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25. Juni 2012

lästiges Unkraut oder schöne Wildblume?




"Anmut und Schönheit entzücken das Auge,
doch mehr als beiden, die Blumen des Feldes."

- aus der Bibel -







die mehrjährige Ackerwinde (Convolvulus arvensis), von Bauern und Gärtnern meist als lästiges Unkraut bezeichnet und deshalb entsprechend ungerne von ihnen gesehen, blüht vor allem auf Getreidefeldern in den Sommermonaten bis hin zum Herbst mit wunderschönen, weißlich/roséfarbenen Trichterblüten, die jeweils immer nur einen Tag lang halten

die Ackerwinde wird auch Windling, Teufelsdarm, Feldwinde oder Muttergottesgläschen genannt; letztere Bezeichnung erhielt sie, weil einer Legende der Brüder Grimm zufolge die Mutter Gottes aus der Blüte einer Winde ein "Glas" Wein trank (siehe ganz unten)






ich habe mir letzte Woche bei einem Spaziergang durch die Felder eine Ranke mit nach Hause genommen und ins Wasser gestellt; seither schenkt sie mir jeden Tag neue Blüten, an denen ich mich sehr erfreue






ob ich sie, sobald sie wurzelt, tatsächlich in den Garten pflanze, weiß ich noch nicht ... wenn doch, dann aber nur an einen Platz mit entsprechender Rankhilfe, versteht sich ;-)







"Es hatte einmal ein Fuhrmann seinen Karren, der mit Wein schwer beladen war, festgefahren, so daß er ihn trotz aller Mühe nicht wieder losbringen konnte. Nun kam gerade die Mutter Gottes des Weges daher, und als sie die Not des armen Mannes sah, sprach sie zu ihm: ich bin müd und durstig, gib mir ein Glas Wein, und ich will dir deinen Wagen frei machen. Gerne, antwortete der Fuhrmann, aber ich habe kein Glas, worin ich dir den Wein geben könnte. Da brach die Mutter Gottes ein weißes Blümchen mit roten Streifen ab, das Feldwinde heißt und einem Glase sehr ähnlich sieht, und reichte es dem Fuhrmann. Er füllte es mit Wein, und die Mutter Gottes trank ihn, und in dem Augenblick ward der Wagen frei und der Fuhrmann konnte weiterfahren. Das Blümchen heißt noch immer Muttergottesgläschen."

("Muttergottesgläschen" - eine Kinderlegende der Brüder Jacob Ludwig Carl Grimm und Wilhelm Carl Grimm)




"Schönheit liegt im Auge des Betrachters."

William Shakespeare
(1564 - 1616)





Kommentare:

  1. Wieder wunderschöne Bilder und wieder was dazu gelernt. Toll!!! Vielen Dank und liebe Grüße Margit

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  2. Das sind wirklich wunderschöne Bilder. Aber ich würde dir raten, es bei einem kleinen Zweig in der Vase zu belassen. Ich bin wirklich tolerant, was Wildkräuter im Garten angeht - und ich war es zunächst auch bei der Winde. Böser Fehler! Ihre Wurzel streichen unterirdisch sehr tief und kommen an allen möglichen und unmöglichen Stellen wieder heraus. Mit ihren wuchsfreudigen Trieben klettern sie an allem hoch und haben es fest in ihrem Würgegriff. Rosen mögen das gar nicht.
    Die Wurzeln entferen ist sehr, sehr schwierig. Aus jedem Stück, das in der Erde bleibt, kann eine neue Pflanze kommen.

    Wie wäre es als Ersatz mit Clemnatis viticella "Betty Corning"?

    Ich wünsche dir einen schönen Gartensommer!

    liebe Grüße von Kirstin

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  3. Einfach toll in Szene gerückt wie immer. Danke für die Information über die "unkrautige Wildblume" sie sieht hübsch auch in der Vase aus, doch glaube ich muss man dazu etwas Geduld aufbringen....einfach wunderschön zum Wochenbeginn.
    Mit lieben Gedanken Monika

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  4. liebe Rosabella, wie immer sehr schöne Aufnahmen, die Zartheit der Pflanze kommt sehr gut zur Geltung... die kleine Geschichte dazu gefällt mir sehr gut... aber, wie Kirstin geschrieben und geraten hat, würde ich sie auch nicht einpflanzen... habe Dir mal einen Link dazu aufgeschrieben

    http://www.tippscout.de/ackerwinden-bekaempfen_tipp_5846.html

    ...ansonsten wünsche ich Dir noch viel Sonne für den Tag...

    liebe Grüsse, Margot

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  5. ...was für eine wunderschöne Ranke
    und zauberhafte Legende ;-)

    Die Rose stand im Tau,
    es waren Perlen grau,
    als Sonne sie beschienen,
    wurden sie zu Rubinen.

    von Friedrich Rückert *♥FröhlicheMontagsgrüßchendalass*

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  6. Es sind die kleinen Dingen wie dieses Blümchen, das derzeit unser Herz erfreut. Ob es nun Unkraut ist oder nicht, mir gefällt es.

    Liebe Grüße für dich

    Anke

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  7. Eine wunderschöne Blüte hat die Ackerwinde, ich habe sie noch nie blühend gesehen! Danke für Deine tollen Impressionen!

    Liebe Grüße sendet Dir, Birgit

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  8. Stell dir vor, sie schlingt sich an deinen geliebten Rosen hoch. Wenn sie ihr Opfer im Würgegriff hält, hat sie schon gewonnen. Du kannst sie nicht kontrollieren, da nützen auch schöne Gedichte oder ein Lat.Name nichts, nein liebe Rosabella, der Teufelsdarm trägt den Namen zu Recht..... Piri, die mit den Winden kämpft!

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  9. Hallo,liebe Rosabella,
    die Trichterwinde..finde ich wunderschön,besonders wie Du sie uns präsentiert hast.Habe mir im letzten Jahr welche nach Hause geholt...und die in einen Tontopf gepflanzt...sie macht sich prima darin...vielleicht eine kleine Anregung für Dich.Denn im Garten hätte ich da so meine Zweifel.GLG Gisy

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  10. Bloß nicht!!!!!!
    Liebe Rosabella, lass Dich nicht von Ihrer Schönheit täuschen. Sie ist trügerisch. Ich kämpfe hier seit Jahren gegen sie an. Und obwohl ich wirklich keine Chemie im Garten einsetzen möchte, ich bin fast soweit. Sie erwürgt wirklich alles. Mit aussehbaren einjährigen Trichterwinden machst Du nichts falsch und erzielst auch wunderbare Ergebnisse.
    Gärtnerische Grüße von Carola

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  11. "aussehbar"? Gibt es das Wort überhaupt? stolper gerade darüber. Doch wenn es von säen kommt, wie schreibt man das dann? Na ich hoffe, Du weisst was ich gemeint habe ;-)

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  12. liebe Rosabella,
    zwischen Verzagtheit und Freude ist mir gestern im Garten überall die Winde begegnet. Überall, auf der Erde, in der Erde, in den Rosen, in den Gräsern....und doch hab ich mir - dank dir - einige Ranken in eine grüne Glasvase gestellt.....und sie gefallen mir...aber nur in der Vase.
    Danke fürs Augenöffnen, auch die Winde gehört irgendwie dazu, wenn sie sich auch so rassant vermehrt mit über 1 m tiefen Wurzeln.
    Da sehen wir wieder, wie machtlos der Mensch gegenüber der Natur ist.
    Ich habe sie schon 20 Jahre im Garten...über die Blumen überwiegen dennoch.

    Ich wünsch dir ein schönes sonniges glückliches Wochenende...und ja mir gehts gut u. alles ist gut.

    herzlichst
    die Doris H.

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O mag ein Engel Dir die Schrift diktieren,
daß jedes Wort mir Wonne sei und Lust,
ein Engel Deine Feder führen,
ein Zauber drinnen leben unbewußt!
Damit, wenn ich das Siegel löse,
das Glück sich ungetrübt daraus ergießt,
und keine Wolke, keine böse,
mein Geist von Deinem Geiste liest.

Friederike Kempner (1836 - 1901)