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15. März 2012

erinnern möchte ich heute an
Paul (Johann Ludwig von) Heyse

deutscher Schriftsteller
(Literaturnobelpreisträger)
15. März 1830 - 2. April 1914








"Das Leben ist lang und oft ist es mühselig,
und die Wege sind nicht immer eben.
 Aber ein festes Herz hilft ans Ziel."








Paul Heyse, um 1885
(Foto gemeinfrei)










Vorfrühling
von Paul Heyse
 
Stürme brausten über Nacht,
und die kahlen Wipfel troffen.

Frühe war mein Herz erwacht,

schüchtern zwischen Furcht und Hoffen.

Horch, ein trautgeschwätz'ger Ton

dringt zu mir vom Wald hernieder.

Nisten in den Zweigen schon

die geliebten Amseln wieder?


Dort am Weg der weiße Streif –

zweifelnd frag' ich mein Gemüte:

Ist's ein später Winterreif,

oder erste Schlehenblüte?






ausführliche Angaben über Leben und Werk "des letzten, wirklichen 'Dichterfürsten' der deutschen Literatur" finden sich hier








An die Natur
von Paul Heyse

Dein Bilderbuch, Allmutter Natur,
drin Jahreszeiten

und Sternenheere,

Länder und Meere

vorübergleiten,

gibst du den großen,

ewig unmündigen

Kindern zu schauen,

  bis ihnen spät im Abendgrauen

vom Blättern matt

die Hand hinsinkt auf das letzte Blatt.


Aber der Dichter, der großen Kinder

eigensinnigstes, wunderlichstes,

am Meeresstrand

sitzt er und hält in träumender Hand

die bunte Muschel und horcht mit Sinnen

dem Brausen drinnen.

Dann versucht er, im kleinen Rund

auszuschöpfen den Meeresgrund,

indes mit Hohngelächter die andern

vorüberwandern:

Seht den Toren,

in sein vergebliches Spiel verloren!


Du aber, hehre Mutter,

blickst milde lächelnd

auf dein Schoßkind,

und in den Schaum, der versprüht im Sand,

streut deine Hand

Perlen, mit denen entzückt

er seiner Liebsten Haupt und Busen schmückt.



Kommentare:

  1. also, der mann gefällt mir. wie er da so steht, das hat was. mein göttergatte hat mir erlaubt nach attraktiven männern zu schauen. umgekehrt, weiss ich jetzt gar nicht....., lg claudia o.

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    1. jetzt musste ich wirklich schmunzeln, als ich Deinen Kommentar las ... schau' nur hin, Du Liebe, Du hast recht, ein schnatzer Kerl, würde ich mal sagen ... und die Tatsache, dass er auch noch gut schreiben konnte, macht ihn gleich noch ein bißchen attraktiver ...

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  2. Liebe Rosabella,
    ich bin ja eigentlich eine ganz stille Mitleserin. Deinen Blog finde ich so wunderbar dass ich mir Deinen Namen für eine Rosenseife ausgeborgt habe.
    Ich hoffe, sie gefällt Dir http://delicious-soaps.blogspot.com/2012/03/rosabella.html

    Liebe Grüße
    Luna

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    1. oh, Luna, Du Liebe, ich bin ganz gerührt, habe sie mir gerade schon angesehen ... *seufz* ... weiß gar nicht, was ich sagen soll ... DANKE ♥

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  3. Liebe Rosabella,

    Ja, solche Schriftsteller haben sovieles für uns und vielen nach uns hinterlassen...

    Lieber Gruss,

    Mariette

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O mag ein Engel Dir die Schrift diktieren,
daß jedes Wort mir Wonne sei und Lust,
ein Engel Deine Feder führen,
ein Zauber drinnen leben unbewußt!
Damit, wenn ich das Siegel löse,
das Glück sich ungetrübt daraus ergießt,
und keine Wolke, keine böse,
mein Geist von Deinem Geiste liest.

Friederike Kempner (1836 - 1901)