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9. Januar 2011

verlösch purpurn in Sonnenpracht


Nun sieh wohl zu, mein Herz! Ein jeder Tag ist nun
kostbar und ein Geschenk und kann der letzte sein.
Auch bist du reicher jetzt, und wenn du dich verlierst
(du weißt, worin du ehemals gern verloren gingst:
der dunkle Wald steht heute noch um dich; der See,
der laue, voller Algen, lockt noch heut, – gib acht!),
verlierst du mehr als früher und ersetzt es nie:
aus dir nicht und auch nicht aus dem, das um dich ist.

Sieh wohl zu, Herz! Jedoch sei wie dies Abendrot:
nicht zaghaft, zögernd, weil es bald zu scheiden gilt,
nein: glüh gewaltig, glutenliebevoll ins All:
flamm auf, flamm hin, verlösch purpurn in Sonnenpracht!


Gedicht "Den Blick ins Abendrot"
von Otto Julius Bierbaum (1865 – 1910)





ins Abendrot geblickt ... kurz nach 17 Uhr

Kommentare:

  1. Oh, wie schön, das in Wort und Bild gekleidete Abendrot!!!!
    Ich wünsche dir (leider etwas spät, aber doch) ein wunderbares Jahr 2011, liebe Rosabella, mit möglichst vielen so traumhaften Momenten!!!
    Herzlichst, Traude

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  2. Guten Abend Rosabella
    Da hat man das Gefühl, direkt ins Paradies zu schauen!
    Ich wünsch dir einen gemütlichen Abend und dann wieder einen guten Start in eine neue und in jeder Hinsicht zufriedene Woche!
    Liäbs Grüässli
    Ida

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  3. http://www.youtube.com/watch?v=V-A4GDXxpng&feature=related
    - Joseph von Eichendorff -

    SonntagabendundN8grüße von ♥Annette

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  4. Diese Seite des Herr Bierbaum kannte ich gar nicht, manchmal bin ich fast etwas erschrocken von Ihren Entdeckungen.

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O mag ein Engel Dir die Schrift diktieren,
daß jedes Wort mir Wonne sei und Lust,
ein Engel Deine Feder führen,
ein Zauber drinnen leben unbewußt!
Damit, wenn ich das Siegel löse,
das Glück sich ungetrübt daraus ergießt,
und keine Wolke, keine böse,
mein Geist von Deinem Geiste liest.

Friederike Kempner (1836 - 1901)