31. Oktober 2010



Gemälde von William Adolphe Bouguereau (1825 -1905)



Ich liebe dich, du Seele, die da irrt
im Tal des Lebens nach dem rechten Glücke,
ich liebe dich, die manch ein Wahn verwirrt,
der manch ein Traum zerbrach in Staub und Stücke.
Ich liebe deine armen wunden Schwingen,
die ungestoßen in mir möchten wohnen;
ich möchte dich mit Güte ganz durchdringen,
ich möchte dich in allen Tiefen schonen.

                                            Christian Morgenstern

29. Oktober 2010


Die klare frische Rosenblüte streichelt
mein geschlossenes Auge leicht,
als legte sie noch tausend kühle Lider,
eines auf das andere, über
mein heißes Lid. Und tausend Schlummer
breitet sie dann über meine Täuschung hin,
darunter streif ich selbst umher
im Duft des Labyrinths.



Zeilen aus dem "Rosen-Zyklus" von Rainer Maria Rilke



28. Oktober 2010

(fast) ohne Worte

Middelburg ist ein Ziel, das wir während des Urlaubes zwischendurch immer für einen Vormittag ansteuern

inmitten der Stadt befindet  sich ein Laden, der auf über 2500 m² Ausstellungsfläche Antikes und Neues, Kurioses und Außergewöhnliches in einer zum Teil äußerst ausgefallenen Art präsentiert, die mich sehr anspricht; deshalb geht es gar nicht anders, als mich "alle Jahre wieder" dorthin zu begeben, um einzutauchen in diese besondere Atmosphäre, die man woanders sonst eher selten antrifft

der Laden besitzt darüber hinaus einen Innenhof mit einem ganz eigenen Charme ... dort darf man im übrigen offiziell fotografieren ... und das lasse ich mir natürlich nicht zweimal sagen ;-)

so sind auch in diesem Jahr wieder ein paar Fotos entstanden, von denen ich Euch einige zeigen möchte ... und heute, wie gesagt, mal (fast) ganz ohne Worte ...

















"Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit

in kleinen Dingen ..."

- Wilhelm Busch -

27. Oktober 2010

komm in den totgesagten park und schau

nachdem ich vor ein paar Tagen im Blog von Martin Wisser ein Gedicht von Stefan George wiederentdeckte, merkte ich, dass ich diesen bedeutenden Lyriker in den letzten Jahren völlig aus den Augen verloren habe, zu Unrecht, wie ich jetzt feststellte, nachdem ich mir nun seine Biographie und einige seiner zahlreichen Gedichte wieder näher betrachtet habe

wie kann es sein, dass man sich manchen Dichtern und ihren Werken weniger gerne widmet als anderen? vielleicht, weil einem die Texte und die Art, wie sie verfasst sind, beim Lesen gewöhnungsbedürftig erscheinen oder weil man sich nicht richtig einlesen beziehungsweise einfühlen kann ?! ich erinnere mich, ich lag mit Stefan George nicht "auf einer Wellenlänge", zu seinen Texten blieb mir seinerzeit irgendwie der Zugang verwehrt

aus einem Zitat: "Georges Lyrik grenzt sich bewusst von der Sprache des Alltags und der von Medien geprägten Wortwahl durch hohe stilistische und formale Strenge ab. Viele seiner Gedichte sind exemplarisch selbstreflexive Lyrik. Dramatik und Prosa galten ihm als weniger wertvolle literarische Gattungen ..." 

mittlerweile übe ich mich darin, lese jeden Tag einige seiner Gedichte, und ich muss gestehen, dass sie mir von Mal zu Mal immer mehr zusagen

manchmal bedarf es eben mehrerer Anläufe, und in meinem Falle war es eindeutig das Blog von Martin, das mich Stefan George und seinen Werken wieder nähergebracht hat (dankeschön, lieber Martin, für diese Anregung!)


nun aber zu besagtem Gedicht "Komm in den totgesagten park und schau", welches wohl zu den bekanntesten von Stefan George gehören dürfte ... vielleicht mögt Ihr es ja auch, passt es doch ganz wunderbar in diese herbstliche Jahreszeit





Komm in den totgesagten park und schau:
Der schimmer ferner lächelnder gestade.
Der reinen wolken unverhofftes blau
Erhellt die weiher und die bunten pfade.

Dort nimm das tiefe gelb. Das weiche grau
Von birken und von buchs. Der wind ist lau.
Die späten rosen welkten noch nicht ganz.
Erlese küsse sie und flicht den kranz.

Vergiss auch diese lezten astern nicht.
Den purpur um die ranken wilder reben.
Und auch was übrig blieb von grünem leben
Verwinde leicht im herbstlichen gesicht.




... und weil wir gerade dabei sind,
hier noch ein paar seiner Gedichte ...




Es lacht in dem steigenden jahr dir
Der duft aus dem garten noch leis.
Flicht in dem flatternden haar dir
Eppich und ehrenpreis.

Die wehende saat ist wie gold noch ·
Vielleicht nicht so hoch mehr und reich ·
Rosen begrüssen dich hold noch ·
Ward auch ihr glanz etwas bleich.

Verschweigen wir was uns verwehrt ist ·
Geloben wir glücklich zu sein
Wenn auch nicht mehr uns beschert ist
Als noch ein rundgang zu zwein.





Die Gärten schließen

Frühe nacht verwirrt die ebnen bahnen ·
Kalte traufe trübt die weiher ·
Glückliche Apolle und Dianen
Hüllen sich in nebelschleier.

Graue blätter wirbeln nach den gruften.
Dahlien levkojen rosen
In erzwungenem orchester duften ·
Wollen schlaf bei weichen moosen.

Heisse monde flohen aus der pforte.
Ward dein hoffen deine habe?
Baust du immer noch auf ihre worte
Pilger mit der hand am stabe?




NOVEMBER-ROSE

Sage mir blasse rose dort
Was stehst du noch an so trübem ort?
Schon senkt sich der herbst am zeitenhebel
Schon zieht an den bergen novembernebel.
Was bleibst du allein noch blasse rose?
Die letzte deiner gefährten und schwestern
Fiel tot und zerblättert zur erde gestern
Und liegt begraben im mutterschoosse ..

Ach mahne mich nicht dass ich mich beeile!
Ich warte noch eine kleine weile.
Auf eines jünglings grab ich stehe:
Er vieler hoffnung und entzücken
Wie starb er? warum? Gott es wissen mag!
Eh ich verwelke eh ich vergehe
Will ich sein frisches grab noch schmücken
Am totentag.





DANKSAGUNG

Die sommerwiese dürrt von arger flamme.
Auf einem uferpfad zertretnen kleees
Sah ich mein haupt umwirrt von zähem schlamme
Im fluss trübrot von ferner donner grimm.
Nach irren nächten sind die morgen schlimm:
Die teuren gärten wurden dumpfe pferche
Mit bäumen voll unzeitig giftigen schneees
Und hoffnungslosen tones stieg die lerche.

Da trittst du durch das land mit leichten sohlen
Und es wird hell von farben die du maltest.
Du lehrst vom frohen zweig die früchte holen
Und jagst den schatten der im dunkel kreucht ..
Wer wüsste je – du und dein still geleucht –
Bänd ich zum danke dir nicht diese krone:
Dass du mir tage mehr als sonne strahltest
Und abende als jede sternenzone.

26. Oktober 2010

Roses d'octobre

sie hat ein zarter Hauch des Winters vorgestern nacht bereits gestreift, und es scheint, als ob sich ihre Blüten nun gar ein wenig beugten, da sie ahnen, dass ihrem Leben schon ganz bald ein Ende beschieden sein wird ... ob sie wohl deshalb so schön sind, die Oktober-Rosen aus dem Garten?





Belles frileuses qui sont nées
quand le soleil embrasait l’air
au premier souffle de l’hiver
les roses sont étonnées ...

Au lieu des tièdes matinées
ou riait l’azur frais et clair,
pourquoi ce ciel couleur de fer
pourquoi ces brèves journées?

Courbant le front languissamment,
elles ont le pressentiment
de leur courte vie épuisée ...

Un frisson passe dans leurs cœurs
et je crois bien qu’à la rosée,
elles mêlent parfois leurs pleurs.



Liedtext "Roses d’octobre"
von Paul Collin (1845 - 1915)






Gerne halte ich

diese zauberhafte Blume
in der Hand,
die auch verwelkt
den Duft ihrer Jugend
nicht verliert.


Anakreon, griechischer Liederdichter,
geboren um 550 vor Christus


25. Oktober 2010

ich träume hinaus in den goldenen Tag


" ... und draußen das Meer mit dem leisen Rauschen seiner Wellen ... blau und immer blauer sich zum Horizont aufwölbend ... und ich träume hinaus in den goldenen Tag und auf weißen Möwenflügeln wiegt sich meine Seele durch die schimmernde Luft ... und keine Uhr mahnt an die verrinnende Stunde ... keine Sorge ... kein Wunsch ... kein Verlangen ... alles ist Sonnenschein, blauer Himmel und Wellenrauschen ... "















" ... ich höre auf das Lied der Wellen nebenan und langsam fallen mir die Augen zu und gold- und purpurfarbene Wolken sinken auf mich nieder ... ich bin nicht Mensch mehr ... will nicht Mensch mehr sein ... ich bin nur Sonne, Wind und Welle ... ein flüchtiger Zusammenklang von Tönen ... und wenn der Tag verrinnt am weißen Strande, verklinge ich zu neuem Lied, wie Sonne, Wind und Welle, leidlos, wunschlos in die blaue Nacht ..."





dies ist eine kleine Auswahl der Fotos,
die ich während der vorigen Woche
bei den Spaziergängen an den Stränden
von
Domburg und Zoutelande aufgenommen habe

die Texte stammen aus der Feder
von Cäsar Flaischlen (1864 – 1920)

24. Oktober 2010



"So hab ich das Meer gern: weit offen, wie ein Spiegel, und zum Horizont in hängende Wolken sich verrinnend ... die Sonne hinter feinen leisen Schleiern und Luft und See in blaßblau-lichtem Schein und Schiller ... schwermütig ernst und lachend heiter, zutraulich lieb und unnahbar, in unbekümmert freier Größe und nie entweihter Ewigkeit ... lautlos ... in unlotbaren Tiefen die Wunder hütend seiner Gotteskraft ..."  


aus dem Text "Das Meer"
von Cäsar Flaischlen (1864 – 1920)






Ihr Lieben,

nach ein paar Tagen am Meer nach Hause zurückgekehrt, freue ich mich, wieder bei Euch sein zu können ... ich hoffe, es geht allen gut !?


... und herzlichen Dank für Eure liebenswürdigen Kommentare! ich bin jedesmal richtig gerührt, wenn ich solche nach meiner Rückkehr in meinem Blog vorfinde ♥ 

ja, ich muss gestehen, dass mir diese kurze Erholungsphase wirklich gut getan hat; stundenlange Strandspaziergänge bei Wind und Wetter wirken jedesmal wie eine heilende Medizin auf Körper und Seele, und so kann ich dort am Wasser inmitten der wunderbaren Natur jeden Augenblick genießen und förmlich dabei spüren, wie sich mein Wohlbefinden von Tag zu Tag bessert

die Kamera habe ich übrigens während dieser Aufenthalte dort immer dabei, und so lässt sich  nicht vermeiden, dass ich - neben neuer Energie - auch die eine oder andere Impression mit nach Hause bringe ;-) ich werde in den nächsten Tagen die Fotos sortieren, und wenn Ihr mögt, einige von ihnen hier zeigen 






nun wünsche ich Euch aber erst einmal einen zauberhaften Sonn(en)tag ... bei uns ist es richtig schön draußen, und die Blätter, die sich jetzt noch wacker in den Bäumen halten, strahlen in den leuchtendsten Herbstfarben ... was für eine Augenweide!

12. Oktober 2010



"Wir müssen von Zeit zu Zeit
eine Rast einlegen und warten,
bis unsere Seelen
uns wieder eingeholt haben."


- Indianische Weisheit -



Ihr Lieben,

ich habe mich nun doch kurzfristig
zu einer kleinen Pause entschlossen,

um innezuhalten,
um mich zu besinnen,
um nachzudenken,
um aufzutanken ...
deshalb bleibt mein Blog

 


bis ganz bald ...
und macht Euch bitte keine Sorgen,
alles wird gut!


11. Oktober 2010

für Dekorationszwecke

wird im Hause Rosabella schon mal kurzerhand das Olivenschiffchen umfunktioniert ;-)





wie schön, dass die Lärchen im Herbst nicht nur ihre Nadeln, sondern bei Sturm auch ganze Zweigenstiele mit ihren kleinen, zauberhaften Zapfen abwerfen, die aufgeblühten Rosen durchaus ähnlich sind, wie ich finde ... von daher waren mir diese Bäume schon immer irgendwie sehr sympathisch :-)


apropos Rosenblüten, manchmal überkommt es mich dann doch zwischendurch, und ich greife zu Stoff (in diesem Falle Stücke eines ausrangierten Bettbezuges), Nadel und Faden, hantiere ein wenig herum, und nach einer kreativen Arbeitsstunde kommt schließlich so etwas dabei heraus




ein Rosenblütensträusschen, das nun erst einmal in der alten Schale neben rosenduftenden Seifen einen Platz gefunden hat




" ... das Glänzen der Natur ist höheres Erscheinen,

wo sich der Tag mit vielen Freuden endet ..."

aus dem Gedicht "Der Herbst I"
von Friedrich Hölderlin





dieser Anblick bot sich mir gestern am frühen Abend, als ich nach einem anstrengenden Wochenende nach Hause zurückgekehrt war, denn Tante und Onkel hatten mir während meiner Abwesenheit ein paar Dahlien aus ihrem Vorgarten mitgebracht und sie kurzerhand in der Uraltschüssel in unserem Garten drapiert


zugegeben, eigentlich mag ich ja eher zarte Pastelltöne, doch von diesem von der Natur inszenierten Herbstfarben-Spektakel war auch ich auf den ersten Blick angetan ... eine Augenweide schlechthin, würde ich mal sagen, die einem Farbenfeuerwerk gleich kommt, das alle Sinne anspricht



(die Fotos habe ich erst heute morgen aufnehmen können,
da es gestern dafür bereits zu dunkel war)




in diesem Sinne
wünsche ich Euch
eine herbstfarbenfrohe Woche

8. Oktober 2010

Ihr Lieben, bis Sonntagabend werde ich nicht online sein, deshalb jetzt schon mal an dieser Stelle allen ein wohltuendes, vergnügtes, unbekümmertes, harmonisches, sorgenfreies, unbeschwertes, gemütliches, beschauliches, lichtvolles, entspanntes, ausgeglichenes, unterhaltsames, erfolgreiches, ereignisreiches, behagliches Wochenende ... (ich hoffe, für jeden ist etwas dabei !?) bis dahin, alles Liebe ... gehabt Euch wohl



diesen äußerst entspannt und zufrieden auf mich wirkenden Vierbeiner habe ich während eines Spazierganges in einem beschaulichen Dörfchen an der Mosel entdeckt ... obwohl ich mich ehrlich gesagt schon manchesmal gefragt habe, wer hier wohl wen entdeckt hat ;-)

7. Oktober 2010

" ... O Malve, ahnungsvoller Blumenbaum ..."




MALVE.

Ich bin die Malve; still und ernst streb' ich empor.
Mein ganzes Dasein ist der Poesie geweiht;
was ich Dir sing' und sage, Faust, Dein eigen ist's,
dein eigenst Wesen und Erinnern ist's. So höre denn!
Zum ew'gen Angedenken, so benenn' ich Dir's
und stell' es Dir als weihevolle Gattung dar:
S o n n e t t genannt.



DAS SONNETT.

Ich hab ein Lied, mein Lieb, auf Dich gesungen,
das sang ich Dir in traurigem Ermatten,
im heiligen Dunkel mitternächt'ger Schatten,
von Lieb' und tiefem Leide ganz durchdrungen.
Treu hat es kurze Wonne nachgeklungen,
selig Gedenken an die grünen Matten,
die wir vereinet einst gepriesen hatten,
innig vereint, ach innig auch umschlungen! –





FAUST.


O Malve, ahnungsvoller Blumenbaum,
welch mächtig Angedenken regst Du auf!
Versunken tief in Wellengrund das alte Lieb,
pfadlos die Wasser, wo ich Armer schiffen soll,
von schwarzer Nacht umfangen! O Natur,
warum nur mich beängstigst Du so sehr?
Naht sich das Leben, naht sich auch der Tod.
Tief unter, nur in Herzens dunklem Schrein,
da blüht ein trüber Stern, ich nenn' ihn Dichtung,
traurig und einsam wie Armsünderblume –
das ist der Stern, der meinem Leben strahlt
und meinem Tode! Sieh, wer naht sich hie
r,
lebendig, heiter, farbenreich, beweglich?


aus "Faust" (2. Akt, Veränderte Scene [2])
von Hermann Ludwig Wolfram (1781 - 1831)

6. Oktober 2010

" ... and the dreams that you dare to dream
really do come true ..."


um 7.35 Uhr ein Regenbogen
am morgenrotgefärbten Himmel ...
was für ein farbenfroher Tagesbeginn :-)






dabei muss ich gleich an das Lied Over the rainbow denken, das unter anderem auch vom Hawaiianer Israel Kamakawiwo'ole Anfang der 90er aufgenommen wurde

mit seinem Song (bei youtube könnt Ihr ihn anhören) - seit vielen Wochen in den Charts auf den ersten Plätzen zu finden - hat auch er mittlerweile Weltruhm erlangt, jedoch erst viele Jahre nach seinem Tode ... er starb mit 38 bereits im Sommer 1997





Schönes Kind der Sonne,
bunter Regenbogen,
ueber schwarzen Wolken
mir ein Bild der Hoffnung.

Tausend muntre Farben
bricht der Strahl der Sonne
in verhüllten Thränen
ueber grauer Dämmrung.

Und des weiten Bogens
feste Säulen stehen
auf des Horizontes
sichrem Felsenboden.

Weh! der Bogen schwindet,
seine Farben blassen;
von den festen Säulen
glänzet noch ein Wölkchen.

Aber seht, der Himmel
bläuet sich; die Sonne
herrschet allgewaltig,
und die Auen duften.




aus dem Gedicht "Der Regenbogen"
von Johann Gottfried Herder (1744 - 1803)

5. Oktober 2010


Wie soll ich meine Seele halten, daß
sie nicht an deine rührt? Wie soll ich sie
hinheben über dich zu andern Dingen?
Ach gerne möcht ich sie bei irgendwas
Verlorenem im Dunkel unterbringen
an einer fremden stillen Stelle, die
nicht weiterschwingt, wenn deine Tiefen schwingen.



Doch alles, was uns anrührt, dich und mich,
nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,
der aus zwei Saiten eine Stimme zieht.
Auf welches Instrument sind wir gespannt?
Und welcher Geiger hat uns in der Hand?
O süßes Lied.



~ Rainer Maria Rilke ~

4. Oktober 2010

Oktobersonn(en)tag

bei dem schönen Wetter zog es auch uns gestern nachmittag in den nahegelegenen Wald, um bei einem ausgedehnten Spaziergang den wunderbaren Herbst zu genießen, um sich sattzusehen an den herrlichen Farben, mit der die Natur momentan "malt", um noch ein paar Kastanien zu sammeln ... überhaupt, um Leib und Seele etwas Gutes zu tun






der Wald duftete unglaublich gut, immer wieder hielt man inne, schloss die Augen, besann sich und atmete ganz tief die von der Oktobersonne erwärmte Luft ein und glaubte dabei die Kraft der Natur spüren zu können, die sich in diesen Momenten auf einen selber zu legen schien ...





Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
und dennoch fallen raschelnd, fern und nah',
die schönsten Früchte ab von jedem Baum.
O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
denn heute löst sich von den Zweigen nur,
was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.



Gedicht "Herbstbild"

von Friedrich Hebbel (1813 – 1863)



3. Oktober 2010

Erntedank




" ... Der Baum, nur spärlich noch belaubt,
wirft statt der Blüten Früchte nieder
und schüttelt lächelnd noch das Haupt,
singt man für ihn auch Erntelieder ..."



aus dem Gedicht "Ernte und Saat"
von Louise Otto (1819 – 1895)