29. Januar 2012

nanu, was ist das denn ??

ein Marienkäfer, tatsächlich ... heute morgen entdeckte ich ihn im Garten, war er doch als "Farbtupfer" auf dem alten, grauen Stuhl unter dem Kirschbaum nicht zu übersehen ... ob er sich wohl ein wenig in der Zeit vertan oder gar seine Überwinterungsphase schon beendet hat? auf den ersten Blick schien er jedenfalls ganz munter zu sein, und ehe ich mich versah, war er auch schon weitergekrabbelt ...  (viel Glück, kleiner Käfer, wir sehen uns dann hoffentlich im Frühling wieder ... )







 

Marienwürmchen setze dich
auf meine Hand,
ich tu dir nichts zu Leide.
Es soll dir nichts zu Leid gescheh’n,
will nur deine bunten Flügel seh’n,
bunte Flügel meine Freude ...

aus einem Gedicht
von Clemens Brentano
(1778 - 1842)

28. Januar 2012

erinnern möchte ich heute an
Sidonie-Gabrielle Colette

französische Journalistin, Schriftstellerin
und Varietékünstlerin

28. Januar 1873 - 3. August 1954





  Colette im Jahre 1907
(Foto: gemeinfrei)



"Als ich noch keine Perlenkette besaß, sah ich nur, dass alle anderen eine hatten, bloß ich nicht. Jetzt, da ich eine habe, sehe ich, dass ich nur das habe, was alle haben."

  (Zitat von Sidonie-Gabrielle Colette)

 


wer über Leben und Werk der Colette gerne etwas nachlesen möchte, der klicke bitte hier (ausführlichere Version) oder hier (verkürzte Version)

27. Januar 2012

die ersten habe ich gestern freudig gesichtet ...
ob wohl schon ein Hauch von Vor-Frühling weht ?

















Und aus der Erde schauet nur
allein noch Schneeglöckchen;
so kalt, so kalt ist noch die Flur,
es friert im weißen Röckchen.


Gedicht von Theodor Storm (1817 - 1888)

26. Januar 2012

die Spätrose


Blühst du jetzt erst, holde Rose,

deine Zeit, Kind, ist dahin,
hörst du nicht des Sturms Getose,
siehst du nicht die Vögel ziehn,
siehst du nicht die kahlen Gänge,
von dem Winter abgestreift,
sterbend schläft der Schwestern Menge,
und nichts blühet mehr und reift.


Und du treibst noch frische Blüten,
trotzest der allmächtgen Zeit,
kämpfest mit des Winters Wüten,
ach, zu ungleich ist der Streit.
Rastlos geht der Drang der Zeiten,
wer entgegensteht, wird Staub,
über seine Asche schreiten
fühllos sie zu neuem Raub.

Als noch aus azurnen Lüften
Phöbus seine Strahlen schoß,
als, umweht von süßen Düften,
sich der Lilie Kelch entschloß.


Gedicht "Die Spätrose"

von Franz Grillparzer
(1791 - 1872)

25. Januar 2012

"anmutig wächst sie aus dem Kranze grüner Blätter empor"

im Mai 2010 erzählte ich hier im Blog schon einmal über mein Faible, achtlos entsorgte, noch "lebende" Pflanzen aus den Grünabfallcontainern des Friedhofes wieder herauszunehmen und nach Hause zu tragen, um sie in unserem Garten in die Erde zu setzen

gerade vor kurzem wieder entdeckte ich zwei große Christrosen, die zwar ein wenig zerzaust aussahen, deren Wurzeln aber noch völlig intakt waren; als ich das sah, zögerte ich nicht lange, denn für solche spontanen "Rettungsaktionen" habe ich meist irgendwo in meiner Jacke eine zusammengeknüddelte Tüte parat ... Glück im Unglück also, für Pflanzen und meine Wenigkeit gleichermaßen, denn diese wunderbaren, dunkelroten Sorten fehlten bisher noch in unserer Sammlung ;-)

die abgeknickten Blütenstängel stehen übrigens seither in der Vase, an deren Anblick ich mich täglich erfreue ...  und da heute morgen so schön die Sonne scheint, dachte ich, jetzt fotografiere ich sie endlich mal, meine "Friedhofs-Findlinge" :-)



" ... keine flüsternden Gefährtinnen wachsen neben ihr auf, kein Vogel singt sie in Träume. In Schnee und Eis muss sie schauen, der Nordwind streicht über sie hin, und das eintönige Krächzen der Rabenvögel ist ihre Musik ...

... anmutig wächst sie aus dem Kranze grüner Blätter empor, und ihr tiefer Kelch hütet die Geheimnisse der Blumen. Und sie fühlt keinen Winterschmerz! Still und stolz steht sie in ihrer Kraft ..."
 
aus "Die Christblume"

von Paula Dehmel
(1862 - 1918)
 

22. Januar 2012





"Es freue sich, wer da atmet im rosigen Licht!"

Johann Christoph Friedrich von Schiller
(1759 - 1805)

20. Januar 2012

Kopf hoch!
kleine Wörter = große Wirkung

diese beiden kleinen Wörter wurden mir in den letzten Wochen manchmal als mutmachende Aufforderung mit auf den Weg gegeben, deren Umsetzung mir jedoch, muss ich ehrlich sagen, anfangs ziemlich schwerfiel

mittlerweile spüre ich aber, dass es immer besser geht; ich kann dabei nämlich das Licht deutlicher sehen, das nun heller scheint, und das anfänglich nur schemenhaft für mich zu erkennen war


Kopf hoch! ... und das Lächeln auch im Leid nicht ganz verlieren (in meinem letzten Post zitierte ich diesen Satz von Hermann Hesse, den ich mir ebenfalls zu Herzen genommen habe) ... sich trotz großer Sorgen immer wieder daran zu erinnern, es zu probieren, den Kopf zu heben, zu lächeln ... einfach, weil es gut tut, und weil es auch als ein Zeichen der Besserung empfunden werden kann


Ihr Lieben

mir fehlt das Bloggen und die Kommunikation mit Euch, und daher werde ich versuchen, hier nun irgendwie fortzufahren

in den nächsten Tagen beginne ich auch mit der Beantwortung persönlicher Zuschriften, die mich immer wieder erreichten; ich weiß, Ihr musstet lange auf Nachricht von mir warten, deshalb an dieser Stelle meinen herzlichen Dank für Euer Verständnis, aber auch dafür, dass Ihr geduldig immer wieder hier nachgeschaut habt, ob es etwas Neues gibt ... schön, dass Ihr da seid !!


12. Januar 2012

im Leid das Lächeln nicht ganz zu verlernen





"... die Welt und das Leben zu lieben,
auch unter Qualen zu lieben,
jedem Sonnenstrahl dankbar offenzustehen
und auch im Leid das Lächeln
nicht ganz zu verlernen ..."


Zitat
Hermann Hesse
(1877 - 1962)







Ihr Lieben, momentan ist es nicht einfach, die Sonne hinter finsteren Wolken zu erblicken, deren Strahlen es nur ab und an gelingen, für wenige Momente das herrschende Dunkel zu erhellen; währenddessen fällt es mir schwer, nicht an der eigenen Hoffnung zu zweifeln und "im Leid das Lächeln nicht ganz zu verlernen" ...  






an dieser Stelle danke ich herzlich für alle tröstenden, aufmunternden und mutmachenden Worte und Gesten, die mich in jüngster Vergangenheit auf verschiedenen Wegen erreichten; zu erfahren, wieviele liebe Menschen gerade in dieser schwierigen Zeit mitfühlen und mich (unter-)stützen, berührt mich sehr

1. Januar 2012

wir wollen sehen, dass wir's nehmen lernen






Wieder schwand ein Jahr -
und ich trage immer noch
Pilgerhut und -schuh

Matsuo Basho (1643 - 1694)
japanischer Haiku-Dichter








die Jahre wechseln, die Sorgen bleiben, die mich auf dem Weg begleiten, den ich gerade gehe, und dessen Richtung ich noch nicht genau erkennen kann















Ihr Lieben, ich hoffe so sehr
, dass Ihr wohlauf seid und das neue Jahr, was ein gutes werden möge, zufrieden und hoffnungsvoll begrüßen konntet!


"Wir wollen glauben an ein langes Jahr, das uns gegeben ist, neu, unberührt, voll nie gewesener Dinge, voll nie getaner Arbeit, voll Aufgabe, Anspruch und Zumutung. Wir wollen sehen, dass wir's nehmen lernen, ohne allzu viel fallen zu lassen von dem, was es zu vergeben hat, an die, die Notwendiges, Ernstes und Großes von ihm verlangen." (Rainer Maria Rilke)