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6. März 2011

erinnern möchte ich heute an ... Elizabeth Barrett-Browning

englische Dichterin
6. März 1806 - 29. Juni 1861
 


"Lass aus dem Himmel deiner Schwingen nicht meine Gedanken;
draußen sind sie wie verlorne Vögel hilflos preisgegeben."

(Elizabeth Barrett-Browning in einem Brief
an ihren Mann, Robert Browning)




  Elizabeth Barret-Browning, fotografiert im Jahre 1859
(Foto: gemeinfrei)




Wie ich dich liebe? Lass mich zählen wie.
Ich liebe dich so tief, so hoch, so weit,
als meine Seele blindlings reicht, wenn sie
ihr Dasein abfühlt und die Ewigkeit.
Ich liebe dich bis zu dem stillsten Stand,
den jeder Tag erreicht im Lampenschein
oder in Sonne. Frei, im Recht, und rein
wie jene, die vom Ruhm sich abgewandt.
Mit aller Leidenschaft der Leidenszeit
und mit der Kindheit Kraft, die fort war, seit
ich meine Heiligen nicht mehr geliebt.
Mit allem Lächeln, aller Tränennot
und allem Atem. Und wenn Gott es giebt,
will ich dich besser lieben nach dem Tod.


Gedicht von Elizabeth Barrett-Browning,
aus dem Englischen übersetzt
von Rainer Maria Rilke



Elizabeth Barrett-Browning gilt als eine der größten englischen Dichterinnen des Viktorianischen Zeitalters; die zahlreichen, von ihr verfassten Werke wirken filigran, fast zärtlich, dennoch sind sie von tiefgehenden Gedanken gekennzeichnet

ihr Leben war geprägt von vielen Leiden; im jugendlichen Alter wurde sie, so heißt es, bei einem Reitunfall schwer verletzt, zur selben Zeit erkrankte sie an Tuberkulose; ab diesem Zeitpunkt lebte sie ein Leben als Schwerkranke, was sie jedoch nie davon abhielt, selbst auf ihrem Krankenlager jahrelang romantische Balladen, Gedichte und Sonette, aber auch Texte zu Themen der Zeit zu verfassen

im Jahre 1861 starb Elizabeth Barrett-Browning durch eine Lungenkrankheit in Florenz; dort lebte sie viele Jahre gemeinsam mit ihrem Mann und ihrem geliebten Sohn, den sie erst im Alter von 43 Jahren gebar

bis zu ihrem Tode gehörte sie einem Zirkel von Künstlerinnen und Künstlern an, in dem sie bis zuletzt dichterisch und politisch aktiv war




Du hast, mein Dichter, alle Macht zu rühren
An Gottes äußersten und letzten Kreis
Und aus des Weltalls breitem Brausen leis
ein Lied zu lösen und es hinzuführen

Durch klare Stille. Deine Heilkunst weiß
Ein Gegengift zu finden, dessen Kraft
Seihst Aufgegebene noch rätselhaft
Za retten scheint. Gott gab dir das Geheiß

Dieses zu tun, so wie er mir befahl
Zu tun nach deinem Wort. Was soll ich sein:
Vergangnes oder Kommendes, dass dein

Gesang es grüße oder es beweine?
Ein Schatten, der dich mahnt an Palmenhaine?
Ein Grab, dabei du ruhst? - Du hast die Wahl.


Gedicht von Elizabeth Barret-Browning,
aus dem Englischen übersetzt
von Rainer Maria Rilke

Kommentare:

  1. Liebe Rosabella,

    danke für die Vorstellung von Elizabeth Barrett Browning. Ich muss gestehen, dass sie mir kein Begriff war. Bei englischen Schriftstellerinnen aus dieser Epoche fallen einem meist nur Jane Austen und die Bronté-Schwestern ein. Auch in England bin ich nie über diesen Namen "gestolpert".

    Nachdem ich dieses wunderschöne Liebesgedicht las, habe ich Lust auf mehr!

    Einen wunderschönen Sonntag und ganz liebe Grüße

    Martha E.

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  2. Elizabeth Barrett Browning *♥seufz*
    Rainer Maria Rilke *♥seufz*

    Ihr,
    die ihr leidet,
    weil ihr liebt,
    liebt nur noch mehr!
    An Liebe sterben ist Leben!

    Victor Hugo *♥seufz*

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  3. gut, dass du daran erinnerst, ein wunderbarer post, liebe Grüße von Kathrin

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  4. Liebe Rosabella,

    Na so eine Überrasschung weil ich von ihr ein Gedicht eingerahmt habe was ich von 'Uncl Bo' bekam. Er war ein Schreiber und hat mich als Nichte (seine einzige!)adoptiert nachdem ich ihm 'Uncle' nannte...
    Noch ein Tip für dich um wieder das erste Bild als Thumbnail drauf zu kriegen bei Blogger. Grad gelesen. Gehe bitte zu diesem Blog und folge was sie sagt: http://bit.ly/gKCtSi Bei mir hat es sofort geklappt! Viel Glück und lieber Gruss,

    Mariette

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  5. Oh, wie schön, liebe Rosabella, von Elizabeth habe ich ein Gedichtbändchen mit sämtlichen Sonetten im Original und in der Übersetzung. Die lese ich zu gern, und das immer wieder... Die Übersetzungen von Rilke sind ja sehr gelungen.

    Herzliche Grüße

    Anke

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  6. Danke, ich kannte sie noch nicht und werde mal stöbern gehen. Eine schöne Woche und herzliche Grüße
    margit

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  7. Ich bin auch ganz gefangen in den Worten.
    Schön, danke für dieses Posting!
    Lg und einen schönen Frauentag...Luna

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  8. Liebe Rosabella,

    muss gestehen sie kenne ich nicht, aber ihre Gedichte sind wunderschön. Danke dass du sie uns zeigst.

    Dir einen schönen Abend und schön dass heute der Fasching vorbei ist...

    Liebe Grüße
    Michaela

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  9. ui, welch schöne und wahre zitate!
    gefällt mir ;)

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  10. Was soll ich schreiben, ein langes Gedicht?
    Drei Worte genügen, ich vermisse dich!

    Annette...undmeineföhlichfrühlingshafteSONNTAGSgrüßchendazustell ;-))) *♥*

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  11. Hm, das ist jetzt eine ganze Woche her, ich will nicht aufdringlich erscheinen, aber ich hoffe, das Schweigen hat keine unerfreulichen Gründe. Alles Gute.

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O mag ein Engel Dir die Schrift diktieren,
daß jedes Wort mir Wonne sei und Lust,
ein Engel Deine Feder führen,
ein Zauber drinnen leben unbewußt!
Damit, wenn ich das Siegel löse,
das Glück sich ungetrübt daraus ergießt,
und keine Wolke, keine böse,
mein Geist von Deinem Geiste liest.

Friederike Kempner (1836 - 1901)