29. Juli 2011

   
mein Blog ist ab sofort bis auf weiteres


"Wenn ihr mich sucht,
sucht mich in euren Herzen ..."


Rainer Maria Rilke
(1875 - 1926)


"Morgendlicher Rosenstrauß"






Wie
wunderbar:

Aus
tiefsattem, köstlichstem,
noch
taublättrigem, noch taufeuchtem, noch tauglitzerigem
Dunkelglanzgrün,
flimmernd, schimmernd, glimmernd,
mitten
im
schattenkühlen, ebenerdigen, weinrebenkletterumhangenen
Gartenhausraum,
Rosen!





Ein
ganzer
großer, wundervoller,
prachtender, prahlender, prangender,
strahlender,
stolz-stattlicher
Strauß!





Weiße, gelbe, lichtnußbraune,
rote,
zarte, blasse, rührend sanftrosaknospende,
fast
mystisch,
schwarzblau, samtschwer
schillernde
und
feuerigst, traumhaft, rauschherrlichst
lodernde
aus wildem, aus
üppigstem, aus prunkendstem
Orange!


........................


Langsam,
zauberisch ... wie ... mich bannend,
zog es mich
näher.





Ah,
wie das herzduftete! ... Ah ... wie das seelendurchfrohte!
Ah,
wie das
wohl ... tat!



aus dem Gedicht
"Morgendlicher Rosenstrauß"
von Arno Holz (1863 - 1929)

28. Juli 2011

wunder-volle Momente

 



über diese Rosenblüte freue ich mich ganz besonders, ist mir doch bewusst, dass sie - genau wie in den Jahren zuvor - die einzige an dem winzigen, fast mickrigen Rosenstöckchen in unserem Vorgarten bleiben wird (im Juni 2009 hatte ich dazu mal etwas in diesem Post erzählt)





ich muss zugeben, entsprechend ehrfürchtig betrachte ich sie nun auch in diesen Tagen wieder, diese formvollendete, in strahlendem Apricot erblühte Rose, die zart und zerbrechlich, ja, fast ein wenig verloren zwischen all den anderen Pflanzen wirkt, die mir aber unglaublich viel Freude bereitet ... und die mich, alleine durch ihr Dasein, am Glauben an die kleinen Wunder im Alltag festhalten lässt!






"Das größte unzerstörbare Wunder
ist der Menschenglaube an Wunder."


Jean Paul
(1763 - 1825)








während ich diesen Post schrieb

war es IHR Name, der meine Gedanken streifte,
war es IHR Gesicht, das ich vor Augen hatte,
war SIE es, die den Raum wunder-voll erfüllte ...

obwohl ich IHR nie begegnet bin, hatte ich das Gefühl,
SIE getroffen zu haben ... das war (ist) sehr berührend !

deshalb schicke ich heute
einen ganz besonders herzlichen Gruß
zu Dir,
liebe Gabriela

27. Juli 2011

"Friedhofs-Rosen"




Die Rose ist ohne Warum. Sie blühet, weil sie blühet.
Sie achtet nicht ihrer selbst, fragt nicht, ob man sie siehet.


Angelus Silesius
(1624 -1677)



"Friedhofs-Rosen"


edit.:
die Rosenblüten wuchsen nach unten gebeugt, bis hin zu den Schottersteinen, die sie mit ihren Blättern berührten ... ein ganz wunderbarer Kontrast, wie ich finde ... sie und noch einige mehr habe ich am Samstagnachmittag während eines langen Friedhofs-Spazierganges fotografiert ... dabei war es sehr still, eine fast meditative Atmosphäre ... ich konnte mich völlig auf die Schönheit der Rosen konzentrieren ...

23. Juli 2011

in eigener Sache & Buch-Tipp

Ihr Lieben, gestern haben hier die Sommer-Ferien begonnen, das heißt auch für mich ein wenig kürzer treten; deshalb werde ich in den kommenden Wochen mein Blog wahrscheinlich nur sporadisch mit neuen Einträgen bestücken (ob ich das jedoch einhalten kann, ist eine andere Frage ;-)



wünsche Euch eine schöne Zeit,
lasst es Euch gut gehen ...
  vielleicht bis bald








Wo ist zu diesem Innen ein Aussen?
Auf welches Weh legt man solches Linnen?
Welche Himmel spiegeln sich drinnen
in dem Binnensee dieser offenen Rosen,
dieser sorglosen, sieh:
wie sie lose im Losen
liegen, als könnte nie
eine zitternde Hand sie verschütten.
Sie können sich selber kaum halten; viele ließen
sich überfüllen und fließen
über von Innenraum in die Tage, die immer
voller und voller sich schließen,
bis der ganze Sommer ein Zimmer wird,
ein Zimmer in einem Traum.

~ Rainer Maria Rilke ~






ach ja, etwas hätte ich dann doch noch, und zwar den Hinweis auf ein wunderbares Buch, das ich vor kurzem entdeckt habe, und in das ich mittlerweile ziemlich verliebt bin ;-) könnte mir gut vorstellen, dass es einigen genau so gut gefallen wird wie mir ... gehabt Euch wohl

bitte Foto anklicken

22. Juli 2011

"Der Zauber steckt immer im Detail" (Theodor Fontane)





"Man sieht oft etwas hundert Mal, tausend Mal,
ehe man es zum allerersten Mal wirklich sieht."


Christian Morgenstern (1871 - 1914)






"Die Schönheit der Dinge lebt in der Seele dessen,
der sie betrachtet."

David Hume (1711 - 1776)





"Nicht was wir sehen, wohl aber wie wir sehen,
bestimmt den Wert des Geschehenen."

Blaise Pascal (1623 - 1662)



21. Juli 2011

eine Tasche wie diese ist ohne viel Aufwand schnell genäht ... let's rock ;-)




Rock & Stoff: Flohmarkt-Fundstücke

I

Recycling



edit.:
die Idee, aus einem Rock eine Tasche zu gestalten, stammt natürlich nicht von mir!! solche Rock-Taschen gibt es ja schon eeeeeeeeewig und drei Tage ...

20. Juli 2011

... du beugst dich über den Morgen




Von deinem Traum erfüllte Blume,
- die in sich selbst zahlreich erscheint,
durchnäßt, als hätte sie geweint -,
du beugst dich über den Morgen.

Deine sanften Kräfte, schlafend
im Ungewissen des Verlangens,
entfalten jene zarten Formen
zwischen Herz und Wangen.






De ton rêve trop plein,
fleur en dedans nombreuse,
mouillée comme une pleureuse,
tu te penches sur le matin.

Tes douces forces qui dorment,
dans un désir incertain,
développent ces tendres formes
entre joues et seins.



 aus "Les Roses"
von Rainer Maria Rilke (1875 - 1926)

19. Juli 2011

erinnern möchte ich heute an

Gottfried Keller
Schweizer Dichter
19. Juli 1819 - 15. Juli 1890



 

"Alles Große und Edle ist einfacher Art."

- Gottfried Keller -





Gottfried Keller
(Pastell von Ludmilla Assing, 2. Mai 1854)






einen ausführlichen Artikel
über Leben und Werk von Gottfried Keller
findet sich hier




 

Nasser Staub auf allen Wegen!
Jede Distel hängt voll Regen,
und der Bach schreit wie ein Kind!

Nirgends blüht ein Regenbogen!
Ach, die Sonn ist weggezogen
und der Himmel taub und blind!


Zeilen aus dem Gedicht "Regen-Sommer"
von Gottfried Keller

18. Juli 2011

"nun muß ich frühe welken, dem Leben schon entsagen"




den Blüten des Straucheibisches, auch Hibiskus genannt, ist stets ein kurzes Leben beschieden; je nach Wetterlage entfalten sie sich in der Regel meist immer nur für einen Tag ... morgens noch frisch erblüht, rollen sie sich am Abend dann schon wieder zusammen und fallen ab
 

komischerweise aber halten sie sich in der Vase ein paar Tage, und da die auf den Fotos gezeigte Hibiskus-Sorte im Garten momentan sehr üppig blüht, hatte ich kein schlechtes Gewissen, mir eben dieses Paar zu pflücken, damit ich ihre Blütenblätter, vor allem die inneren, zum Teil dunkelrot gefärbten, einmal richtig aus der Nähe betrachten kann





der Strauch, an dem sie wachsen, ist nämlich mittlerweile weit über 2,50 m hoch, da wird's dann doch schon ein wenig schwierig, ihnen einmal ganz tief in die Augen schauen zu können ;-)







Es lockte schöne Wärme,
mich an das Licht zu wagen;
da brannten wilde Gluten,
das muß ich ewig klagen.
Ich konnte lange blühen
in milden heitern Tagen;
nun muß ich frühe welken,
dem Leben schon entsagen.
Es kam die Morgenröte,
da ließ ich alles Zagen,
und öffnete die Knospe,
wo alle Reize lagen.
Ich konnte freundlich duften
und meine Krone tragen;
da ward zu heiß die Sonne,
die muß ich drum verklagen.
»Was soll der milde Abend?«
muß ich nun traurig fragen.
Er kann mich nicht mehr retten,
die Schmerzen nicht verjagen.
Die Röte ist verblichen,
bald wird mich Kälte nagen.
Mein kurzes junges Leben
wollt' ich noch sterbend sagen.



Gedicht von Friedrich Schlegel
(1772 – 1829)

17. Juli 2011

in dieser Woche sind die Rosen hier im Blog tatsächlich ein wenig zu kurz gekommen, wenn ich  mir die Einträge der letzten Tage betrachte, dabei blühen sie momentan im Garten so üppig

und einigen Sorten scheint der viele Regen, der uns zur Zeit heimsucht, offensichtlich wenig auszumachen, im Gegenteil, die Blüten erstrahlen in voller Schönheit

nun denn, so geht es heute in gewohnt "rosiger Manier" hier weiter ... ich hoffe, Ihr habt alle einen schönen Sonntag ?! gehabt Euch wohl


Glück, von Deinen tausend Losen,
eines nur erwähl' ich mir,
was soll Gold? Ich liebe Rosen
und der Blumen schlichte Zier.

(Theodor Fontane)

16. Juli 2011

"Ich bin dir das, was du in mir ersiehst"






"O bist du", - sprach's in mir – "die 'blaue Blume',
die holde Botin einer schöner'n Welt,
dem Alltag fern in ihrem Heiligthume,
die Lust, die uns im Traum vom Himmel fällt?
Das Glück, das nicht an Raum und Zeit gebunden,
als Göttergabe durch die Herzen flammt,
die Wärme, mit dem Sommer nicht entschwunden,
der Frühlings, der dem Geistesschwung entstammt?
O blaue Blume, wunderbar entsproßen,
verkünde meinem Herzen, was du bist!"

- Da war's, als hätt' sie leise mir erschlossen:
"Ich bin dir das, was du in mir ersiehst.
Vermag mein Anblick Freude dir zu geben,
erschließt er dir noch eine Zauberwelt -
was klagst du dann, daß nimmer dir im Leben
mehr unverhoffte Lust vom Himmel fällt?!"


aus dem Gedicht "Die blaue Blume"
von Marie von Najmájer
(1844 - 1904)



bei dieser "blauen Blume" handelt es sich um eine Blüte vom Männertreu (Lobelia erinus),
auch "Blaue Lobelie" genannt

15. Juli 2011

Wabi-Sabi ?!



... alltägliche, auf den ersten Blick unvollkommene Dinge einmal aus einer anderen Perspektive betrachten und dabei wirkliche Schönheit offenbart bekommen ...






über Wabi-Sabi (den Begriff, dem ich vor einigen Wochen begegnete, als ich ein Buch über Japan las, und mit dem ich zugegebenermaßen bis dato überhaupt nichts anfangen konnte) würde ich gerne ausführlich berichten, doch finde ich einfach nicht die richtigen Worte, mit denen ich diese Philosophie ("weniger ist mehr") beschreiben könnte (deshalb, ich weiß nicht, wie oft ich diesen heutigen Post bereits neu zu formulieren begonnen habe!) 

mittlerweile bin ich von Wabi-Sabi mehr als beeindruckt, nachdem ich an mehreren Stellen im Internet darüber gelesen habe, beispielsweise hier oder hier

deshalb würde es mich freuen, wenn ich mit diesem eher "unvollkommenen" Post Euer Interesse für Wabi-Sabi trotzdem wecken kann (... ob es mir wohl gelingt?)









"
Das schwer zu übersetzende Wabi-Sabi bezeichnet eine Ästhetik des Unperfekten, das sich durch Asymmetrie, Rauheit, Unregelmäßigkeit, Einfachheit und Sparsamkeit auszeichnet. Anspruchslosigkeit und Bescheidenheit beweisen Achtung vor der Eigenheit der Dinge." (Zitat von hier)

14. Juli 2011

einfach umwerfend

auf dem Weg zur Haustüre liegen mir momentan Lavendel und Rosen zu Füßen ;-)






ein wenig komisch kommt mir das ja schon vor ... diese spät blühenden Lavendelstauden wachsen nicht wie üblich nach oben sondern liegen quasi auf dem Boden !?





dennoch ist der Duft sehr intensiv ... ich würde mal ganz spontan sagen einfach umwerfend  :-)



13. Juli 2011



Schirmherrin du empfingst mich oft am tor
Wenn ich von Westen kam mit gramem blicke:
»Einst bracht ein volk so klar wie tief hervor
Mich lächelnde Madonna mit der Wicke.«


Stefan George
(1868 – 1933)


12. Juli 2011




Frage nicht, was das Geschick
morgen will beschließen,
unser ist der Augenblick,
laß uns den genießen!


Friedrich Rückert
(1788 - 1866)



11. Juli 2011

nun blüht mir was!

als ich im Frühjahr verschiedene Pflänzchen besorgte, mit denen ich eine Schale für den Garten gestaltete, war auch eine Petunie darunter; sie war ziemlich winzig, so dass ich zu dem Zeitpunkt nicht erkennen konnte, in welcher Farbe sie blühen würde, da sie überhaupt noch keine Knospenansätze aufwies

Wochen vergingen, die Pflänzchen entwickelten sich prächtig, vereinzelt waren nun auch bereits Blüten ausgebildet, die sich nach und nach öffneten, und als die Petunie dann endlich soweit war, erwartete mich eine Überraschung: gefüllte Blüten in einer ganz zauberhaften Farbe






nun kann ich mich gar nicht sattsehen an dieser Naturschönheit, manchmal habe ich das Gefühl, als ob sie es spürte, wie sehr ich sie bewundere, denn sie blüht und blüht und blüht ...








Habt Ihr schon in junges Grün gekleidet,
eure Knospen jugendlich empor?
Zarte Pflanzen, die ich oft beneidet,
wenn mein Auge sich an Euch geweidet,
und mein Sinn sich tief in Euch verlor.

Denn umweht von warmen Frühlingslüften,
oeffnet sich der Erde dunkler Schooss.
Aus des mütterlichen Bodens Grüften,
ringen sich, geweckt zu süssen Düften,
eure still entsprossten Keime los.

Und der Sonne milde Blicke schweben
liebend um das neue, frische Grün.
Kraftvoll regt sich euer innres Leben,
und mit ungehemmtem, raschem Streben,
keimt die Knospe nur um aufzublühn.

Süsse Wohlgerüche zu verhauchen,
bricht bewusstlos dann die Blume auf;
und des Tages helle Strahlen tauchen
schmeichelnd sich in ihren Kelch und saugen
leis' und schnell ihr junges Leben auf.


aus dem Gedicht "Pflanzenleben"
von Charlotte von Ahlefeld (1781 - 1849)

10. Juli 2011

I ♥ Recycling ... vom Landhaus-Rock zur Kissenhülle

gestern nachmittag habe ich mich endlich mal drangesetzt, ein großes, rundes Kissen zu nähen; das hatte ich schon so lange vor, bin aber irgendwie bisher nie dazu gekommen ... doch jetzt ist es getan, und das ist dabei herausgekommen




Recycling-Kissenhülle (60 cm Durchmesser)


da ich letzte Woche auf dem Flohmarkt einen äußerst aparten ;-) Landhaus-Rock aus leichtem Jeansstoff (sogar aus zwei verschiedenen Stoffen, dazu am unteren Rand mit roter Borte abgesetzt) für sage und schreibe 1 Euro erstanden habe, dachte ich, nun ist die Gelegenheit günstig, diesen Stoff möchte ich verarbeiten; also dann, Nähmaschine auf den Tisch, "Zutaten" bereitgelegt und los ging's




zuerst einmal habe ich den Bund vom frisch gewaschenen Rock abgeschnitten, dann am oberen Rand einen Tunnel für die Kordel zum Zuziehen genäht, danach ca. 1,5 cm über dem unteren Saum entlang von einer zur anderen Seite drübergenäht  und anschließend den Faden leicht angezogen, damit ich den Stoff nach und nach der Länge kräuseln konnte; das habe ich im Anschluss auch getan, danach konnte ich die Hülle schon gut in eine runde Form legen






danach kam ein Häkeldeckchen zum Einsatz, das ich unter die Hülle gelegt und von Hand angenäht habe





darunter dann ein Stück eines alten Leinen-Handtuches, damit man hinterher nicht durch die Löcher schauen kann, ebenfalls von Hand angenäht








ja, das war's auch fast schon, jetzt noch eine Kordel mit der Sicherheitsnadel durchgezogen



und das Kissen zum Schluss entsprechend zurechtgezupft und gefüllt (in diesem Falle habe ich das mit Füllwatte getan, aber bei der Größe des Kissens ist das wenig ratsam, da geht nämlich ganz schön viel davon hinein; ein rundes Inlet wäre sicherlich angebrachter, sieht vielleicht hinterher auch besser aus), dann noch die Kordel feste angezogen ... und fertig war's ... Moment, da fehlte doch noch was, ach ja, die obligatorische Stoffrose als I-Tüpfelchen ganz oben drauf, damit man auch sieht, dass hier die Rosabella am Werk war :-)



jetzt ist es aber komplett


und für's erste Mal sieht's eigentlich ganz manierlich aus :-)



I
Recycling