30. September 2010



Jauchze mein Herz und trinke dich satt
an dieser Tage goldener Sonne,
an dieser Farben köstlicher Freude,
an dieser Ruhe voll schaffender Kraft ...

jauchze, mein Herz,
und trinke dich satt!

Es wird gar bald ein Winter wieder kommen,
müdemachend und arm und alt,
mit spätem Tag und langem Abend ...

ein Winter, da du froh sein wirst,
ein bißchen Sonne von früher zu haben.


Text von Cäsar Flaischlen (1864 – 1920)



hier endet die Straße, in der wir wohnen ...
gestern nachmittag fotografiert


"Geduld bringt Rosen" für B. K.





" ... Von zwei Rosen
duftet eine
anders, als die

andre Rose ..."


aus dem Gedicht
"Von zwei Rosen ..."

von Christian Morgenstern
(1871 - 1914)







für Sie ~ verehrter B. K. ~
als kleine Aufmerksamkeit

für Ihre Einkehr bei
"la vie en rose"

wie schön,
dass Sie besagtem "rosenblütenbestreuten" Weg
gefolgt sind und hierher gefunden haben

29. September 2010

Schöner Herbst




" ... doch bald, ich weiß es,
füllt der Herbst mit Farben aus,
mit brünstig satteren, als sie der Sommer sah,
die klare Zeichnung dieses ruhesamen Glücks ..."


aus dem Gedicht "Schöner Herbst"
von Otto Julius Bierbaum (1865 - 1910)





heute früh pflückte ich mir im Garten Hortensie, Fetthenne, Rose, Erika, Oregano, Buchs, Efeu, Wein und fügte alles in der alten Schale zusammen ... nun verströmt dieses Arrangement der einzelnen Schönheiten geradezu einen unübersehbaren Herbstzauber, von dem ich mich zugegebenermaßen nur zu gerne faszinieren lasse





beim Gartendurchstreifen entdeckte ich dann auch diese abgeknickte Rose, regennass, taufrisch und wunderschön ... und was geschieht? mein Blick taucht ein und verliert sich ganz unwillkürlich in der zart geöffneten Blüte für einige Augenblicke, in denen ich fast alles um mich herum vergessen kann



27. September 2010




Ihm ward des Eingangs grüne Dunkelheit
kühl wie ein Seidenmantel umgegeben
den er noch nahm und ordnete: als eben
am andern transparenten Ende, weit,


aus grüner Sonne, wie aus grünen Scheiben,
weiß eine einzelne Gestalt
aufleuchtete, um lange fern zu bleiben
und schließlich, von dem Lichterniedertreiben
bei jedem Schritte überwallt,

ein helles Wechseln auf sich herzutragen,
das scheu im Blond nach hinten lief.
Aber auf einmal war der Schatten tief,
und nahe Augen lagen aufgeschlagen

in einem neuen deutlichen Gesicht,
das wie in einem Bildnis verweilte

in dem Moment, da man sich wieder teilte:
erst war es immer, und dann war es nicht



Gedicht "Begegnung in der Kastanien-Allee"
von Rainer Maria Rilke (1875 - 1926)

mit Goethe in die neue Woche :-)


" ... So kommt denn, Freunde, wenn auf euren Wegen

des Lebens Bürde schwer und schwerer drückt,
wenn eure Bahn ein frischerneuter Segen
mit Blumen ziert, mit goldnen Früchten schmückt,
wir gehn vereint dem nächsten Tag entgegen ..."



aus dem Gedicht "Zuneigung"
von Johann Wolfgang Goethe (1749 - 1832)




26. September 2010

Florence (franz. "blühende Pflanze")

während eines Stadtbummels am gestrigen Nachmittag entdeckte ich sie zufällig in einem kleinen Einrichtungsladen, ganz oben in einem Regal, fast vollständig verdeckt durch eine voluminöse Seidenblüte, die ich erst sachte beiseite schieben musste ... dann war mein Blick frei, und als ich sie vor mir sah, war mir klar, sie ist es, nach der ich schon lange gesucht habe


sie ist schön wie eine gerade aufgeblühte Blume ... darf ich sie Euch vorstellen?


Florence




hier im Blog wird sie Euch nun zukünftig bestimmt häufiger begegnen, dessen bin ich mir ziemlich sicher :-)

24. September 2010





Da ich die grüne Pracht der Bäume zärtlich liebe
und folglich mich anjetzt im Herbst bei ihrem Fall,
bei der Entblätterung der Wipfel überall
und der Vernichtigung des Laubes recht betrübe,
so deucht mir doch, ob hör ich sie im Fallen
zu meinem Troste dies mit sanftem Lispeln lallen:
"Du siehest uns von dem geliebten Baum
nicht, um denselben zu entkleiden,
noch um ihn nackt und bloß zu lassen, scheiden;
nein, wir machen frisch und schönern Blättern Raum."


Gedicht "Herbstgedanken"
von Barthold H. Brockes
(1680 – 1747)

23. September 2010

herbstlich sonnige Tage ... und
"ich habe einen Schatz gefunden"


" ... Jedem leisen Verfärben
lausch' ich mit stillem Bemühn,
jedem Wachsen und Sterben,
jedem Welken und Blühn.


Selig lern' ich es spüren,
wie die Schöpfung entlang
Geist und Welt sich berühren
zu harmonischem Klang.


Jede sprossende Pflanze,
die mit Düften sich füllt,

trägt im Kelche das ganze
Weltgeheimnis verhüllt ..."



aus dem Gedicht "Herbstlich sonnige Tage"
von Emmanuel Geibel (1852 – 1815)






und jetzt muss ich Euch auch unbedingt noch den kleinen "Schatz" zeigen, den ich gestern in einem Karton mit altem Geschirr beim Sperrmüll fand ... ja, ich bin bekennende Ab-und-zu-Sperrmüllgängerin ;-)





uralt ist sie, aber unversehrt, bis a
uf den Abrieb der Goldränder keine Macken ... ist sie nicht bezaubernd schön, diese kleine Tasse? und die Rose stammt aus dem Garten, die lag natürlich nicht darin, wäre ja auch zu schön gewesen ;-)



edit.:

ich muss gestehen, das Foto oben ist vom letzten Herbst, darauf sieht man auch nur ein Stückchen des Kranzes, den ich mir damals gebunden hatte und den ich hier im Blog zeigte, vielleicht erinnert Ihr Euch? wer sich ihn nochmal komplett anschauen möchte, klickt bitte hier

21. September 2010





" ... genug ist nicht genug!
Gepriesen werde der Herbst!
Kein Ast, der seiner Frucht entbehrte!
Tief beugt sich mancher allzureich beschwerte,
der Apfel fällt mit dumpfem Laut zu Erde ..."



aus dem Gedicht "Fülle"
von Conrad Ferdinand Meyer (1825 - 1898)






20. September 2010

es wird wohl die letzte sein


" ... Durch fahlbelaubte Bäume

mit müdem Ton der Herbstwind singt;
die sehnsuchtsbange Weise klingt
des Nachts in meine Träume.
Ach, alle Blumendüfte,
das Farbenspiel der Rosenzeit,
die ganze Sonnenseligkeit –
zerstoben in die Lüfte! ... "



aus dem Gedicht "Herbstwind"
von Clara Müller-Jahnke (1860 – 1905)





viele Tage hat es gedauert, bis sich die letzte Knospe einer meiner Lieblingsrosen im Garten nun endlich zur Blüte in voller Schönheit entfalten konnte, und in dieser Jahreszeit ist das für mich immer wie ein Fest




ihr zartes Rosé wirkt wie ein Hauch, der sich ganz sachte über ihre Blütenblätter gelegt hat ... dabei bezaubert ihr betörender Duft nach wie vor mit einer Intensität, das kann ich in Worten nicht fassen





sie ist wohl die letzte Blüte für dieses Jahr an diesem Strauch, und wenn es dann hoffentlich in den nächsten Tagen wettermäßig einigermaßen beständig bleibt, wird mein Blick sicherlich ganz oft in ihre Richtung wandern, ich vermute, zwar immer schon mit etwas Wehmut begleitet, da sie nun ja leider doch langsam aber sicher zu Ende gehen wird, die Zeit der Rosen ...




habt Ihr eigentlich auch eine Lieblingsrose,
bei deren Anblick Ihr schwach werdet?

19. September 2010



" ... wenn Rosen lieblich uns entgegen blühen,
der reichen Anmuth selbst sich unbewußt ..."


aus dem Gedicht "Die Tropfen"
von Natalie von Herder (1802 - 1871)





- eine Blüte von "Paul's Scarlet Climber" -
abgelegt auf dem Veranda-Geländer
in der Morgensonne um kurz nach 10 Uhr


... und da Sonntag ist,
hat sich die Rosenblüte gleich
noch ein wenig hübscher
für uns gemacht
und Platz genommen in einem kleinen
aber feinen Leinen-Täschchen,
das ich mir gestern als Hülle
für ein Rosen-Duftsachet genäht habe







heute morgen ist es recht frisch,
aber die Sonne scheint,
und glücklicherweise tritt die Erkältung,
die mich die letzten Tage
außer Gefecht gesetzt hat,
langsam aber sicher
ihren Rückzug an ...


hoffe, es geht allen soweit gut ?!

habt
einen
schönen
Tag


17. September 2010

ja da war doch noch was ...

dank des Kommentares von Beate unter meinen Fotos am Mittwoch und einer danach unverzüglich durchgeführten Recherche via Suchmaschine ;-) ist auch mir mittlerweile klar, was mit "Mini-Boo" gemeint ist *räusper*


der kleine weiße Kürbis tummelt sich ja momentan bereits wieder in vielen Blogs, und wie es scheint, gehört er tatsächlich seit Jahren bei manchen zu den beliebtesten Herbstdekorationsutensilien; im übrigen, auch das habe ich während meiner Kürbis-Erkundungstour erfahren, trägt der Mini-Boo (eigentlich Baby Boo) sogar einen Titel, und zwar "Kürbis des Jahres 2003", aber nicht nur das, man könnte ihn, wenn er als Dekoration ausgedient hat, hinterher sogar noch verspeisen (sein weißes Fruchtfleisch soll angeblich nach Maronen schmecken)




übrigens haben Tante und Onkel mehrere Pflanzen davon im Garten, ernten jedes Jahr viele, viele kleine Boo's (mir scheint, sie haben schon damals einen gewissen Trend vorausgesehen ?!) und versorgen seither Nachbar- und Verwandtschaft mit den kleinen Dingern; so stand Anfang der Woche nicht nur eine Schüssel mit Tomaten sondern auch eine mit Baby Boo's vor meiner Türe, ja, und deshalb haben sie - neben den traditionell orangefarbenen Kürbisexemplaren - mittlerweile auch im Hause Rosabella Einzug gehalten




liebe Beate, da siehst Du mal, wie Du mich hast schier verzweifeln lassen mit Deiner Frage
"Sehe ich dort noch einen kleinen Mini-Boo?" ... war ich zu diesem Zeitpunkt doch völlig ahnungslos ... von wegen Mini-Boo ... watt is dat dann ?!? wie der Rheinländer in solchen Situationen anzumerken vermag

nun bin ich Dir aber noch eine Antwort schuldig, nicht wahr? also, klar siehst Du einen solchen, einen kleinen süßen Baby Boo, DER Kürbis unter den Zierkürbissen überhaupt, und wenn er nicht gerade solo irgendwo als Deko herumliegt, darf er sogar kuscheln, in diesem Falle mit Erika und Rose, wie eindeutig auf den Fotos zu erkennen ist ;-)))






verblüht
neigen
sich
Rosen

immer
noch
duftend

dem
Tisch
entgegen



© Rosabella

16. September 2010

" ... Es war ein warmer milder Septembertag, ein letzter Gruß des scheidenden Sommers. Die uralten Ulmen, welche mit einem tiefen Schattenkreis den Gottesacker, die Heimat der Schatten, umgaben – zeigten schon manch welkes Blatt zwischen ihrem fahlen Grün ...



... Das Laub der Hecken und Bäume war überall schon gelichtet. Nur die Eichen standen noch in voller Kraft und Frische, wie behelmte geharnischte Helden, bereit mit dem Feinde Herbst einen Kampf zu bestehen, während alle andern Bäume die Waffen streckten. Sie rührten mich, die alten Helden!

sie sahen so kräftig und schön aus im Goldglanz der tiefstehenden Sonne, welcher sich mit zitterndem Geflimmer um die gewaltigen Aeste wob ...


... Es hilft euch nichts, sagte ich und sah sie wehmüthig an, ihr müßt auch in den Staub! etwas früher, etwas später – aber er bleibt nicht aus .... der Tod ..."

Auszüge aus dem zweiten Band des Romanes "Sibylle"
von Gräfin von Hahn-Hahn (1805 – 1880)

15. September 2010

noch Sommer? schon Herbst?

auf jedenfall lassen sich Blüten und Früchte der verschiedenen Jahreszeiten ganz wunderbar miteinander kombinieren, finde ich ...






14. September 2010


Unsere Träume sind Marmorhermen,
die wir in unsere Tempel stellen,
und sie mit unseren Kränzen erhellen
und sie mit unseren Wünschen erwärmen.

Unsere Worte sind goldene Büsten,
die wir in unsere Tage tragen, -
die lebendigen Götter ragen
in der Kühle anderer Küsten.

Wir sind immer in Einem Ermatten,
ob wir rüstig sind oder ruhn,
aber wir haben strahlende Schatten,
welche die ewigen Gesten tun.


Rainer Maria Rilke (1875 - 1926)


13. September 2010


" ... Wir wollen uns nicht mehr sorgen, komm! wir wollen lieber die Hecken hingehn und die goldenen Felder draußen und all die Unrast einmal hinter uns lassen, mit der wir uns so müd und unfroh machen müssen.


Nimm deinen Hut! Ich hab so Sehnsucht aus all den Mauern und aus all dem Lärm hinaus! ... nach Frieden, Rast und Ruhe!

und du sollst mitkommen! ganz still!

und dann ... wollen wir uns freuen draußen über den blauen Himmel, die goldenen Felder und die grünen Wiesen

und einen Strauß Blumen mitnehmen und ihn zu Hause auf den Tisch stellen,

so daß wir immer denken müssen, wie schön es sein kann, und immer wieder froh und mutig werden ..."


"Der Strauß"
aus "Lieder und Tagebuchblätter"
von Cäsar Flaischlen (1864 – 1920)


9. September 2010

wie eine Art Meditation

Ihr Lieben, ich spüre, dass mich momentan das in den letzten Monaten Erlebte einholt, ich komme mir manchmal vor, mittlerweile aus einem schlimmen Traum erwacht zu sein, und das, was geschehen ist, beschäftigt mich ständig, ich fühle mich dabei selbst irgendwie krank und geschwächt ... dennoch möchte ich nichts von dem verdrängen, weil mir bewusst ist, wie wichtig es ist, zu trauern

manchmal, wenn die Bilder wie ein Film vor meinen Augen ablaufen, versuche ich mich zu besinnen, mich selbst zu beruhigen ... gerade dann empfinde ich die stillen Momente, die ich zwischendurch spontan im Garten verbringen kann, wie eine Art Meditation, bei der ich die leisen Augenblicke spüren und genießen und aus denen ich neue Kraft schöpfen kann ... so geschehen wieder einmal gestern nachmittag während einer längeren Regenpause

... wenn mir dabei dann noch auf den ersten Blick unscheinbare Dinge aus der Natur begegnen - in diesem Falle ein unbewohntes Schneckenhaus, ein kleines Treibholz, was ich irgendwann einmal vom Rheinufer mitgebracht habe und etwas Moos vom Kirschbaumstamm - die ich aufsammeln und aus denen ich etwas gestalten und anschließend fotografieren kann, sind es genau diese kurzen aber intensiven Momente, die mir wichtig sind, weil ich sicher bin, dass auch sie mich stärken, meinen Weg weiterzugehen ...










"Ein einsamer Ort in der Natur
ist ein geistiger und seelischer Quell der Meditation
und Heilung für Seele und Geist."


Zitat von Peter Lauster,
deutscher Psychologe und Autor
(mit freundlicher Genehmigung des Verfassers)


PS: es haben mich so viele Mails und auch Briefe erreicht, die ich alle noch beantworten möchte; doch im Moment fühle ich mich irgendwie blockiert, ich kann mich nur schwer dazu aufraffen, jedem individuell zu schreiben; bitte seht es mir nach und seid nicht böse, wenn es noch ein wenig dauert, bis Ihr Nachricht von mir erhaltet ... herzlichen Dank für Euer Verständnis ♥

3. September 2010

oh Rosario ...

bei herrlichstem Altweibersommer-Sonnenlicht forderte mich gestern Nachmittag der noch üppig blühende Rosenstrauch mit Namen "Rosario" geradezu auf, eine von seinen zart duftenden, fast ein wenig zerbrechlich wirkenden Blüten zu pflücken und deren bezaubernde Schönheit zu fotografieren, die sich mir währenddessen, ich habe es anders auch nicht erwartet, zu meiner großen Entzückung offenbarte






"Oh, wie viel schöner
scheint die Schönheit doch,
wenn Treue sie als süße Zierde hebt!
Die holde Rose dünkt uns holder noch,
weil süßer Duft in ihrer Blüte lebt ..."

aus "Sonnett 54"
von William Shakespeare

















Ihr Lieben,
genießt den herrlichen Altweibersommer,
der uns allerorts gerade beschieden ist ...
mit diesen "rosigen" Impressionen
wünsche ich Euch ein wunderbares Wochenende




Septembermorgen





Im Nebel ruhet noch die Welt,
noch träumen Wald und Wiesen:
bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
den blauen Himmel unverstellt,
herbstkräftig die gedämpfte Welt
in warmem Golde fließen.



Gedicht "Septembermorgen"
von Eduard Mörike (1804 – 1875)

2. September 2010

"an apple a day keeps the doctor away"

bei meinem letzten Besuch im Apfelcafé hatte ich zufällig die Kamera dabei ... schön, dachte ich, dann kann ich doch gleich mal ein paar "vitaminreiche" Impressionen einfangen ...
... und ich sage Euch, der frisch gebackene Apfelkuchen dort, der hat ja so was von lecker geschmeckt *schleck*