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27. Dezember 2010

es ist ein Augenblick, und alles wird verwehn

Vom ersten Mark des heutgen Tags getränkt,
fühl ich mir Mut zu jedem frommen Werke.
Die Seele fliegt, so weit der Himmel reicht,
der Genius jauchzt in mir! Doch sage,
warum wird jetzt der Blick von Wehmut feucht?
Ist's ein verloren Glück, was mich erweicht?
Ist es ein werdendes, was ich im Herzen trage?


Hinweg, mein Geist! hier gilt kein Stillestehn:
es ist ein Augenblick, und alles wird verwehn!
Dort, sieh, am Horizont lüpft sich der Vorhang schon!
Es träumt der Tag, nun sei die Nacht entflohn;
die Purpurlippe, die geschlossen lag,
haucht, halbgeöffnet, süße Atemzüge:
auf einmal blitzt das Aug, und, wie ein Gott, der Tag
beginnt im Sprung die königlichen Flüge!


aus dem Gedicht "An einem Wintermorgen ..."
von Eduard Mörike (1804 – 1875)



Kommentare:

  1. Meine liebe Rosabella,

    gerade eben komme ich nach Hause und finde einen überfüllten Briefkasten vor ( nachdem wir schon seit 4 Tagen vor Heilig Abend keinerlei Post bekamen...ich glaube unser Briefträger hatte einfach keine Lust...), ja und was finde ich ...eien Karte vón dir !!!
    Ich freue mich wirklich sehr, dass du an mich gedacht hast...haben den Baum ja schon online bewundert.....vielen ♥-lichen Dank dafür !!!!

    Hoffe du / ihr hattet wundervolle Weihnachtstage...
    sei ganz lieb gegrüßt,
    Sanne

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  2. Liebe Rosabella! Herzlichen Dank für Deine Grüsse an uns alle! Ich hoffe ihr hattet ganz schöne und besinnliche Festtage! Ich wünsche Dir eine erholsame Altjahrswoche und sicher bis ganz bald wieder!
    Mit lieben Grüssen, Nordlicht

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O mag ein Engel Dir die Schrift diktieren,
daß jedes Wort mir Wonne sei und Lust,
ein Engel Deine Feder führen,
ein Zauber drinnen leben unbewußt!
Damit, wenn ich das Siegel löse,
das Glück sich ungetrübt daraus ergießt,
und keine Wolke, keine böse,
mein Geist von Deinem Geiste liest.

Friederike Kempner (1836 - 1901)