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22. April 2011

Abschiednehmendes Wiedersehn




Karfreitags Krone. Heldenkönig! Einsames Haupt.
Verstoßen. Erheben
die feige Flucht verdammender Hände.
Ein suchender führender Quell.
Wenn ich erhöht sein werde, will ich alle zu mir ziehen.
Und die Welt, die schwere Welt, die leichtsinnschwere Welt,
fast schon oben, reißt ab, eine Wunde reißt auf,
der Seele, Wunde des Leibes, Wunde des Todes:
Vater verzeihe ihnen, sie wissen nicht, was sie tun.
Zum schmerzlichen Hohn der Dornenkrone
fallen kühlende Tropfen fühlender Größe.
Dem bedeutenden, einsamen Menschen an seinem Tage nahe sei,
so ist stiller Freitag, so ist Ostern
trauerhelles Opferglück.
Abschiednehmendes Wiedersehn.





Gedicht "Karfreitag"
von Peter Hille (1854 – 1904)

Kommentare:

  1. Liebe Rosabella,

    Stiller Freitag... so gut verwortet bei Peter Hille!
    Unser tiefster Tag, unser Glauben und dann Ostern; die Hoffnung! Es bringt uns nah zu unseren Geliebten die ewig ihr Stiller Tag haben und hoffentlich auch ewig Ostern.

    Lieber Gruss,

    Mariette

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  2. ...Wandlung und Wiederauferstehung.

    Danke, für die Karfreitagsworte von Peter Hille!

    Herzliche Grüße, Gisela

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  3. Wenn einer starb, den du geliebt hienieden,
    so trag hinaus zur Einsamkeit dein Wehe,
    daß ernst und still es sich mit dir ergehe
    im Wald, am Meer, auf Steigen längst gemieden.

    Da fühlst du bald, daß jener, der geschieden,
    lebendig dir im Herzen auferstehe;
    in Luft und Schatten spürst du seine Nähe,
    und aus den Tränen blüht ein tiefer Frieden.

    Ja, schöner muß der Tote dich begleiten,
    ums Haupt der Schmerzverklärung lichten Schein,
    und treuer - denn du hast ihn alle Zeiten.

    Das Herz auch hat sein Ostern, wo der Stein
    vom Grabe springt, dem wir den Staub nur weihten;
    und was du ewig liebst, ist ewig dein.



    Emanuel Geibel (1815 - 1884)

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  4. Karfreitag

    Blick` empor zum Kreuzesholze,
    Was genäßt von edlem Blut!
    Kannst du schau`n mit frevlem Stolze,
    Wie verhaucht das höchste Gut?

    Gott wird Mensch, da du zum Gotte
    Werden willst, o töricht Herz!
    Er, die Wesheit, wird zum Spotte,
    Und die Seligkeit zum Schmerz.

    Blick`zum Kreuz und seiner Liebe,
    Blick`dann in dein sündig Herz,
    Daß die Liebe alle Triebe
    Sehnend wende himmelwärts!

    Blick` zum Kreuz und nimm ergeben
    Dann dein eigen Kreuz und Leid!
    Aus dem Kreuze blüht das Leben,
    Aus dem Leid die Herrlichkeit.

    Ist dem Herrn so wert dein Leben,
    Weg mit Klagen, weg mit Lust!
    Nur die treu dem Herrn ergeben,
    Zieht er liebend an die Brust.

    Blick` nur auf! Wie bald zu Ende
    Ist, o Herz, das Erdenleid,
    Spenden Gottes Vaterhände
    Seligkeit und Ewigkeit!

    Franz Alfred Muth (1839-1890) *♥seufz*

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  5. Ich wünsche dir und deinen Lieben ein gesegnetes Osterfest.

    Herzliche und sonnige Grüße,
    Mary

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  6. Danke Dir sehr Rosabella.
    Freue mich auch immer über Deine Kommentare.
    Ja,
    der Peter Hille passt sehr gut zum heutigen Tag.
    Ich wünsche Dir und Deiner Familie ein schönes Osterfest und sage Dir herzlichen Dank für Deinen sehr schönen Blog und die viele Mühe Die Du Dir machst. Danke.

    Herzliche Grüße von George.
    Salü Rosabella

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  7. Danke Rosabella, immer wieder lese ich gerne deine Zeilen. Denke nach und nehme sie auf. Ein frohes, sonniges Osterfest, gesellig darf es gerne sein, wünsche ich dir und deinen Lieben. Immer wieder eine gute Erfahrung, dass es Menschen gibt, die das Wesentliche erkennen, liebe Grüße ulrike-kristin

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O mag ein Engel Dir die Schrift diktieren,
daß jedes Wort mir Wonne sei und Lust,
ein Engel Deine Feder führen,
ein Zauber drinnen leben unbewußt!
Damit, wenn ich das Siegel löse,
das Glück sich ungetrübt daraus ergießt,
und keine Wolke, keine böse,
mein Geist von Deinem Geiste liest.

Friederike Kempner (1836 - 1901)