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12. November 2010

Rodin und Rilke ?!


"Malerei, Skulptur, Literatur, Musik stehen einander viel näher, als man im Allgemeinen glaubt. Sie drücken alle Gefühle der menschlichen Seele der Natur gegenüber aus." (Auguste Rodin)

höre oder lese ich den Namen des Bildhauers Auguste Rodin ("Der Kuss", "Der Denker", "Toilette der Venus"), dessen Geburtstag heute ist (er wurde am 12. November 1840 in Paris geboren), denke ich mittlerweile auch immer an Rainer Maria Rilke




bis vor einigen Jahren war mir nicht bewusst, in welcher Beziehung die beiden damals zueinander standen, und ich muss gestehen, erst ein sehr interessanter Dokumentarfilm von Bernard Malaterre bei arte.tv aus dem Jahre 2007,  der sich vor allem auf den umfangreichen Briefwechsel der beiden Künstler und überlieferte Aussagen von Zeitgenossen Rodins stützt und den ich zufällig im Fernsehen sah, vermittelte mir das bis dahin fehlende Hintergrundwissen (der Film wurde im übrigen am Originalschauplatz, im Haus von Auguste Rodin in Meudon, gedreht)

vielleicht mögt Ihr dem oben angegebenen Link auf die arte-Seite einmal folgen, wenn es interessiert ... nehmt Euch dann aber ein wenig Zeit dafür, denn dort gibt es einiges zu lesen und zu sehen

abschließend noch diese Zeilen von Rilke aus seiner Schrift, die er im Jahre 1903 über Auguste Rodin verfasst hat, und die mich irgendwie sehr berührt haben, als ich sie das erste Mal las:

"Man wird einmal erkennen, was diesen großen Künstler so groß gemacht hat: Daß er ein Arbeiter war, der nichts ersehnte, als ganz, mit allen seinen Kräften, in das niedrige und harte Dasein seines Werkzeugs einzugehen. Darin lag eine Art von Verzicht auf das Leben; aber gerade mit dieser Geduld gewann er es: denn zu seinem Werkzeug kam die Welt."

Kommentare:

  1. Hallo Rosabella,
    das war ein interessanter Ausflug für mich. Ich kenne einige Werke Rodins und einige Gedichte Rilkes. Ihre Lebensgeschichte ist mir jedoch genauso unbekannt wie die Tatsache, dass sich der deutsche Dichter und der französische Bildhauer begegnet sind. Schade, dass ich diesen Film verpasst habe. Es gibt leider nur selten solche Dokumentarfilme. Danke, dass du uns das so schön nahe gebracht hast.
    Schöne Herbstgrüße, Johanna

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  2. Liebe Rosabella, danke für diesen Hinweis zu diesen wunderbaren Künstlern, Gruß, Doris

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  3. Kedves Rosabella, köszönöm ezt a bejegyzést! Nagyon szeretem ezt a blogot!
    Erika

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  4. Liebe Rosabella,

    ich muss gestehen ich kannte Rodin nicht...aber wenn Rilke etwas von ihm hält, dann muss das was heißen...

    Wünsche dir ein ganz schönes Wochenende,
    lieben Gruß,
    Sanne

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  5. "Daß er ein Arbeiter war, der nichts ersehnte, als ganz, mit allen seinen Kräften, in das niedrige und harte Dasein seines Werkzeugs einzugehen."
    Hast Du Dir mal die "Danaide" von Rodin angesehen - eine Marmorskulptur, die besser das bildhauerische Können Rodins nicht zeigen könnte - den Kontrast aus unbehauenem Stein und der herausgearbeiteten Frauengestalt der Danaide, als hätte sie im Stein geschlummert und nur darauf gewartet, "freigelegt" zu werden. Seit vielen Jahren mein Lieblingswerk Rodins. Ein wirklich bewundernswerter Künstler -zeitlos und voller Ästhetik.

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O mag ein Engel Dir die Schrift diktieren,
daß jedes Wort mir Wonne sei und Lust,
ein Engel Deine Feder führen,
ein Zauber drinnen leben unbewußt!
Damit, wenn ich das Siegel löse,
das Glück sich ungetrübt daraus ergießt,
und keine Wolke, keine böse,
mein Geist von Deinem Geiste liest.

Friederike Kempner (1836 - 1901)