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25. März 2011

"DIE SONNE SIE LACHTE"

als ich heute morgen über zwei Stunden mit der Kamera über den alten Poppelsdorfer Friedhof  spazierte; manchmal, wenn ich das Bedürfnis habe, ganz für mich alleine zu sein, zieht es mich hin zu diesem Ort, vor allem zu dieser frühen Tageszeit ... dann ist es dort besonders still, ich kann meine Gedanken ordnen, tief durchatmen und neue Kraft schöpfen ...




" ... es war im März, in den ersten goldenen Tagen, wo die Sehnsucht nach dem heranziehenden Frühling fast noch süßer und mächtiger ist als die volle Schönheit des Frühlings selbst; wo das Herz einen unaussprechlichen Zug in die Weite fühlt, wo die hellsten Träume von der Zukunft wach werden, während ein Herbsttag, und sei er noch so sonnig und schön, nur wehmütig-süße Erinnerungen weckt ..." 
 
 

 




































Allzu tief versinkt oft in der Wehmut
fesselloses Sehnen, wessen Wille
sich nicht lauter zu der Sonne wendet.
Täuschend hüllet wohl verborgnen Bannes
Schmerzgefühl sich in der milden Klage,
in der stillen Sehnsucht Trauerkleider.
Schone nicht, zerreiße solche Flöre!
Treuer Wille wieget mehr als Wehmut.

aus einer Erzählung von Ottilie Wildermuth  (1817–1877)



Kommentare:

  1. Ihr habt ja einen wundervoll romantischen Friedhof! Beim hiesigen wird die Stille meistens von ständigem Hundegebell vom Tierheim auf der anderen Talseite gestört.

    Lieben Gruß zum Wochenende
    Ursel

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  2. Liebe Rosabella,

    das ist ja ein wunderschöner Friedhof mit den alten verwitterten Grabmalen - eine einzigartige, Ruhe ausstrahlende Stimmung. Danke, dass Du uns an Deinem frühen Spaziergang hast teilhaben lassen und auch für die wunderschönen Zeilen.

    Liebe Grüße
    Martha E.

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  3. ♥...sooo schöne und himmlische Aufnahmen zum Text!

    Ganz im Geheimen sprachen der Weise und ich.
    Ich bat ihn: Nenne mir die Geheimnisse der Welt.
    Er sprach: Schweig ... und lass dir von der Stille die Geheimnisse der Welt erzählen.
    Rumi

    ♥Annette *WEumärmelungsgrüßchenmitabstell*

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  4. Liebe Rosabella,
    ein wunderschöner Ort der Ruhe.
    Diese Grabsteine und Figuren sind einfach wunderschön!
    Die neuer angelegten Friedhöfe sind mir meist zu karg, zu nüchtern und kühl.
    Ich mag dieses verträumte mit alten Eisenzäunen und solchen kräftigen Steinen und die Bepflanzung ein Highlight.
    Das sind wahre Orte der Ruhe!
    Liebste Grüße,
    Moni

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  5. wie seltsam und auch schön zugleich.

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  6. Da ich es liebe, über Friedhöfe zu gehen, weil ich dort der Stille und der inneren Andacht am Besten begegnen kann, berühren Deine Bilder mein tiefstes Inneres. Wie vergänglich das Leben doch ist! Du hast dieses Vergehen zusammen mit neuem Leben aufs Bild bannen können. Wunderschön, wenn auch traurig! Aber der Tod macht alle gleich.

    Herzliche Wochenendgrüße
    Gisela

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  7. Liebe Rosabella
    Oh ja, ich kann dich verstehen, dass dieser Ort dich anzieht - der hat ja etwas wirklich magisches an sich und das zeigt sich in deinen Bildern und den Worten! Und auch da - wieder neues Wachsen und Werden - Duftveilchen. Wie schön.
    Sei von Herzen gegrüsst!
    Ida

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  8. Wenn ich deine Bilder anschaue kommt die Ruhe die du beschrieben hast wunderbar zu mir rüber!!
    Die Schwere und die Leichtigkeit des Lebens gehen hier Hand in Hand♥ und ein bisschen Schalk habe ich auch gesehen...
    Merci für's deine schönen und stillen Eindrücke die du von deinem Morgenspaziergang mitgebracht hast!
    Ich wünsche dir ein Wochenende voller kleiner und grosser Freuden!
    Herzlich und bbbbb

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O mag ein Engel Dir die Schrift diktieren,
daß jedes Wort mir Wonne sei und Lust,
ein Engel Deine Feder führen,
ein Zauber drinnen leben unbewußt!
Damit, wenn ich das Siegel löse,
das Glück sich ungetrübt daraus ergießt,
und keine Wolke, keine böse,
mein Geist von Deinem Geiste liest.

Friederike Kempner (1836 - 1901)