optimale Seiten-Darstellung bei einer Auflösung von 1280 x 1024 px



1. September 2012

jene Tage, die man festhalten möchte







" ... aber es gibt einen Anfang des Herbstes, den spürt man in der Luft; es hat da so einen kleinen Ruck gegeben – ›knack‹ hat es in der Natur gemacht, und nun ist auf einmal kein Sommer mehr, nun ist da etwas Neues.

Die Luft steht still.

Die Bäume stehen still und rühren sich nicht in der milden, schon eine Spur herben Sonne. Sie warten. Alles wartet auf etwas. Die Schatten im Laub sind dunkler, die Schatten in den Mauerwinkeln, wo die Spatzen wohnen, sind schwärzer, das Licht goldener, die Luft blauer, härter, klarer. Es beginnen die Spätsommertage, jene Tage, die man festhalten möchte, und bei denen man nicht genau weiß, wo der Sommer aufhört und der Herbst beginnt ..."



aus einem Text von Kurt Tucholsky (1890 – 1935)






hier hat es gestern ab mittags heftig geregnet, dabei sind die Temperaturen entsprechend gesunken, und als ich am Nachmittag für längere Zeit auf der Veranda stand, hatte ich einen Moment lang das Gefühl, diesen besagten "Ruck" ganz deutlich vernehmen zu können ...

Kommentare:

  1. Liebe Rosabella,

    ein paar wunderschöne Bilder habe ich den letzten Tagen bei dir verpasst, aber gerade habe ich alle mit Freude betrachtet.

    Wir hatten heute wider der Vorhersage noch einen trockenen Tag und hoffen auch morgen auf einen sonnigen Sonntag. Aber der Herbst liegt tatsächlich in der Luft. Die Spinnen weben schon sehr fleißig.

    Viele Herzensgrüße

    Anke

    AntwortenLöschen
  2. Danke über die Bekanntmachung mit den deutschen Schriftstellern und Dichtern durch die Naturstimmungen.
    Bei uns liegt morgens schon der Herbstnebel.

    AntwortenLöschen
  3. Genauso ist es. Ein Dichter kann so gut in Worte fassen was man selber fühlt.
    Vielen Dank für das Zeigen. Ich lese einfach zu selten unsere großen Schriftsteller.

    Liebe Grüße Urte

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Rosabella
    Auf deinen Blog bin ich erst seit kurzem gestossen und es gefällt mir sehr gut hier! Ich liebe die Poesie und Dichterkunst und natürlich deine schönen Fotos!
    Ja der Herbst hält Einzug, das goldene Sonnenlicht und die Ruhe in der Luft geben mir das zu spüren!
    Ganz liebe Grüsse
    Moni

    AntwortenLöschen
  5. Liebe Rosabella
    Wenn man die Natur beobachtet, sieht man auch dass sich der Sommer leicht zu Ende neigt und der Herbst sich meldet.Auch diese Jahreszeit bringt soviel schönes mit. Die Hortensien finde ich eine wunderschöne Blume, die uns wirklich noch den ganzen Winter begleitet in Form von trockener Blüten....Sehr schön die Worte Tucholsky....ach wie schön gibt es deinen Blog.
    Mit lieben Gedanken Monika

    AntwortenLöschen
  6. Genau, man vermeint es zu spüren, jetzt hat der Sommer sein Ende gefunden. Der Herbst ist noch nicht da - Zwischenzeit ...
    LG joelsuma

    AntwortenLöschen
  7. ...gestern war ja auch der meteorologische oder auch klimatologische HERBSTanfang:

    „Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
    als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
    sie fallen mit verneinender Gebärde.
    Und in den Nächten fällt die schwere Erde
    aus allen Sternen in die Einsamkeit.
    Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
    Und sieh dir andre an: es ist in allen.
    Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
    unendlich sanft in seinen Händen hält.“

    von Rainer Maria Rilke *♥FreudigeSonntagsgrüßchendazustell*

    AntwortenLöschen


O mag ein Engel Dir die Schrift diktieren,
daß jedes Wort mir Wonne sei und Lust,
ein Engel Deine Feder führen,
ein Zauber drinnen leben unbewußt!
Damit, wenn ich das Siegel löse,
das Glück sich ungetrübt daraus ergießt,
und keine Wolke, keine böse,
mein Geist von Deinem Geiste liest.

Friederike Kempner (1836 - 1901)