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16. Juli 2011

"Ich bin dir das, was du in mir ersiehst"






"O bist du", - sprach's in mir – "die 'blaue Blume',
die holde Botin einer schöner'n Welt,
dem Alltag fern in ihrem Heiligthume,
die Lust, die uns im Traum vom Himmel fällt?
Das Glück, das nicht an Raum und Zeit gebunden,
als Göttergabe durch die Herzen flammt,
die Wärme, mit dem Sommer nicht entschwunden,
der Frühlings, der dem Geistesschwung entstammt?
O blaue Blume, wunderbar entsproßen,
verkünde meinem Herzen, was du bist!"

- Da war's, als hätt' sie leise mir erschlossen:
"Ich bin dir das, was du in mir ersiehst.
Vermag mein Anblick Freude dir zu geben,
erschließt er dir noch eine Zauberwelt -
was klagst du dann, daß nimmer dir im Leben
mehr unverhoffte Lust vom Himmel fällt?!"


aus dem Gedicht "Die blaue Blume"
von Marie von Najmájer
(1844 - 1904)



bei dieser "blauen Blume" handelt es sich um eine Blüte vom Männertreu (Lobelia erinus),
auch "Blaue Lobelie" genannt

Kommentare:

  1. Liebe Rosabella,

    das ist so treffend, was du formulierst:
    Unser Herz spricht, auch wenn es nicht immer
    die richtigen Worte sind.

    Ich freue mich, dich hier weiterhin zu besuchen.

    Herzliche Grüße - auch von Angela -
    Elisabeth

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  2. Lass die blaue Blume der Romantik nie verblühen!

    Ein schönes Gedicht von Marie von Najmájer, passend zu Deinen berührenden Bildern.

    Herzliche Grüße, Gisela

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  3. Die blaue Blume

    Ich suche die blaue Blume,
    Ich suche und finde sie nie,
    Mir träumt, dass in der Blume
    Mein gutes Glück mir blüh.

    Ich wandre mit meiner Harfe
    Durch Länder, Städt und Au'n,
    Ob nirgends in der Runde
    Die blaue Blume zu schaun.

    Ich wandre schon seit lange,
    Hab lang gehofft, vertraut,
    Doch ach, noch nirgends hab ich
    Die blaue Blum geschaut.

    Joseph von Eichendorff

    ...da ist SIE doch ;-)))

    Annette *♥WEumärmelungsgrüßchen*

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  4. Wunderschönen Beitrag liebe Rosabella, freue mich immer wieder bei dir vorbei zu sehen!
    Einen sonnigen Samstag herzlich Monika

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  5. Liebe rosabella,

    du schaffst es immer wieder uns hier in eine Zauberwelt zu versetzen!!! Solch einzelne Blüten haben immer ihren besonderen Reiz...

    Zu deinem Beitrag von gestern...habe mich eben eingelesen in deine Wabi - Sabi Links ( hatte wiedermal keine Ahnung davon... ) und muss sagen, es gefällt mir alles sehr gut, was ich da lese !!! Man sollte wirklichn versuchen, das in en Alltag einfließen zu lassen !!! Ich glaube ich muss mal mehr darüber lesen..., danke, dass du mein Interesse geweckt hast !!!
    Nur per Zufall habe ich einen Blog entdeckt:

    Wabisabihome.blogspot.com

    Meine Liebe ich wünsche dir ein traumhaftes Wochenende , die Sonne zeigt sich uns heute...und hoffe du wirst viele schöne Momente erleben,
    ♥-licher Gruß,
    Sanne

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  6. Ein wunderschönes Gedicht, liebe Rosabella, das werde ich mir notieren. Genauso wie das von Annette.

    Und sicher ahnst du es, dass Lobelien auch bei mir im Garten blühen. Daran kann ich kein Jahr vorbeigehen. So eine Großaufnahme einer einzelnen Blüte habe ich noch nicht gewagt, ich bezweifle auch, dass meine kleine rosa Kamera-Fee das hinbekommt.

    So genieße ich hier den Anblick.

    Wir hatten einen warmen Tag mit Sonne, die wenigen Wolken störten keinesfalls. So war ich in der Johannesbeerernte und habe mich beim Unkraut zupfen entspannt.

    Vielleicht klappt es morgen noch einmal mit der Sonne und dann auch mit einem Strandbesuch.

    Herzlichst

    Anke

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  7. Tā zilā ilgu puķe

    Tā zilā ilgu puķe, tā nav ne še, ne te
    Tā puķe, tā zilā puķe - nez, kur tā augusi?
    To puķi, to zilo puķi - kur gan lai meklē to?
    Cik simtu tūkstošs jūdžu pie viņas jāceļo?

    Pēc zilās ilgu puķes ir velti meklēts sen,
    Bet vienmēr meklētājus no jauna ilgas dzen
    Tā zilā ilgu puķe, lai ir kā pasaule
    Tā puķe, tā zilā puķe ir tomēr jāmeklē.
    Aspazija (1865-1943), lettische Dichterin und Dramatikerin
    ..die blaue Sehnsuchtsblume, die ist nicht hier und nicht da, die blaue Sehnsuchtsblume - wo wäckst sie denn? Die blaue Sehnsuchtsblume ist selbst wie die ganze Welt, man soll sie doch gesucht sein.
    LG Rita

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  8. Ein wunderschönes Gedicht!

    Ich wünsche Dir noch einen tollen Restsonntag!

    Ganz liebe Grüße

    Hanna

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O mag ein Engel Dir die Schrift diktieren,
daß jedes Wort mir Wonne sei und Lust,
ein Engel Deine Feder führen,
ein Zauber drinnen leben unbewußt!
Damit, wenn ich das Siegel löse,
das Glück sich ungetrübt daraus ergießt,
und keine Wolke, keine böse,
mein Geist von Deinem Geiste liest.

Friederike Kempner (1836 - 1901)