28. Februar 2011


Wie bist du schön, o Rose,
und hold in deiner Pracht,
vom ersten Sonnenstrahle
geküßt nach thau'ger Nacht;
von Thränen übergossen
dein leuchtend Angesicht,
stehst lächelnd du im Schimmer
des Lichts, das dich umflicht.


O Mädchen, so bist lieblich
du wie der Rose Bild,
wenn sich dein dunkles Auge
mit süßen Tropfen füllt,
die Wangen sanft sich röthen
in stiller, heil'ger Gluth
vom Sonnenstrahl der Liebe,
der schimmernd auf dir ruht!


Gedicht "Schönes Bild"
von Luise Büchner (1821 - 1877)

27. Februar 2011

erinnern möchte ich heute an ... Rudolf Steiner

150. Geburtstag
27. Februar 1861 - 30. März 1925
"Schöpfer vieler Kulturen",  Naturwissenschaftler,
Philosoph, Pädagoge, Begründer der Anthroposophie
 
Rudolf Steiner im Jahre 1916
(Foto: gemeinfrei)


An Rudolf Steiner
So wie ein Mensch, am trüben Tag, der Sonne vergisst, -
sie aber strahlt und leuchtet unaufhörlich, -
so mag man Dein an trübem Tag vergessen,
um wiederum und immer wiederum
erschüttert, ja geblendet zu empfinden,
wie unerschöpflich fort und fort und fort
Dein Sonnengeist
uns dunklen Wandrern strahlt.

- Christian Morgenstern -

26. Februar 2011

das ist doch mal eine gute Nachricht

Ihr Lieben, herzlichen Dank für's Daumendrücken, mir scheint, 
es hat geholfen, der Computer läuft wieder einwandfrei :-)))

nachdem mich gestern nachmittag ein netter, hilfsbereiter Mechaniker besuchte und dieser in kürzester Zeit die vorliegenden Defekte ausmachte, installierte er zwei Ersatzteile (Grafikkarte und Mainboard), die er glücklicherweise (in weiser Voraussicht?) schon mitgebracht hatte ... und siehe da, kurz darauf funktionierte alles wieder tadellos ... ach, was habe ich mich gefreut ... und gleich noch ein bißchen mehr, als ich erfuhr, dass ich weder für die neu eingebauten Teile noch für die Reparatur etwas bezahlen musste, da ich auf den Computer eine dreijährige Garantie einschließlich Vor-Ort-Service habe, die noch gültig ist ...

... prima, nun kann es hier im Blog endlich weitergehen, für heute jedoch erst einmal mit einem Foto der Rosen, die mir vor ein paar Tagen eine Freundin schenkte ... damit grüße ich alle sehr herzlich und wünsche ein schönes Wochenende ... und nochmals DANKE für Eure "virtuelle" Unterstützung ♥






20. Februar 2011

ich sehe Schwarz :-(

im wahrsten Sinne des Wortes ... Ihr Lieben, seit gestern mittag funktioniert mein Computer nicht mehr :-( zwar lässt sich der Rechner hochfahren, der Bildschirm jedoch bleibt schwarz ... nichts geht! jetzt bin ich ziemlich ratlos und irgendwie auch ganz schön aufgeschmissen (habe auch keinen Zugriff auf meinen Outlook-Posteingang!) ... zuerst dachte ich, dass es vielleicht an einem lockeren Verbindungskabel liegen könnte .... dem ist wohl nicht so, nachdem ich alles kontrollierte, ging es immer noch nicht ... ob der Bildschirm defekt ist oder vielleicht die Graphik-Karte im Rechner, ich weiß es nicht ... gerade schreibe ich an einem Computer, zu dem ich normalerweise keinen Zugang habe und den ich nur in "Notfällen" benutzen kann ... also gut, ich muss sehen, wie es weitergeht und wen ich um Rat fragen kann ... das wird sicherlich ein paar Tage in Anspruch nehmen  *seufz* ... ich melde mich, sobald ich wieder von hier aus online gehen kann ... bis dahin :-(((

19. Februar 2011

erinnern möchte ich heute an ... Gabriele Münter

Malerin des Expressionismus
19. Februar 1877 - 19. Mai 1962


 
Gabriele Münter, um 1900
(Foto: gemeinfrei)


Gabriele Münter, die mit dem Maler Wassily Kandinsky liiert war, gehört neben Paula Modersohn-Becker zu den bedeutendsten Künstlerinnen der Klassischen Moderne. Sie gründete im Jahre 1909 unter anderem mit Marianne Werfekin, Alexej Jawlensky und Wassily Kandinsky die "Neue Künstlervereinigung München" und zwei Jahre später mit Alfred Kubin, Franz Marc, Wassily Kandinsky und weiteren Künstlerkollegen die Gruppe "Blaue Reiter", der sie jedoch nicht angehörte

der Malerin ist es zu verdanken, dass zahlreiche Werke Kandinsky's der Öffentlichkeit nur zugänglich gemacht werden konnten, weil sie sie durch die Kriegs- und Nachkriegszeit rettete

als Gabriele Münter im Jahre 1962 starb, lebte sie in Murnau am Staffelsee; in ihrem Haus, dem sogenannten "Russenhaus" (heute Münter-Haus) verbrachte sie mit Kandinsky in den Jahren 1909 bis 1914 die Sommermonate; ihr Wunsch, nach ihrem Tode dieses Haus als Stätte der Erinnerung an ihre Kunst und an die Kandinsky's zu nutzen, wurde erfüllt; nach Abschluss der Renovierungsarbeiten im Jahre 1999 wurde es der Öffentlichkeit zugänglich gemacht 

nach der Künstlerin ist ein renommierter Kunstpreis benannt, der "Gabriele Münter Preis", der vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im dreijährigen Turnus in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK), dem Verband der Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstförderer (GEDOK) und dem Frauenmuseum in Bonn ausgelobt wird; die Auszeichnung ist mit 20.000 Euro dotiert

18. Februar 2011

erinnern möchte ich heute an ... Max Klinger

Maler, Grafiker und Bildhauer
18. Februar 1857 - 4. Juli 1920


"Zu empfinden, was er sieht,
zu heben, was er empfindet,
das macht das Leben des Künstlers aus."

- Max Klinger -



"Bianca" (1890) von Max Klinger
- Museum der Bildenden Künste,
Grafische Sammlung, Leipzig -




Max Klinger, der mit seinen Arbeiten, die vom Symbolismus und Jugendstil geprägt waren, maßgeblich dazu beitrug, in Deutschland der modernen Kunst zum Druchbruch zu verhelfen, zählte zu den bedeutendsten deutschen Künstlern des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts; Angaben über Leben und Werk des Künstlers findet Ihr auf dieser Seite



Radierung und Aquatinta aus dem Jahre 1881 von Max Klinger

Dank ... und Worte von Rilke, die berühren

Ihr Lieben

endlich möchte ich mich bei Euch allen herzlich bedanken für die zahlreichen und liebenswürdigen Kommentare, die Ihr mir in letzter Zeit  hier  hinterlassen habt, ebenso für  wohlwollende, aber auch kritische Mails zu Themen, die ich ansprach, für viele herzliche Kontakte, die sich  haben knüpfen lassen, für so manch schönes Überraschungs-Päckchen, das mich erreichte und nicht zuletzt auch dafür, dass einige neue Leserinnen und Leser nun mein Blog verfolgen ... ich freue mich wirklich sehr darüber ... DANKE !


in dem Zusammenhang muss ich gestehen, dass ich es nicht immer schaffe, auf Mails oder Briefe unverzüglich zu reagieren beziehungsweise Eure Blogs zu besuchen und zu kommentieren ... das liegt aber nicht etwa an Desinteresse, im Gegenteil, ich bemühe mich, stets "am Ball zu bleiben", und wenn ich einmal nicht antworte, so seht es mir bitte nach und habt ein wenig Geduld, ich vergesse niemanden ... manchmal dauert es bei mir eben etwas länger, die passenden Worte zu finden ...


apropos Worte: viele von Euch wissen, dass ich Rilke sehr mag ... gerade gestern erst las ich in einem Buch über ihn und stieß dabei auf einen Brief, den er im Sommer 1903 an seinen Dichterkollegen Franz Xaver Kappus verfasste ... diese Zeilen haben mich auf wundersame Weise berührt ... und weil ich ständig an sie denken muss, selbst jetzt, während ich hier schreibe, werde ich sie auszugsweise wiedergeben ... vielleicht nehmt Ihr Euch ein paar Momente zum Lesen?


" ... vor etwa zehn Tagen habe ich Paris verlassen, recht leidend und müde, und bin in eine große nördliche Ebene gefahren, deren Weite und Stille und Himmel mich wieder gesund machen soll. Aber ich fuhr in einen langen Regen hinein, der heute erst sich ein wenig lichten will über dem unruhig werdenden Land; und ich benutze diesen ersten Augenblick Helle, um Sie zu grüßen ...

... ich habe einen Brief von Ihnen lange ohne Antwort gelassen, nicht daß ich ihn vergessen hätte - im Gegenteil: er war von der Art derer, die man wieder liest, wenn man sie unter den Briefen findet, und ich erkannte Sie darin wie aus großer Nähe. Wenn ich ihn, wie jetzt, in der großen Stille dieser Ferne lese, dann rührt mich Ihre schöne Sorge um das Leben, mehr noch, als ich das schon in Paris empfunden habe, wo alles anders anklingt und verhallt wegen des übergroßen Lärmes, von dem die Dinge zittern. Hier, wo ein gewaltiges Land um mich ist, über das von den Meeren her die Winde gehen, hier fühle ich, daß auf jene Fragen und Gefühle, die in ihren Tiefen ein eigenes Leben haben, nirgend ein Mensch Ihnen antworten kann; denn es irren auch die Besten in den Worten, wenn sie Leisestes bedeuten sollen und fast Unsägliches. Aber ich glaube trotzdem, daß Sie nicht ohne Lösung bleiben müssen, wenn Sie sich an Dinge halten, die denen ähnlich sind, an welchen jetzt meine Augen sich erholen. Wenn Sie sich an die Natur halten, an das Einfache in ihr, an das Kleine, das kaum einer sieht, und das so unversehens zum Großen und Unermeßlichen werden kann; wenn Sie diese Liebe haben zu dem Geringen und ganz schlicht als ein Dienender das Vertrauen dessen zu gewinnen suchen, was arm scheint: dann wird Ihnen alles leichter, einheitlicher und irgendwie versöhnender werden, nicht im Verstande vielleicht, der staunend zurückbleibt, aber in Ihrem innersten Bewußtsein, Wach-sein und Wissen ...

... Sie sind so jung, so vor allem Anfang, und ich möchte Sie, so gut ich es kann, bitten, Geduld zu haben gegen alles Ungelöste in Ihrem Herzen und zu versuchen, die Fragen selbst liebzuhaben wie verschlossene Stuben und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind. Forschen Sie jetzt nicht nach den Antworten, die Ihnen nicht gegeben werden können, weil Sie sie nicht leben könnten. Und es handelt sich darum, alles zu leben. Leben Sie jetzt die Fragen. Vielleicht leben Sie dann allmählich, ohne es zu merken, eines fernen Tages in die Antwort hinein ...

... lieben Sie Ihre Einsamkeit, und tragen Sie den Schmerz, den sie Ihnen verursacht, mit schön klingender Klage. Denn die Ihnen nahe sind, sind fern, sagen Sie, und das zeigt, daß es anfängt, weit um Sie zu werden. Und wenn Ihre Nähe fern ist, dann ist Ihre Weite schon unter den Sternen und sehr groß; freuen Sie sich Ihres Wachstums, in das Sie ja niemanden mitnehmen können, und seien Sie gut gegen die, welche zurückbleiben, und seien Sie sicher und ruhig vor ihnen und quälen Sie sie nicht mit Ihren Zweifeln und erschrecken Sie sie nicht mit Ihrer Zuversicht oder Freude, die sie nicht begreifen könnten ...

 ... glauben Sie an eine Liebe, die für Sie aufbewahrt wird wie eine Erbschaft, und vertrauen Sie, daß in dieser Liebe eine Kraft ist und ein Segen, aus dem Sie nicht herausgehen müssen, um ganz weit zu gehen ..."

17. Februar 2011

es (f)liegt was in der Luft ...

gestern nachmittag ... durch das geöffnete Fenster kann  ich es gar nicht überhören ... Gekreische und Geschnatter ... herrlich ... wie Musik klingt das in meinen Ohren ... unwillkürlich geht mein Blick Richtung Himmel ... mit großer Freude genieße ich dieses kurzweilige Naturschauspiel ... der bevorstehende Jahreszeiten-Wechsel kündigt sich an ... ach, Frühling  ...  ich erwarte Dich bereits ... mit großer Sehnsucht ...
  




" ... ja, nach langen Winterleiden
kehrt der Frühling uns zurück,
will die Welt in Freude kleiden,
will uns bringen neues Glück ..."


aus dem Gedicht "Frühlings Ankunft"
von A. H. Hoffmann von Fallersleben
(1798 – 1874)

16. Februar 2011




Ich will nicht langen nach dem lauten Leben
und keinen fragen nach dem fremden Tage:
Ich fühle, wie ich weiße Blüten trage,
die in der Kühle ihre Kelche heben.

Es drängen Viele aus den Frühlingserden,
darinnen ihre Wurzeln Tiefen trinken,
um nicht mehr könnend in die Knie zu sinken
vor Sommern, die sie niemals segnen werden.


Rainer Maria Rilke


"Suche die kleinen Dinge, die dem Leben Freude geben"

zur Zeit gibt es in Deutschlands größtem Drogeriemarkt wieder die weißen Glasnuggets, zu finden im Regal zwischen den Oster-Dekorationsartikeln (übrigens sind die Nuggets in Deutschland hergestellt und nicht - wie bei vielen Glasgegenständen üblich - in Asien!)

in den letzten Jahren habe ich sie nun bereits schon ein paar Mal dort gekauft, weil ich damit immer meine kleinen "schmucken Dinger" herstelle, das heißt ich verziere die Nuggets ganz dezent mit den verschiedensten Tattoos (leider kann ich nicht besonders gut malen, sonst würde ich sie nämlich auf diese Art verschönen)

heute  probiere ich es mal mit sogenannten Nail-Art-Stickern, die man ja eigentlich auf die Fingernägel kleben sollte ... diejenigen, die mich schon länger kennen, wissen, dass ich gerne mit "Material" herumprobiere und dabei das eine oder andere Stück durchaus schon mal für etwas anderes verwende als üblicherweise vorgesehen ;-)




... ja, und es geht wirklich ganz einfach, nur die Sticker vorsichtig von der Folie abtrennen, auf die vorher gesäuberten Nuggets legen, kurz andrücken ... fertig sind sie, die kleinen "schmucken Dinger", in diesem Falle mal schlicht und edel :-)




 
Ihr fragt nun, wofür ich meine kleinen "schmucken Dinger" verwende? ehrlich gesagt finde ich sie, je nach Motiv, äußerst dekorativ  zu mehreren auf der weißen Leinentischdecke des festlich gedeckten Tisches als "Hingucker" drapiert (man kann sie auch mit den Namen der Gäste beschriften [dann bitte einen wasserfesten Stift benutzen]) und als Platz"kärtchen" an die Teller legen (der Clou: jeder Gast darf natürlich beim Nachhausegehen sein individuell für ihn gestaltetes Nugget als Erinnerung mitnehmen) ...






... oder hübsch verpackt als Glücksbringer verschenken (beispielsweise in einem von Euch selbst gefalteten, farblich passenden Papier-Kartönchen) ...






... oder die etwas größeren Stücke als Briefbeschwerer auf den Schreibtisch legen oder als Deko in einer Schale auf die Fensterbank zwischen die Blumen stellen ... oder oder oder ...





die "schmucken Dinger" sind zwar klein, dennoch bereiten sie dem Betrachter oder Beschenkten jedesmal viel Freude, egal, wie sie letztendlich verwendet werden ... probiert es doch mal aus, besorgt Euch welche und "tätowiert" sie ... Ihr werdet sehen, wie sich mit wenig Aufwand wirklich etwas Schönes "zaubern" lässt




"Suche die kleinen Dinge,
die dem Leben Freude geben."

- Konfuzius -

15. Februar 2011

ROSA im Reisefieber

Ihr Lieben, es ist soweit ... nachdem mich meine Glücksfee bei der Ziehung des Namenszettels soeben tatkräftig unterstützt hat, wissen wir nun, wohin schon ganz bald ROSA reisen wird ... nämlich zu




herzlichen Glückwunsch,
liebe Liz



denen, die sich an der Verlosung beteiligt haben und heute leider leer ausgehen, möchte ich sagen: seid bitte nicht traurig, weil Euch dieses Mal das Glück nicht hold war ... und überhaupt: ein herzliches Dankeschön für die zahlreichen und liebenswürdigen Kommentare, die Ihr hinterlassen habt, über die ich mich sehr gefreut habe !!

10. Februar 2011



Du herrlichste aller, o weiße Rose,
du zarte und reine, du makellose,
die taugeschmückt, im Schneegewand,
am Morgenstrahl zum Blühn erstand ...



aus dem Gedicht "Weiße Rose"
von Anastasius Grün (1808 – 1876)





Ihr Lieben, ich mache dann mal ein paar Tage zu hier ... bin aber hoffentlich bis spätestens zur Bekanntgabe des Namens der Gewinnerin oder des Gewinners von ROSA am 15. Februar wieder zurück ... eine schöne Zeit ... gehabt Euch wohl

9. Februar 2011

... wie ein sanfter Hauch von Vorfrühling in der Luft













 







Der Schnee, der gestern noch
vom Himmel fiel,
hängt nun geronnen heut als Glöckchen
am zarten Stiel.
Schneeglöckchen läutet, was bedeutet's
im stillen Hain?
O komm geschwind! Im Haine läutet's
den Frühling ein.
O kommt, ihr Blätter, Blüt' und Blume,
die ihr noch träumt,
all zu des Frühlings Heiligtume
kommt ungesäumt!

 
Gedicht "Schneeglöckchen"
von Friedrich Rückert (1788 - 1866)

8. Februar 2011

erinnern möchte ich heute an ... Paula Modersohn-Becker

eine der bedeutendsten Malerinnen des frühen Expressionismus
8. Februar 1876 - 20. November 1907


„Es ist einmal wieder Abend, einmal wieder einer von meinen schönen Abenden. Dann ist mir’s, als ob die ganze Welt mir offen stünde. Dann setze ich mich in meinen gemütlichen Stuhl, den Du ja kennst, denke nicht viel, doch auch nicht zu wenig, dieses Wenige aber intensiv, empfinde intensiv und freue mich leise, leise, dass ich Paula Becker bin.“
(diese Zeilen schrieb Paula im Jahre 1897 an ihren Bruder Kurt; zitiert nach Beuys)


... "wie schade"  sollen die letzten Worte der großen Künstlerin gewesen sein, als sie ein paar Tage nach der Geburt ihrer Tochter Mathilde im Alter von nur 31 Jahren an den Folgen einer Embolie verstarb ... über ihr kurzes, aber sehr schaffensreiches Leben berichtet dieser lesenswerte Artikel

Rainer Maria Rilke, der Paula (er nannte sie auch "ernste Freundin") seinerzeit in der Künstlerkolonie begegnete (im übrigen war sie sehr eng mit seiner Frau, Clara Westhoff, befreundet)   widmete ihr dieses eindrucksvolle Gedicht:

Du blasses Kind, an jedem Abend soll

der Sänger dunkel stehn bei deinen Dingen
und soll dir Sagen, die im Blute klingen,
über die Brücke seiner Stimme bringen
und eine Harfe, seiner Hände voll.

Nicht aus der Zeit ist, was er dir erzählt,
gehoben ist es wie aus Wandgeweben;
solche Gestalten hat es nie gegeben, -
und Niegewesenes nennt er das Leben.
Und heute hat er diesen Sang erwählt:

Du blondes Kind von Fürsten und aus Frauen,
die einsam warteten im weißen Saal, -
fast alle waren bang, dich aufzubauen,
um aus den Bildern einst auf dich zu schauen:
auf deine Augen mit den ernsten Brauen,
auf deine Hände, hell und schmal.

Du hast von ihnen Perlen und Türkisen,
von diesen Frauen, die in Bildern stehn
als stünden sie allein in Abendwiesen, -
du hast von ihnen Perlen und Türkisen
und Ringe mit verdunkelten Devisen
und Seiden, welche welke Düfte wehn.

Du trägst die Gemmen ihrer Gürtelbänder
ans hohe Fenster in den Glanz der Stunden,
und in die Seide sanfter Brautgewänder
sind deine kleinen Bücher eingebunden,
und drinnen hast du, mächtig über Länder,
ganz groß geschrieben und mit reichen, runden
Buchstaben deinen Namen vorgefunden.

Und alles ist, als wär es schon geschehn.

Sie haben so, als ob du nicht mehr kämst,
an alle Becher ihren Mund gesetzt,
zu allen Freuden ihr Gefühl gehetzt
und keinem Leide leidlos zugesehn;
so dass du jetzt stehst und dich schämst.
... Du blasses Kind, dein Leben ist auch eines, -
der Sänger kommt dir sagen, dass du bist.
Und dass du mehr bist als ein Traum des Haines,
mehr als die Seligkeit des Sonnenscheines,
den mancher graue Tag vergisst.
Dein Leben ist so unaussprechlich Deines,
weil es von vielen überladen ist.

Empfindest du, wie die Vergangenheiten
leicht werden, wenn du eine Weile lebst,
wie sie dich sanft auf Wunder vorbereiten,
jedes Gefühl mit Bildern dir begleiten, -
und nur ein Zeichen scheinen ganze Zeiten
für eine Geste, die du schön erhebst. -

Das ist der Sinn von allem, was einst war,
dass es nicht bleibt mit seiner ganzen Schwere,
dass es zu unserm Wesen wiederkehre,
in uns verwoben, tief und wunderbar:

So waren diese Frauen elfenbeinern,
von vielen Rosen rötlich angeschienen,
so dunkelten die müden Königsmienen,
so wurden fahle Fürstenmunde steinern
und unbewegt von Waisen und von Weinern,
so klangen Knaben an wie Violinen
und starben für der Frauen schweres Haar;
so gingen Jungfraun der Madonna dienen,
denen die Welt verworren war.
So wurden Lauten laut und Mandolinen,
in die ein Unbekannter größer griff, -
in warmen Samt verlief der Dolche Schliff, -
Schicksale bauten sich aus Glück und Glauben,
Abschiede schluchzten auf in Abendlauben, -
und über hundert schwarzen Eisenhauben
schwankte die Feldschlacht wie ein Schiff.
So wurden Städte langsam groß und fielen
in sich zurück wie Wellen eines Meeres,
so drängte sich zu hochbelohnten Zielen
die rasche Vogelkraft des Eisenspeeres,
so schmückten Kinder sich zu Gartenspielen, -
und so geschah Unwichtiges und Schweres,
nur, um für dieses tägliche Erleben
dir tausend große Gleichnisse zu geben,
an denen du gewaltig wachsen kannst.

Vergangenheiten sind dir eingepflanzt,
um sich aus dir, wie Gärten, zu erheben.

Du blasses Kind, du machst den Sänger reich
mit deinem Schicksal, das sich singen lässt:
so spiegelt sich ein großes Gartenfest
mit vielen Lichtern im erstaunten Teich.
Im dunklen Dichter wiederholt sich still
ein jedes Ding: ein Stern, ein Haus, ein Wald.
Und viele Dinge, die er feiern will,
umstehen deine rührende Gestalt.

"Dem Andenken von Paula Becker-Modersohn"
Das Buch der Bilder / Des zweiten Buches erster Teil (1906)
von Rainer Maria Rilke

Memory

für meinen im letzten Sommer verstorbenen Papa (das Foto gehört zu den letzten, die wir im April mit ihm aufnehmen konnten) habe ich gestern nachmittag diese Papier-Rose gefertigt ... während eines Besuches bei meiner Mutti am Wochenende werden wir zum Friedhof spazieren und sie dort auf sein Grab legen ... am 14. Februar hätte er Geburtstag ...




Papier-Rose
Memory
für Papa



... verklungene Lieder, verblaßtes Blau, –
wie kühl der Wind und die Welt wie grau ...

... die letzte Rose am Hag verblüht,
ein Tränenregen vom Himmel sprüht ...

... und das Aug', das lächelnd das deine traf,
nun schläft es den tiefen, den ewigen Schlaf ...

... und was dich freute, und all, was dein,
das sollt für immer verloren sein?! ...

... was irdisch, wurde der Erde Raub;
bekränze den Hügel, – den Staub zum Staub ...

... dann aber den tränenden Blick hinauf:
"Die Liebe, sie höret nimmer auf" ...

... wer heiß geliebt und wer hoch gestrebt,
der ist nicht begraben und tot, der lebt ...

... das Samenkorn, das wir der Erde vertraut,
wird keimen, sobald der Himmel blaut ...

... und das Auge, das heut in Schmerzen weint,
wird lächeln, wenn wieder die Sonne scheint ...

... ich schlage das Auge zum Licht hinauf
und weiß: Die Liebe höret nimmer auf ...



Zeilen aus dem Gedicht "Die Liebe höret nimmer auf"
von Clara Müller-Jahnke (1860 - 1905)

7. Februar 2011

Verlosung "Papier-Rose ROSA"


eine kleine Verlosung, einfach mal zwischendurch, ohne besonderen Anlass ... aber vor allem, ohne Bedingung (na ja, fast), denn jede/jeder, die/der mitmachen möchte, müsste bitte einen Kommentar hier hinterlassen ... das war's dann auch schon :-)




bei wem ROSA (handmade with love by Rosabella) demnächst ihren endgültigen Platz finden wird, entscheidet meine Glücksfee, die am 15. Februar 2011 den Zettel mit dem Namen der Gewinnerin oder des Gewinners ziehen wird ... also dann, viel Glück  ♥ 

6. Februar 2011

auf Abwegen ?!

während meines Spazierganges am Nachmittag entdeckte ich neben zart-grünen Blättchen an Sträuchern und Bäumen sowie kleinen, gelben Blumen am Waldboden auch einige mich erst auf den zweiten Blick ansprechende Motive ... zugegeben, ein wenig gewöhnungsbedürftig nach den zahlreichen Rosenblüten der letzten Tage hier im Blog ... vielleicht aber gerade deshalb war mir  heute danach, den gewohnten Weg zu verlassen, um kurzzeitig  mal die Richtung zu wechseln ...




"Eine alte Gewohnheit legt sich so leicht nicht ab, und eine Richtung, die wir früh genommen, kann wohl einige Zeit abgelenkt, aber nie ganz unterbrochen werden."
                                                                                 Johann Wolfgang Goethe

Happy Birthday Mariette


Die Jahre vergehen,
das Alter häuft sich,
doch der Anblick von Rosen
befreit mich von allen Sorgen.

(aus Japan)


für Dich,




herzlichen Glückwunsch
zu Deinem besonderen Geburtstag
und alles erdenklich Gute

5. Februar 2011








"Es ist gewiss wertvoll,

wenn der Mensch auch ein Herz hat
und nicht nur Gedanken.
Aber das Wertvollste ist,
wenn die Gedanken Herzen haben."

                                                     Rudolf Steiner

4. Februar 2011

wie der leichte Duft des Morgens
über der aufblühenden Rose ...




 
für

Martha

 
Papier-Rose
Amelie
- handmade with love by Rosabella -

3. Februar 2011

erinnern möchte ich heute an ... Georg Trakl

einer der größten österreichischen Lyriker des 20. Jahrhunderts
3. Februar 1887  - 3. November 1914 









Resedaduft entschwebt im braunen Grün,
Geflimmer schauert auf den schönen Weiher,
die Weiden stehn gehüllt in weiße Schleier
darinnen Falter irre Kreise ziehn.
Verlassen sonnt sich die Terrasse dort,
Goldfische glitzern tief im Wasserspiegel,
bisweilen schwimmen Wolken übern Hügel,
und langsam gehn die Fremden wieder fort.

Die Lauben scheinen hell, da junge Frau'n
am frühen Morgen hier vorbeigegangen,
ihr Lachen blieb an kleinen Blättern hangen,
in goldenen Dünsten tanzt ein trunkener Faun.


Gedicht "In einem alten Garten" von Georg Trakl

2. Februar 2011

"Gibt's an Lichtmess Sonnenschein,
wird's ein spätes Frühjahr sein."

( Spruch aus einem alten Hauskalender )


heute - an Mariä Lichtmess - scheint bei uns tatsächlich die Sonne ... war der zarte Hauch, den ich vor ein paar Tagen, als es wärmer war, zu verspüren glaubte, dann wohl doch kein Anzeichen von Vorfrühling !?

vertraut man besagter Bauernregel, so wird die neue Jahreszeit noch lange auf sich warten lassen  ...  nun ja, besser spät als nie ... c'est la vie :-)



als ich eben in den Himmel sah, strahlte sie mich an  ...

1. Februar 2011

Februar

Schon leuchtet die Sonne wieder am Himmel
und schmilzt die Schneelast von den Dächern
und taut das Eis auf an den Fenstern
und lacht ins Zimmer: wie geht's? wie steht's?


Und wenn es auch noch lang nicht Frühling,
so laut es überall tropft und rinnt ...
du sinnst hinaus über deine Dächer ...
du sagst, es sei ein schreckliches Wetter,
man werde ganz krank! und bist im stillen
glückselig drüber wie ein Kind.


Gedicht "Februar" von Cäsar Flaischlen (1864 – 1920

Mach' anderen Freude ...

... Du wirst erfahren, daß Freude freut!
Zitat von Friedrich Theodor v. Vischer (1807  - 1887)




oh ja, da war die Freude unbeschreiblich groß, als gestern ein Brief  von der lieben Maren  bei mir ankam ... wir beide haben nämlich getauscht ... und was soll ich sagen? nicht nur die beiden von mir auserwählten "Objekte der Begierde" haben mich erreicht, sondern noch vieles Wunderbare mehr ... mir fehlen die Worte nicht oft, aber da wusste ich nun wirklich nichts mehr zu sagen ... überwältigt war ich ... und ich habe mich gefreut, so sehr gefreut ... danke Dir von Herzen für alles, liebe Maren




drei wunderbare Charms
- handmade with love by Maren -

an
Papier-Rose
Rosalie
- handmade with love by Rosabella -



PS: ich werde unbedingt die mitgesandten, getrockneten Hibiskusblüten verwenden, um damit mal Papier einzufärben ... bin sehr gespannt auf das Ergebnis, dankeschön auch dafür :-)



... und da wir gerade schon bei "erfreulichen" Themen sind :-) vor einiger Zeit durfte ich eine ganz andere Art von Freude empfinden, nämlich die der Gaumen-Freude :-)
die liebe Carola übersandte mir, ohne davon zu ahnen, eine besonders "süße" Überraschung ...




... zwei handgeschöpfte Schokoladen vom Feinsten ... eine von ihnen mit der Geschmacksrichtung "Rose und Basilikum" - bis dato wusste ich nicht einmal, dass es so etwas überhaupt gibt!? -  und die mittlerweile eindeutig zu meinen Favoriten zählt ... hm, sie schmeckte einfach zu köstlich, mit Worten eigentlich kaum zu beschreiben ... und wie anfangs bereits erwähnt, verschaffte sie mir beim Genießen jedes einzelnen Stückes einen unvergleichliche Gaumen-Freude :-)




Du Liebe, die Du mir zwischendurch immer Gutes tust, auch an dieser Stelle nochmals herzlichen Dank für dieses wunderbare Geschenk, über das ich mich "mit allen Sinnen" gefreut habe