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19. März 2011

erinnern möchte ich an ...
Christian Friedrich Hebbel

deutscher Lyriker und Dramatiker
18. März 1813 - 13. Dezember 1863 




"Das Publikum beklatscht ein Feuerwerk,
aber keinen Sonnen-Aufgang."

Christian Friedrich Hebbel (1837)






Christian Friedrich Hebbel gehört zu den sprachmächtigsten, gedankenreichsten und vielseitigsten Dichtern des 19. Jahrhunderts




in seinem kurzen Leben - er starb bereits im Alter von 50 Jahren - schuf er ein umfangreiches Werk, das zahlreiche Gedichte, Dramen, Erzählungen, Märchen und andere theoretische Schriften beinhaltet






Wir träumten voneinander
und sind davon erwacht,
wir leben, um zu lieben,
und sinken zurück in die Nacht.

Du tratst aus meinem Traume,
aus deinem trat ich hervor,
wir sterben, wenn sich Eines
im Andern ganz verlor.

Auf einer Lilie zittern
zwei Tropfen, rein und rund,
zerfließen in Eins und rollen
hinab in des Kelches Grund.



Gedicht "Ich und Du"
von Christian Friedrich Hebbel

Kommentare:

  1. Habe dich gerade entdeckt und es war mir sofort klar.... da verklinkere ich mich aber schnell!
    Liebe Grüsse ins Wochenende
    bis bälder bisous Brigitte (bbbbb)

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  2. Danke, für den Blick zurück, in die Zeit des politischen Vormärz, den Hebbel befürwortete. Auch er versuchte sich am "Demetrius", wie auch Friedrich von Schiller, und stellte wie Schiller dies Werk nicht fertig. Beide mussten früh sterben. Hebbel hatte zumindest das erreicht, was sich Schiller erhoffte: Er wurde 50 Jahre alt.

    LG Gisela

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  3. ...♥seufzzz *WEumärmelgrüßchendazustell*

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  4. Liebe Rosabella
    Wunderschönes Gedicht "Ich und Du" die Fotos besonders das mit dem Blumenherz hast du wieder sehr romantisch angeordnet!
    Gutes Wochenende trotz Regen herzlich Monika

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  5. Liebe Rosabella,

    Ja, sehr poetisch und schön hat er geschrieben. Aber mit 'nur' 50 Jahre hat er aber tausend Mal mehr hinterlassen als mancher der hier 100 Jahre war... Pieter's Papa hatte sein Motto: 'Sorge dafür das du eine Spur hinterlässt... wobei Leute dich erinnern.' Natürlich hat Pieter es schon erreicht mit sien Buch das in 8 offiziellen Sprachen gedruckt is, aber jeder kann danach leben. Das geschriebene ist eben Unsterblich.
    Hast du schon meine Geschichte über meine Japanreise gelesen? Ich konnte erst nun publizieren da ich seid gestermorgen erst weiss das die Familien wo wir waren am Leben sind. Eine Woche ohne Strom; ohne Internet und vonwegen keine Antwort oder Bericht. Das hat generft aber ich bin so Froh!

    Liebster Gruss,

    Mariette

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  6. Das erste Zitat trifft hier wo ich zur Zeit verweile wohl am meisten zu. In Las Vegas herrscht nur Feuerwerk und die Naturschönheiten werden kaum wahrgenommen. Ich bin froh, reisen wir Morgen wieder weiter in die Natur, wo wir wieder in Ruhe Sonnenauf- und Untergang geniessen können.

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  7. Hallo liebe Rosabella,
    Hebbel lebte lange Zeit in Wesselburen, einer Stadt, die sich in direkter Nachbarschaft zu meinem Wohnort befindet. Dort ist auch das Hebbelmuseum und jedes Jahr wird ein Stipendium vergeben, mit dem ein Student eine Arbeit über Hebbel und sein Werk verfassen kann.

    1813 wurde er in Wesselburen als Sohn eines Maurers geboren und begann mit 14 Jahren seine Arbeit im Haushalt des Kirchspielsvogtes, zuerst als Laufbursche und später als Schreiber. In jener Zeit bildete er sich selbst dank der Bibliothek im Hause seines Dienstherrn, auf die er Zugriff nehmen durfte.

    Hebbel stammte also aus ganz ärmlichen Verhältnissen und dies prägte sein Leben nachhaltig.

    Wenig bekannt ist die Tatsache, dass er mit der 8 Jahre älteren Elise Lensing zwei uneheliche Kinder hatte. Er wird sie wohl geliebt haben, aber er wollte sie nicht heiraten und mit ihr gemeinsam die Kinder aufziehen, was ihrem Ansehen natürlich abträglich war. Gleichwohl erkannte er die Söhne als seine Kinder an. Sie verstarben jung.
    Jahre später heiratete er Christine Enghaus, Burgschauspielerin aus Wien. Diese Heirat brachte ihm auch endlich die materielle Sicherheit ein, die ihm bislang fehlte.

    Mit ihr hatte er zwei gemeinsame Kinder. Seine frühere Geliebte Elise verbitterte ob dieser Zurückweisung und es war ausgerechnet Christines Verdienst, dass sich das Verhältnis zwischen Hebbel und Elise wieder besserte.

    Zwischen den beiden ungleichen Frauen entstand eine Freundschaft, die so tief ging, dass Christine ihren mit in die Ehe eingebrachten Sohn zu Elise nach Hamburg gab, damit diese ihn dort erzog.

    Welches Vertrauen muss zwischen zwei Frauen sein, dass die eine der anderen ihr Kind zur Erziehung anvertraut?

    Christine überlebte sowohl ihren Gatten Hebbel als auch ihre Freundin Elise. Als 1899 der Friedhof, auf dem Elise im Jahr 1854 beigesetzt worden war, eingeebnet werden sollte, ließ Christine sie sogar noch umbetten.

    Ich finde es spannend, dass gleich zwei so herzliche Frauen den Lebensweg des oftmals als schroff und abweisend geltenden Hebbels begleiteten. Sie haben Spuren in seinen Dramen und Tragödien hinterlassen und er hat ihnen auf diese Art ein dauerndes Andenken gesetzt.

    So, ich hoffe, ich langweile Dich nicht.
    Mach bitte weiter so.

    Alles Liebe
    Postpanamamaxi

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  8. @Postpanamamaxi:
    ich bin gerade sehr beeindruckt !!!

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  9. :-)
    Ich muss ja gestehen, dass ich diese Frauenfreundschaft viel berührender finde als Hebbel per se.
    Das wäre eigentlich der Stoff für einen tollen Frauenfilm.

    Wie fühlt sich eine Frau, die jahrelang mit einem Mann zusammenlebte, ihm den Lebensunterhalt verdiente und sogar zwei Söhne gebar, wenn sie anschließend verlassen wird und auch noch die Kinder versterben?

    Und wird sich eine gefeierte Schauspielerin nicht auch irgendwie mit der Frage auseinandersetzen müssen, ob sie nur um der Liebe willen geheiratet wurde oder auch zur materiellen Absicherung?

    Wie fühlt sich ein Dichter, der geehrt und geachtet ist, aber erst durch Heirat einen gesicherten finanziellen Lebensunterhalt erlangt?

    Und was ist das für eine Antriebskraft, der zwischen diesen Frauen nicht zum Kleinkrieg, sondern zur lebenslangen Freundschaft führte?

    Bekäme ich als Studentin das Stipendium, dann würde ich mich genau diesen Fragen widmen. Die Biografien der Frauen mit den Protagonistinnen in Hebbels Werk vergleichen und sehen, was ich davon wiederfinde.
    Und ich würde ein Drehbuch verfassen für einen Film, der dann nachts um 2 Uhr auf Arte gesendet wird, wenn überhaupt...*lach*

    Aber stattdessen wühle ich im Haushalt und in den schmutzigen Klamotten meiner beiden Jungs, klappere an meiner Nähmaschine oder in der Küche herum und blicke zum Horizont, wo sich die Kirche von Wesselburen weit sichtbar über die platte Marsch erhebt. Sisyphos lässt manchmal grüßen...aber vielleicht war er ja auch Workaholic und fand den Job mit dem Stein ganz toll?

    Nachdenkliche Grüße von einer litarisch nur rudimentär gebildeten
    Postpanamamaxi

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O mag ein Engel Dir die Schrift diktieren,
daß jedes Wort mir Wonne sei und Lust,
ein Engel Deine Feder führen,
ein Zauber drinnen leben unbewußt!
Damit, wenn ich das Siegel löse,
das Glück sich ungetrübt daraus ergießt,
und keine Wolke, keine böse,
mein Geist von Deinem Geiste liest.

Friederike Kempner (1836 - 1901)