29. Mai 2012

"der Rose süßer Duft genügt,
man braucht sie nicht zu brechen"

völlig neue Perspektiven eröffnen sich mir beim Fotografieren, wenn nicht ich die Rose zu mir nehme, um sie zu dekorieren und anschließend abzulichten, sondern wenn ich zur Rose gehe, um ... 


also gut, ich möchte gerne kurz an meinen gestrigen Post anknüpfen, in dem ich erzählte, wie ich mir überlegte, beispielsweise mit einem alten Notenheft einer sich am Strauch befindlichen Blüte einen Hintergrund zu geben, um sie dort an ihrem Platz besser ins rechte Licht zu rücken

gleich heute morgen habe ich das noch einmal versucht, dieses Mal mit meiner kleinen "Florence"




die Fotos lassen sich durch Anklicken vergrößern







in diesem Fall halte ich die Figur neben die Blüten und schaffe mir damit ein Motiv, wie ich es gerne haben möchte und wie es für mich schön aussieht




 



für solche Fotozwecke muss ich die Rose dann auch nicht abschneiden (wieso ich da vorher nicht darauf gekommen bin?) ... und sie kann in ihrer wunderbaren Schönheit am Strauch einfach weiterblühen










zugegeben, auf Dauer wurde auch die kleine "Florence" in meiner linken Hand ganz schön schwer, ich musste während der einzelnen Fotos kurze Päuschen einlegen, und somit dauerte der Vorgang des Fotografierens wesentlich länger als gewöhnlich, aber lohnenswert war es trotzdem, alleine schon für die Rosen, die dabei unversehrt geblieben sind 







Der Rose süßer Duft genügt,
man braucht sie nicht zu brechen -
und wer sich mit dem Duft begnügt,
den wird ihr Dorn nicht stechen !


Friedrich von Bodenstedt
(1819 - 1892)

 



übrigens merkte ich irgendwann, dass mich der Nachbar beobachtete, während ich im Garten fototechnisch aktiv war ... ich vergesse ja dann alles um mich herum, um mich völlig auf das Motiv zu konzentrieren ... also, ich möchte gar nicht wissen, was er sich gedacht hat ... sieht ja sicherlich nicht ganz unwitzig aus :-)

28. Mai 2012

"erste Rosen erwachen" ...
Impressionen aus dem Garten
und dazu ein kleiner Trick :-)


momentan fühle ich mich wirklich sehr wohl im Garten, in dem in den letzten beiden warmen Tagen so viele verschiedene Rosen aufgeblüht sind, dass es eine wahre Wonne ist, ihn zu durchschreiten; ich bestaune jede einzelne nach der anderen, vernehme ihre zarten Düfte und freue mich, dass ich auf diese Weise den Rosen-Monat Juni begrüßen darf ... schöner kann es doch gar nicht :-)
 



mein Verlangen, Rosen zu fotografieren, ist ja immer sehr groß *seufz*, und oft es ist so, dass ich ab und zu welche abschneide, um sie für kleine Fotoserien mit verschiedenen Details arrangieren zu können

ehrlich gesagt ist mir das zu diesem Zeitpunkt jedoch zu schade ... die allerersten Blüten, die dürfen so lange an ihren Sträuchern und Büschen verbleiben, bis sie verblühen

also muss eine andere Variante her, deshalb habe ich mir etwas ausgedacht:
ich nehme mir, wie in diesem Falle, ein altes Notenheft, gehe von Blüte zu Blüte, halte es jeweils hinter oder neben das "Objekt der Begierde" ;-) und kann es somit für die Fotos entsprechend zurechtbiegen bzw. -rücken, wie hier rechts zu sehen ... und das alles, ohne irgend etwas zu beschädigen


ich finde, hübsch sieht es allemale mit einem schönen Hintergrund aus, der das Motiv sogar noch ein wenig abrunden kann
(okay, ich muss zugeben, am Anfang war es gar nicht so einfach, mit einer Hand die Kamera zu halten und zu fotografieren und mit der anderen das Notenheft zu plazieren ... nach einigen Aufnahmen klappte es aber dann doch ganz gut) 




 
 

Ihr Lieben, die herrliche Rosenpracht möchte ich gerne mit Euch teilen, deshalb habe ich einige Blüten fotografiert (bin auch extra ganz nahe ran gegangen) ... ich hoffe, Ihr freut Euch ein wenig mit mir, das würde mich wiederum freuen



 



Erste Rosen erwachen,
und ihr Duften ist zag
wie ein leisleises Lachen;
flüchtig mit schwalbenflachen
Flügen streift es den Tag;
und wohin Du langst
da ist alles noch Angst.

Jeder Schimmer ist scheu,
und kein Klang ist noch zahm,
und die Nacht ist zu neu,
und die Schönheit ist Scham.

Gedicht "Erste Rosen"
von Rainer Maria Rilke
(1875 - 1926)





26. Mai 2012

manchmal kommt es anders ...
und Achtung: heute viele Fotos !

eigentlich wollte ich heute morgen nur ein paar Fotos von meiner Lieblingstischdecke aufnehmen, da ich sie gerade frisch gewaschen und zum Trocknen in den Garten gehängt hatte; in den nächsten Tagen wollte ich einen Post über sie schreiben und Euch darin von meinem Glück erzählen, wie ich zu diesem wunderbaren Leinentuch gekommen bin




ich wollte Euch berichten, wie sie in einem vollen Sack antiker Weißwäsche steckte, den ich für ein paar Euro auf dem Flohmarkt erwarb, ohne zu ahnen, dass dem so war (der Verkäufer meinte damals zu mir, der Sonderpreis gelte aber nur, wenn ich den kompletten Sack so wie er vor mir stünde ungesehen mitnähme; wie heißt es so schön? die Katze im Sack kaufen ... ich hab's getan und habe damit während meiner langjährigen Flohmarktzeit den absoluten Schatz schlechthin gefunden!)
 
sie ist ein Hauch von Tischdecke, einfach ein Traum, und ich bin heute noch so froh, dass ich mich seinerzeit auf den Deal eingelassen habe :-)

nun, dies jetzt aber nur am Rande, manchmal kommt es dann doch anders als geplant: das reinweiße, zart duftende Tischtuch wedelte sodann in der Sonne, und mir war, als ob der Wind mit ihm zu spielen schien, ja, er veranstaltete ein wahres Szenario, und ich konnte mich lange nicht von diesen Bildern lösen, stand einfach da und sah zu

irgendwann dachte ich, nutze ich doch die Gelegenheit, um meinen Pfingstrosenstrauß inmitten dieser wunderbaren Kulisse zu fotografieren, das habe ich dann auch getan und über 250 x auf den Auslöser gedrückt; ich war so fasziniert von dem sich ständig wechselnden Licht, von den Schatten-/Sonnen-Seiten, und immer wieder sah das Motiv, welches ich keinen Moment mehr aus den Augen lassen konnte, anders aus ... ich war wirklich begeistert, denn nicht ich gab bei diesem "Spiel" das Tempo an, sondern Wind und Sonne

und nun habe ich die Qual der Wahl, welche Fotos ich für meinen Post nehmen soll; ich kann mich nur schlecht entscheiden, aber es ist ja unmöglich, alle zu zeigen, das würde den Rahmen sprengen, und es ist auch unmöglich, nur zwei oder drei auszuwählen, deshalb verzeiht mir heute die Bilderflut, doch es geht nicht anders; ich bin mir aber sicher, dass es da draußen einigen genau wie mir gefallen wird, einfach nur zu schauen und sich zu erfreuen an dieser Herrlichkeit ... jetzt geht es los, ich hoffe, Ihr könnt's genießen 
















 

Ihr Lieben, mit diesen Impressionen verabschiede ich mich ins verlängerte Wochenende, jetzt erst einmal werde ich mich ein wenig ausruhen, weil wir fast den ganzen Tag die Veranda für die Sommer-Saison vorbereitet haben, das bedeutet immer viel Arbeit, aber es ist geschafft

ich hoffe, es geht allen gut und Ihr könnt das wunderbare Wetter genießen ... bis bald, meine Lieben, schöne Pfingsten wünsche ich Euch ... gehabt Euch wohl



24. Mai 2012

Wo ist zu diesem Innen ein Außen?


ein für wahr berauschender Anblick bot sich mir gestern abend, als das Fräulein Tochter nach Hause kam und mit diesem wundervollen Strauß im Arm vor mich trat, den sie mir von einer lieben Freundin überreichen sollte






sie hatte die Rosen kurz vorher in ihrem Garten für mich "geerntet" ... das hat mich ziemlich überwältigt, muss ich zugeben, und minutenlang konnte ich gar nichts sagen






stattdessen klebten meine Blicke an jedem einzelnen Blütenblatt, und lange habe ich sie bewundert, die prächtigen, zum Teil weit geöffneten Köpfe, die einen betörenden Duft verströmten







in diesen Augenblicken schwebten unweigerlich die Worte von Rilke im Raum, mit denen er sein Gedicht "Das Rosen-Innere" eröffnete ... "Wo ist zu diesem Innen ein Außen?" ... treffender kann man diese unvergleichbare Schönheit doch nicht beschreiben oder? 




Wo ist zu diesem Innen
ein Außen? Auf welches Weh
legt man solches Linnen ?
Welche Himmel spiegeln sich drinnen
in dem Binnensee
dieser offenen Rosen,
dieser sorglosen, sieh:
wie sie lose im Losen
liegen, als könnte nie
eine zitternde Hand sie verschütten.
Sie können sich selber kaum
halten; viele ließen
sich überfüllen und fließen
über von Innenraum
in die Tage, die immer
voller und voller sich schließen,
bis der ganze Sommer ein Zimmer
wird, ein Zimmer in einem Traum.

Gedicht "Das Rosen-Innere"
von Rainer Maria Rilke


 

 
dankeschön, liebe Annette,
für diese zauberhafte Überraschung ...
sie ist Ihnen gelungen ...
 

ich habe mich so was von gefreut






edit. 15.30 Uhr:
durch die Wärme haben sich die Blüten im Laufe des Tages noch weiter geöffnet ... prachtvoll ... am liebsten würde ich gleich eintauchen wollen ...



edit. am 28. Mai:
selbst in diesem Stadium des Verblühens sind sie immer noch schön ...





22. Mai 2012










Die Welt ist nicht größer
als das Fenster,
das du ihr öffnest.

- Sprichwort - 






edit.: Ihr Lieben, gerade sehe ich in meiner Blog-Statistik, dass in dieser Woche bereits eine große Anzahl von BesucherInnen über blog-zug.com auf meine Seite gelangt ist?! seltsam, ich habe mich dort weder registriert noch meine Blog-URL eingetragen ... wie kann das also sein? hat jemand von Euch schon Erfahrungen mit "blog-zug" gemacht?

21. Mai 2012

Purpurglut ... und dazu ein Blick hinter die Kulisse ;-)






... doch leuchtend will entfalten Päonie ihre Pracht ...






... gleich einer späten Liebe, die lang in sich geruht ... 



 

... bricht sie mit mächtgem Triebe jetzt aus in Purpurglut ...





aus dem Gedicht "Pfingstrose"
von Ferdinand v. Saar (1833 - 1906)















 Ihr Lieben, mal ein kurzer Blick "hinter die Kulisse" gefällig?
(okay, wie Ihr wollt) ... also hier einmal
Model und "Fotografin" beim Quatschmachen vor dem Spiegel ...
nennt man das nicht auch "Teamwork"?






edit.:  diese Seite über die Pfingstrose kannte ich bisher noch gar nicht ... interessant ist ja auch, welche Namen die Päonie sonst noch trägt ... "Benediktinerrose, Echte Pfingstrose, Bauern-Pfingstrose, Garten-Pfingstrose, Knopfrose, Kirchenrose, Bauernrose, Kirchenblume, Buerrose, Pumpelrose, Gichtrose, Ballerose, Antonirose, Pfaffarose" ...