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24. Mai 2012

Wo ist zu diesem Innen ein Außen?


ein für wahr berauschender Anblick bot sich mir gestern abend, als das Fräulein Tochter nach Hause kam und mit diesem wundervollen Strauß im Arm vor mich trat, den sie mir von einer lieben Freundin überreichen sollte






sie hatte die Rosen kurz vorher in ihrem Garten für mich "geerntet" ... das hat mich ziemlich überwältigt, muss ich zugeben, und minutenlang konnte ich gar nichts sagen






stattdessen klebten meine Blicke an jedem einzelnen Blütenblatt, und lange habe ich sie bewundert, die prächtigen, zum Teil weit geöffneten Köpfe, die einen betörenden Duft verströmten







in diesen Augenblicken schwebten unweigerlich die Worte von Rilke im Raum, mit denen er sein Gedicht "Das Rosen-Innere" eröffnete ... "Wo ist zu diesem Innen ein Außen?" ... treffender kann man diese unvergleichbare Schönheit doch nicht beschreiben oder? 




Wo ist zu diesem Innen
ein Außen? Auf welches Weh
legt man solches Linnen ?
Welche Himmel spiegeln sich drinnen
in dem Binnensee
dieser offenen Rosen,
dieser sorglosen, sieh:
wie sie lose im Losen
liegen, als könnte nie
eine zitternde Hand sie verschütten.
Sie können sich selber kaum
halten; viele ließen
sich überfüllen und fließen
über von Innenraum
in die Tage, die immer
voller und voller sich schließen,
bis der ganze Sommer ein Zimmer
wird, ein Zimmer in einem Traum.

Gedicht "Das Rosen-Innere"
von Rainer Maria Rilke


 

 
dankeschön, liebe Annette,
für diese zauberhafte Überraschung ...
sie ist Ihnen gelungen ...
 

ich habe mich so was von gefreut






edit. 15.30 Uhr:
durch die Wärme haben sich die Blüten im Laufe des Tages noch weiter geöffnet ... prachtvoll ... am liebsten würde ich gleich eintauchen wollen ...



edit. am 28. Mai:
selbst in diesem Stadium des Verblühens sind sie immer noch schön ...





Kommentare:

  1. ...sich mitfreut ;-)
    und RILKE sowieso liebt!!! *♥zauberhaftrosigeDonnerstagsgrüßchendazustell*

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    1. eine Namensvetterin von Dir ...
      und übrigens, alle Annette's,
      die ich kenne, sind wirklich nett :-)

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  2. Liebe Rosabella, bei deinen Fotos, entspannen sich nicht nur meine Gesichtszüge. Danke für die schönen Aufnahmen.
    Liebe Grüße von Margot

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  3. meine Liebe,

    jetzt gehe ich gar nicht auf Deine Veröffentlichung ein -jetzt sage ich nur: Danke, dass Du Dich meldest... meine Mary-Rose hat diesen Winter nicht überstanden, aber ihre Schwester Constance Spry... und auch ihr Bruder Abraham Darby sind bei Kräften... auch meine Pfingstrose duftet nicht - es geht halt nicht Alles... liebste Grüße schickt Dir Birgit

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  4. was für eine Augenweide - und dazu so trefflich Rilke ...
    einfach wundersdchön.
    LG joelsuma

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  5. Meine liebe Rosabella,
    ich glaube, das ist mir das liebste Rosengedicht Rilkes - so schön, es hier (wieder) zu lesen. Und ach, darf ich es mir von Dir für dieses Jahr noch einmal wünschen- er schreibt ja vom Sommer - dann vielleicht, ja?
    Rosige Grüße, Carola

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O mag ein Engel Dir die Schrift diktieren,
daß jedes Wort mir Wonne sei und Lust,
ein Engel Deine Feder führen,
ein Zauber drinnen leben unbewußt!
Damit, wenn ich das Siegel löse,
das Glück sich ungetrübt daraus ergießt,
und keine Wolke, keine böse,
mein Geist von Deinem Geiste liest.

Friederike Kempner (1836 - 1901)