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26. Oktober 2012

Sagt, Ihr Freunde, warum Freunde die Rose vereint?



Unter der Rose sprechen wir aus der Rose Geheimniß;
sagt, Ihr Freunde, warum Freunde die Rose vereint?
 



 
Ist sie die Blume nicht der tausendblättrigen Eintracht?
Wie ein Kelch sie umfaßt, wie sie die Knospe verbirgt,
Gold in ihrer Mitte.
Sie kränzt die Tafel der Freundschaft,

ihren geselligen Scherz, ihren belehrenden Rath.







Ist sie die Blume nicht der früh-aufwachenden Anmuth?
Aus der Aurora Kranz sank sie vom Himmel herab.
Und noch freut sich in ihr die leuchtende Göttin;
sie schenkt ihr Perlen zu ihrem Schmuck,
hellen ambrosischen Thau.






Ist sie die Blume nicht der holderröthenden Unschuld?
Lilie war sie einst, Liebe verwandelte sie.
Noch blüht auf der Wange das süße Wunder, in dem sich
Zweifel und Zuversicht, Weigern und Sehnen vereint.







Dornen umwachen sie; wo blüht die schüchterne Liebe
ohne Dornen? und bald welket die zarte dahin.






Rose, Königin der Blumen,
du, der Götter und der Menschen
Liebling, Kunstbild alles Schönen
und der Weisheit und der Anmuth
und der Unschuld,
Lieb' und Eintracht,

holde Blume, sei gegrüßt!


aus einem Text von Johann Gottfried Herder (1744 - 1803)




Kommentare:

  1. Das ist ja wieder eine wunderbare Melodie herzlichen Dank für dein erwärmendes Gedicht mit den duftenden Rosen....dein Post lebt einfach schön!
    Mit lieben Gedanken Monika

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  2. Sprachlos...Bilder und Text einfach nur schön.
    Herzlichst
    Donna G.

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  3. Liebe Rosabella
    da braucht es nicht viel Worte...GLG Gisy

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  4. Oh, wie wunderschön!!!!
    Deine Fotos und die herrlich, altmodischen Texte. (im positiven Sinne).

    Lg gabriele (Ja, mich gibt es auch noch ...)

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O mag ein Engel Dir die Schrift diktieren,
daß jedes Wort mir Wonne sei und Lust,
ein Engel Deine Feder führen,
ein Zauber drinnen leben unbewußt!
Damit, wenn ich das Siegel löse,
das Glück sich ungetrübt daraus ergießt,
und keine Wolke, keine böse,
mein Geist von Deinem Geiste liest.

Friederike Kempner (1836 - 1901)