30. Mai 2010

Schutzengel

mehr als drei Jahrzehnte wohnte die alte Dame mit im Haus von Tante und Onkel, und sie war, wie man so schön sagt, weder verwandt noch verschwägert mit ihnen, aber nach so langer Zeit schon auch irgendwie ein Teil der Familie geworden bei unseren Besuchen dort war sie immer da, an Weihnachten beispielsweise saß sie auch am Tisch und aß mit uns, das war völlig normal, wir kannten es gar nicht anders

vor kurzem starb sie im Alter von fast neunzig Jahren, und das Wenige, was sie besaß, wurde bis auf ein paar Möbel von ihrer Nichte abgeholt als wir letztens wieder zum Essen bei Tante und Onkel eingeladen waren, sagte die Tante, sie habe noch etwas für mich "das hier ist für Dich, das sollst Du haben, weil ich weiß, dass Du so etwas magst ... es ist von ihr ..."

in diesem Augenblick war ich so was von gerührt, als sie mir lächelnd das alte Bild in die Arme drückte

mir ging nur noch durch den Kopf: ihr Schutzengel ... für mich ???
könnt Ihr Euch vorstellen, wie sprachlos ich in dem Moment war? ich wusste nicht, was ich sagen sollte, habe nur noch das Bild mit großen Augen angesehen ... immer und immer wieder ... und mich sooooooooo sehr gefreut

Du bist der Vogel, dessen Flügel kamen, wenn ich erwachte in der Nacht und rief. Nur mit den Armen rief ich, denn dein Namen ist wie ein Abgrund, tausend Nächte tief. Du bist der Schatten, drin ich still entschlief, und jeden Traum ersinnt in mir dein Samen, – du bist das Bild, ich aber bin der Rahmen, der dich ergänzt in glänzendem Relief. Wie nenn ich dich? Sieh, meine Lippen lahmen. Du bist der Anfang, der sich groß ergießt, ich bin das langsame und bange Amen, das deine Schönheit scheu beschließt. Du hast mich oft aus dunklem Ruhn gerissen, wenn mir das Schlafen wie ein Grab erschien und wie Verlorengehen und Entfliehn, – da hobst du mich aus Herzensfinsternissen und wolltest mich auf allen Türmen hissen wie Scharlachfahnen und wie Draperien. Du: der von Wundern redet wie vom Wissen und von den Menschen wie von Melodien und von den Rosen: von Ereignissen, die flammend sich in deinem Blick vollziehn, – du Seliger, wann nennst du einmal Ihn, aus dessen siebentem und letztem Tage noch immer Glanz auf deinem Flügelschlage verloren liegt ... Befiehlst du, daß ich frage? Gedicht "Der Schutzengel" von Rainer Maria Rilke (1875 – 1926)

29. Mai 2010

"... mein Garten ist voll weißen Glücks, das Englein siehts: wie lieblich! pflücks für sie, für dies in Blüte steht: ein Morgengruß, ein Nachtgebet, ein Habdichlieb, ein Denkedein ...
... und alle Rosen, die es fand, nimmt es in seine weiße Hand, und wo es nur ein Röslein nahm, sogleich ein anderes wiederkam. So findets immer einen Flor für dich erblühter Rosen vor ..."
aus dem Gedicht "Von weissen Rosen" von Gustav Falke (1853 – 1916)

28. Mai 2010

"Mädchentraum"

vor ein paar Tagen habe ich dieses weltallerschönste Sitzkissen im Shop von Fräulein Emma für meine Tochter bestellt ... auf den Fotos lässt sich unschwer erkennen, dass sich die beiden, wie ich finde, schon irgendwie richtig gut aneinander gewöhnt haben ...

sie ist die erste

und eröffnet somit die herbeigesehnte Rosen-Blütezeit im Garten

Englische Rose "Heritage" ®

Als die Rosen wurden grün, o wie freut' ich mich so sehr! Und wenn sie nun nächstens blüh'n, o dann freu' ich mich noch mehr! Dankbar spendet mir der Strauch seine volle Blüthenpracht; hab' ich ihn gepflegt doch auch und so gerne sein gedacht. Und so soll auch mein Gemüth blüh'n in Freud' und Dankbarkeit, wie die erste Rose blüht in der schönen Maienzeit.

aus dem Gedicht "Die erste Rose" von Hoffmann von Fallersleben (1798–1874)

25. Mai 2010

... kam die Sonne mit wanderndem Licht

"Ich bin zum Maienwald hingegangen die alten Bäume wieder zu besuchen. Da standen die langen und aschgrauen Buchen mit hellgrünen Blattwimpeln an allen Stangen.
Pfingstmontag, kurz nach 18 Uhr
Und statt des Windes, der sonst im Wald laut spricht, ging und kam die Sonne mit wanderndem Licht und sah jedem Baum ins durchsichtige Blättergesicht. Die Buchenblätter alle zartsilbrigen Flaum hatten und erlebten wie Glückliche kaum einen Schatten."
Max Dauthendey (1867 – 1918)

24. Mai 2010

warum in die Ferne schweifen?

wir unternehmen heute keinen Pfingst-Ausflug, das machen sicherlich bestimmt schon alle anderen ;-) ... warum aber auch, wo "das Gute doch so nahe liegt": ein üppig blühender Garten, der alle Sinne anspricht, strahlende Sonne und angenehme Wärme, eine schattenspendende Veranda mit gemütlicher Liege, auf der man ganz phantastisch dösen kann ...
übrigens haben sich die Pfingstrosen nun doch besonnen zu blühen ... zu meiner großen Freude :-)))

" ... Doch leuchtend will entfalten Päonie ihre Pracht, von hehren Pfingstgewalten im tiefsten angefacht. Gleich einer späten Liebe, die lang in sich geruht, bricht sie mit mächtgem Triebe jetzt aus in Purpurglut. ..." aus dem Gedicht "Pfingstrose" von Ferdinand v. Saar (1833 - 1906)
in diesem Sinne schicke ich allen sonnenhelle Mittagsgrüße aus meiner "Oase" und hoffe, dass es Euch gut geht!
zum Vergrößern bitte anklicken

"Willst du ein Leben lang glücklich sein, dann leg' einen Garten an." ~ Sprichwort ~

22. Mai 2010

" ... Ein Pfingsten kam - o welche Festesfeier! Der schöne Mai im hellen Blütenkranz zerreisst des Himmels düstern Wolkenschleier, und zeigte ihn in seinem blau'sten Glanz. - "
aus dem Gedicht "Zwei Fenster" von Louise Otto (1819 - 1895)

Bildpostkarte um 1900

21. Mai 2010

die wilden Heckenrosen sind noch einmal so schön

" ... die Rosen in dem Garten sind reizend anzusehn; die wilden Heckenrosen sind noch einmal so schön ... " aus dem Gedicht "Wilde Rosen" von Hermann Löns (1866 – 1914)

gar nicht so unrecht hat er, der liebe Hermann Löns "... sind noch einmal so schön" ... und ein unbeschreiblich betörender Duft wird von ihnen verströmt *seufz* es sind die ersten Rosenblüten für dieses Jahr aus dem Garten, leider kenne ich den Namen der Wildrosen-Sorte nicht, die Pflanze hatte ich vor Jahren aus dem Samen einer Hagebutte gezogen
und da sich die Blüten im Wasser länger halten als am Strauch, präsentieren sie sich mir nun in diesem bezaubernden Kristallgefäß; dabei handelt es sich aber nicht um eine gewöhnliche Vase, sondern um eine alte Bowle-Schüssel, die ich zeitweilig einfach immer mal zweckentfremde; spätestens im Sommer aber übernimmt sie wieder ihre eigentliche Funktion, nämlich dann, wenn darin Rosabella's Rosenbowle serviert wird
" ... Ich begrüße euch, ihr Rosen, in der Freiheit wilder Pracht, eingewiegt von Sturmestosen, großgesäugt vom Thau der Nacht! ..." aus dem Gedicht "Wilde Rosen" von Louise Aston (1814 – 1871)

Stimmungsaufheller

schönen guten Morgen Ihr Lieben, bevor ich mich meinem Tageswerk widme (Pfingsten hat sich Besuch angesagt, da muss noch einiges erledigt werden), ganz schnell diese Impression aus meinem kleinen Rosenbadezimmer ...

heute morgen, kurz nach 7.00 Uhr

ich muss zugeben, mir genügt solch' ein Anblick bereits, um meine Stimmung schlagartig aufzuhellen und den Morgenmuffel in mir zu vertreiben ;-) so etwas mag ich, und deshalb genieße ich gerade zu dieser frühen Tageszeit ganz besonders das sonnenlicht-durchflutete Zimmer ... noch mehr Sonnenstrahlen scheint es dann wohl am Wochenende zu geben, die Wetterprognosen lassen auf warme Pfingsttage hoffen! das war's dann auch schon für diesen Augenblick ... sonnenhelle Morgengrüße an alle ♥

"Wenn vom Frühling rund umschlungen, von des Morgens Hauch umweht, trunken nach Erinnerungen meine wache Seele späht, wenn, wie einst am fernen Herde, mir so süß die Sonne blinkt, und ihr Strahl ins Herz der Erde, und der Erdenkinder dringt ..." aus dem Gedicht "Freundeswunsch" von Friedrich Hölderlin (1770 – 1843)

19. Mai 2010

Du, die Schwalben sind da!

Du, die Schwalben sind da! nun ist es Frühling! steh doch und sieh und freue dich: Frühling! Und liegt still auch noch der Garten, schweigsam das Feld, Tag um Tag doch immer grüner, immer klingender wird die Welt ... Und am Himmel zwischen den Wolken grau und stau leuchtet immer heller ein kleines Stückchen Blau ... selig, sieghaft, wie ein Wunder! steh doch, sieh doch! und mitunter überflutet eine feine goldene Welle Fern und Nah und seit gestern sind auch deine ... meine ... unsere kleinen, lieben alten treuen Schwalben wieder da! Gedicht "Du, die Schwalben sind da!" von Cäsar Flaischlen (1864 - 1920)
Bildpostkarte (Ausschnitt), um 1900

da hilft nur noch klatschen ... oder auch nicht ?!

gestern abend, ich hatte es mir gerade gemütlich gemacht, höre ich plötzlich den Schrei meiner Tochter:
Maaaaammmmmaaaaaa ... der Reiher
das bedeutet für mich: Einsatz! wie von der Tarantel gestochen stürze ich sofort in den Garten und beginne, in die Hände zu klatschen, was das Zeug hält; seit der Reiher nämlich unseren Teich für sich als Nahrungsquelle entdeckt hat, befinden sich darin leider mittlerweile mehr Pflanzen als Fische :-(
brrrrrrr, mir gehen jedesmal die Nackenhaare hoch, wenn ich ihn schon wieder auf Nachbar's Dach sitzen sehe ...

da hilft wirklich nur noch eines: klatschen, klatschen, klatschen ... manchmal habe ich jedoch den Eindruck, dass er sich an dieses Ritual mittlerweile schon längst gewöhnt hat und es ihm nicht das Geringste ausmacht, dann nämlich, wenn er mit einem absolut ignoranten Blick zu mir hinüberschaut und mir damit eindeutig vermittelt, dass er eigentlich überhaupt gar nicht gemeint sein kann ... und wieder wegschaut ;-)

nun gut, da hilft ja alles nichts, in so einem Falle greife ich eben zu härteren Mitteln: das nächste Paar Schuhe, was zum Greifen nahe steht, muss dann leider dran glauben und wird von mir mit einer solchen Wucht mit den Sohlen aneinandergeklatscht, dass der dabei entstehende, schussartige Knall nicht nur den Reiher erschreckt, sondern wahrscheinlich gleich die komplette Nachbarschaft ?!

die Fotos hat übrigens meine Tochter am Fenster ihres Zimmers aufgenommen ... danke Liebes, dass ich sie hier veröffentlichen darf ... während ich ja wieder einmal im Einsatz war ;-)
edit.:
nicht, dass ich mit diesem Post bei Euch den Eindruck erwecke, ich sei keine Tierfreundin, im Gegenteil! ich wünschte mir nur, der Reiher würde im nahegelegenen Tal, auf den angrenzenden Wiesen und Weiden oder im Bach nach Nahrung suchen ... er scheint sich jedoch in den letzten Jahren immer mehr für die einfachere Variante, nämlich die Fische direkt aus den Teichen zu holen, entschieden zu haben ... nun gut, kann man ja auch eigentlich nachvollziehen, er folgt lediglich seinem Instinkt, und da zählt kein Unterschied, Fisch ist eben Fisch, egal ob aus dem Teich oder dem Bach ... übrigens, ein Netz über den Teich zu spannen hat auch nichts genutzt ...

18. Mai 2010

Himbeertraum

als wir am Sonntag zum Essen bei Tante und Onkel eingeladen waren, gab es zum Nachtisch einen "Himbeertraum" das Rezept stammt von der Friseurin, erzählte die Tante, und seit fast 30 Jahren tauschen sich die beiden "küchentechnisch" immer aus, wenn sie sich einmal im Monat sehen, wie auch vor kurzem, als sie ihr ganz begeistert vom "Himbeertraum" vorschwärmte ja, ich muss sagen, der hat richtig lecker geschmeckt und hat seinen Namen echt verdient
gestern habe ich es dann auch gleich selber schon einmal ausprobiert, und wenn ich ehrlich bin, war ich noch nie so schnell mit der Zubereitung eines Desserts fertig ... keine 10 Minuten hat's gedauert übrigens braucht man nur drei Zutaten (für ca. 2-3 Personen), die da sind:

ca. 300 g tiefgefrorene Himbeeren 250 ml "Cremefine zum Schlagen" ca. 75 Gramm Baiser (Meringues)
und so geht's: man kippt die Himbeeren im gefrorenen Zustand in eine große Schüssel, bereitet "Cremefine" zu (aber bitte nicht steif schlagen, sie sollte noch die Konsistenz einer Creme haben), gießt diese über die Himbeeren und verteilt sie gleichmäßig danach das Baiser in einen Gefrier-Beutel füllen und mit der Teigrolle ordentlich bearbeiten, damit man hinterher Krümel erhält, die man dann nur noch über die Creme streut ... fertig! das Ganze jetzt in den Kühlschrank stellen, dort tauen die Himbeeren innerhalb von 2-3 Stunden auf und "frosten" währenddessen die baiser-bestreute Creme also, wenn Ihr mittags diesen Nachtisch anbieten wollt, bereitet ihn einfach morgens schon zu und er kommt perfekt auf den Tisch ich habe ihn in einer Glas-Schüssel angerichtet, hübscher wäre es sicherlich, wenn man das Dessert direkt in die passende Anzahl von Gläsern füllt und oben am Rand jeweils ein Blättchen frische Zitronenmelisse und eine einzelne Himbeere dazulegt ... das sieht bestimmt auch appetitlicher aus

übrigens braucht Ihr keinen zusätzlichen Zucker mehr dazu tun, Ihr werdet staunen, was das für ein erfrischendes, süß-säuerliches Geschmackserlebnis ist ... wer so etwas mag, sollte unbedingt den "Himbeertraum" einmal ausprobieren

17. Mai 2010

Spieglein, Spieglein ...

schon ewig lag im Geschirrschrank dieser uralte, richtig schöne, handbemalte Teller in den Farben, wie ich sie sehr mag: helles Türkis, Gold, Weiß, Rosé

dass er in seinem "Leben" schon viel mitgemacht hat, sieht man auf den ersten Blick am stellenweise vorhandenen Gold-, Glasur- und Farbenabrieb, an den zahlreichen Kratzern und Schrammen, an zwei Klebestellen
trotzdem, und gerade vielleicht deshalb liebe ich dieses Stück, und ich fand es immer sehr schade, es unbenutzt im Schrank liegen zu lassen

schließlich überlegte ich, was ich mit dem Teller bloß anstellen könnte, damit er endlich wieder Beachtung findet; da kam mir die Idee mit dem Spiegel in den Sinn, über die ich irgendwo mal in einem dieser Kreativ-Bücher gelesen hatte

ich besorgte mir also einen "Rohling" in einer passenden Größe und klebte diesen in die Tellerfläche; die war übrigens weiß, so dass dadurch keine Malereien verdeckt wurden
dann dachte ich darüber nach, wie ich den Teller am besten präparieren könnte, um ihn hinterher auch aufhängen zu können
erst probierte ich es rechts und links an den Handhaben mit Bändchen, die ich oben zu einer Schlaufe zusammenfügte, doch das schien mir letztendlich zu instabil und keine gute Lösung zu sein ... nicht auszudenken, wenn das Band nach einer Zeit nicht mehr hielte und der Teller von der Wand fiele
ich suchte nach einer anderen Möglichkeit, ihn zu befestigen, und da erinnerte ich mich an die alten Tellerhalter aus England, die ich irgendwo auf dem Dachboden liegen hatte

das schien mir genau das Richtige zu sein, einfach perfekt, da löst sich jetzt nichts mehr und der Teller lässt sich nun ganz hervorragend aufhängen nun erstrahlt das "alte Schätzchen" in neuem Glanze und jedesmal, wenn ich in den Spiegel schaue, freue ich mich, für meinen wunderschönen Teller eine neue Verwendung gefunden zu haben

16. Mai 2010

Erdbeerblüten sprühten kühlende Düfte

" ... Heckenrosen und Apfelknospen flogen in rosigen Bogen über den Lagern von goldenen Moosen. Weiße Convalien und Erdbeerblüten sprühten kühlende Düfte. Tief aus heimlichen Schatten umschlang einer Amsel Silbergesang ..." aus dem Gedicht "Goldene Tränen" von Max Dauthendey (1867 - 1918) (dieses Foto habe ich mit PhotoScape zu einem Aquarell 'umgearbeitet')

... ist Ruh ... spürest Du kaum einen Hauch ...

"Ein entzückender Morgen! Die Phantasie kann ihn nicht schöner träumen! Das lichtblaue Himmelsgezelt, den jungen Frühling verkündend, die Strahlen der blaßgoldenen Sonne, mild kosend die frischen Lüfte durchzitternd – die Atmosphäre wie erbebend unter dem Erguß dieser himmlischen Strahlen! Und dann die tiefen Schlagschatten, und daneben die herrlichen Lichtströme der tausend Blumen und Blüten ..."

aus der Erzählung "Ein Morgen im Paradiese" von Charles Sealsfield (1793 – 1864)

15. Mai 2010

Eisheilige ade!

mit der "Kalten Sophie" am heutigen Tage, die, wie ich finde, ihrem Namen alle Ehre macht, enden hoffentlich die Eisheiligen und es stellt sich endlich wärmeres Frühlingswetter ein wünsche Euch trotz niedriger Temperaturen ein zauberhaftes Wochenende ... nehmen wir "Sophie" doch einfach in unsere Mitten, vielleicht wird es dann allerorts gleich ein wenig wohliger ;-)

"Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie vorüber ist." - Bauernregel -

13. Mai 2010

"Jedes Werden in der Natur, im Menschen, in der Liebe ... muß abwarten, geduldig sein, bis seine Zeit zum Blühen kommt."
Dietrich Bonhoeffer (1906 - 1945)

12. Mai 2010

von wegen sauer!

die Zeit, in der Rhabarber geerntet werden kann, ist eigentlich relativ kurz, deshalb gibt es ihn bei uns so oft es geht als Dessert, Auflauf, Kuchen, Marmelade ... am liebsten mögen wir ihn aber als Crumble (= Nachspeise aus der englischen Küche), warm gegessen, dazu Vanilleeis oder einfach nur Sahne ... ich sage Euch, das ist vielleicht lecker
hier ist mein Rezept, vielleicht mag ja die eine oder andere mal nachbacken, es lohnt sich wirklich, und es geht auch relativ zügig
die Angaben reichen für eine kleine Auflaufform (ca. 20 x 20 cm), also für ca. 2-3 Personen; wenn wir Gäste haben oder es als Kuchen-Alternative nachmittags zum Kaffee genießen, dann verarbeite ich einfach die doppelte Menge für eine entsprechend größere Schale
Rosabella's Rhabarber-Crumble (Angaben für ca. 2 bis 3 Personen)
Zutaten ca. 500 g frischen Rhabarber 120 g Rohrohrzucker 250 g Weizen- oder Dinkel-Vollkornmehl 125 g weiche Butter 1/2 Teelöffel Zimt Zubereitung den Backofen auf 180 Grad vorheizen
Rhabarber waschen, schälen, in 2 bis 3 cm lange Stücke schneiden, in eine Auflaufform (ca. 20 x 20 cm) geben und mit 2 bis 3 Esslöffeln Rohrohrzucker bestreuen
das Mehl mit dem restlichen Zucker, Butter und Zimt zu Streuseln kneten und über den Rhabarber streuen
das Crumble etwa 40 Minuten backen, danach sollte es, wenn möglich, noch warm gegessen werden; superlecker schmeckt, wie schon oben erwähnt, Vanilleeis dazu
gutes Gelingen und natürlich ... guten Appetit :-)
ganz zum Schluss noch ein Hinweis: die in den Rhabarberstangen enthaltenen Fruchtsäuren sind verantwortlich für das erfrischende Aroma und sorgen für einen hohen Vitamin C-Gehalt; außerdem enthält Rhabarber neben der Oxalsäure auch Pektine, Gerbstoffe, viel Kalium und Eisen; er regt Leber und Galle an, wirkt verdauungsfördernd und entwässernd; bei Magen-, Durchfall- oder Nierenproblemen sollte man mit dem Genuss von Rhabarber vorsichtig sein und keine größeren Mengen auf einmal verzehren; bei Arthritis, Gicht, Rheuma und Nierensteinen sollte man lieber ganz auf ihn verzichten