich um die Eustoma grandiflorum (Lisianthus russelianus), auch Tulpenrose, Japanrose, Prärieglockenblume, Tulpenenzian bzw. Prärieenzian genannt

11. September 2012

*seufz*




Wie beneidenswert
werden Ahornblätter schön,
eh' sie untergehn!

Haiku von Kagami Shikō
japanischer buddhistischer Mönch und Haiku-Dichter
(1664 - 1731)

10. September 2012

Wer nahm das Rosa an?











Wer nahm das Rosa an? Wer wußte auch,
daß es sich sammelte in diesen Dolden?
Wie Dinge unter Gold, die sich entgolden,
entröten sie sich sanft, wie im Gebrauch.








Daß sie für solches Rosa nichts verlangen.

Bleibt es für sie und lächelt aus der Luft?
Sind Engel da, es zärtlich zu empfangen,
wenn es vergeht, großmütig wie ein Duft?




 

Oder vielleicht auch geben sie es preis,

damit es nie erführe vom Verblühn.
Doch unter diesem Rosa hat ein Grün
gehorcht, das jetzt verwelkt und alles weiß.


Gedicht "Rosa Hortensie" von Rainer Maria Rilke (1875 - 1926)


 



9. September 2012








"Schönheit ist empfundener Rhythmus. Rhythmus der Wellen, durch die uns alles von außen vermittelt wird. Oder auch: Schön ist eigentlich alles, was man mit Liebe betrachtet. Je mehr jemand die Welt liebt, desto schöner wird er sie finden."

Christian Morgenstern (1871 - 1914)




5. September 2012






"Alle Dinge sind dazu da,
damit sie uns Bilder werden
in irgendeinem Sinne."


Rainer Maria Rilke  (1875 - 1926)

3. September 2012






"Wenn sie blüht,
ist jede Blume schön."

Richard Rothe
(1799 - 1867)



2. September 2012

das Wort zum Sonntag ;-)












"Das Gefühl des Daseins an sich,
frei von jeder anderen Empfindung,
ist ein köstlicher Genuss
der Zufriedenheit und Ruhe."


Jean-Jacques Rousseau
(1712 - 1778)










1. September 2012

jene Tage, die man festhalten möchte







" ... aber es gibt einen Anfang des Herbstes, den spürt man in der Luft; es hat da so einen kleinen Ruck gegeben – ›knack‹ hat es in der Natur gemacht, und nun ist auf einmal kein Sommer mehr, nun ist da etwas Neues.

Die Luft steht still.

Die Bäume stehen still und rühren sich nicht in der milden, schon eine Spur herben Sonne. Sie warten. Alles wartet auf etwas. Die Schatten im Laub sind dunkler, die Schatten in den Mauerwinkeln, wo die Spatzen wohnen, sind schwärzer, das Licht goldener, die Luft blauer, härter, klarer. Es beginnen die Spätsommertage, jene Tage, die man festhalten möchte, und bei denen man nicht genau weiß, wo der Sommer aufhört und der Herbst beginnt ..."



aus einem Text von Kurt Tucholsky (1890 – 1935)






hier hat es gestern ab mittags heftig geregnet, dabei sind die Temperaturen entsprechend gesunken, und als ich am Nachmittag für längere Zeit auf der Veranda stand, hatte ich einen Moment lang das Gefühl, diesen besagten "Ruck" ganz deutlich vernehmen zu können ...