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7. November 2010

Die Rose im November



Herbstlich rauh verödet sind die Fluren,

und verschwunden ist des Sommers Glanz;

dennoch reich' ich eine seiner Spuren

glühend Dir zum jugendlichen Kranz.

Diese Rose, die sich spät erschlossen,

dufte Lenzgefühl Dir in die Brust. –

Ach sie hat die Sonne nicht genossen,

nicht der milderen Entwicklung Lust.

Feuchte Lüfte haben sie erzogen,

dennoch trotzte sie mit innrer Kraft,

still und schweigend kalten Nebelwogen,

und des Sturmes wilder Leidenschaft.

Dir, der tiefe Innigkeit und Güte

Mitgefühl für stumme Schmerzen reicht,

sage ihre bald verwelkte Blüthe

welchem Loos ihr trübes Schicksal gleicht.




Gedicht "Die Rose im November" von Charlotte von Ahlefeld (1781 – 1849)

Kommentare:

  1. Liebe Rosabella
    Ein sehr schönes und so passendes Gedicht. Ich war am Samstag im Garten, hab das Rosenbeet winterfest gemacht, sprich, den Rosen Erde gegeben, angehäufert, ein wenig zurechtgestutzt ... und dann ist mir die eine und andere vor die Schere gekommen und ich mochte die Knospen nicht abschneiden, obwohl ich weiss, dass ihre diesjährigen Kräfte die Blüte nicht mehr hervorholen werden.
    Ich wünsche dir einen wunderbaren Tag - und ich hab mich drüber gefreut, dass dir meine Bilder, v.a. das erste, so gut gefallen haben. Schon gestern war die ganze Pracht nicht mehr, kam doch Sturm und Regen.
    Liebe Grüsse
    Ida

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  2. Liebe Rosabella,
    die Rose auf dem Foto stimmt mich traurig. Ich hatte letztes Jahr zwei solcher Blüten bei meiner Balkonrose, sie gingen nicht mehr auf, sie sind erfroren.
    Schade.

    Ganz liebe Grüße
    Beate

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  3. Noch kann ich alle Blüten bei mir an dem Strauch lassen, aber wenn es friert.......??????
    Und meine blühen noch so toll.
    Ein wunderschönes Gedicht und das Bild dazu, wie ein Traum, Dir eine gute Woche und herzlichen Gruß
    margit

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  4. Heute früh waren es Null Grad, als ich losfuhr. Nun hoffe ich, dass meine Rosen noch bis zum Wochenende durchhalten, erst dann kann ich sie "winterfest machen"...

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  5. Die Herbstrosen haben etwas magisches. Ich liebe sie noch mehr als die Sommerrosen, die so voller Kraft und Saft sind. Die herbstliche fast winterliche Zartheit der späten Rosen ist atemraubend.
    Ich lasse meine Rosen über Winter immer wie sie sind. Erst im Frühjahr schneide ich die alten Triebe zurück. Das ist der ganz natürliche Winterschutz...
    Deine Rosenbilder sind immer wieder schön, herzliche Grüße, Mira...

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  6. Eines von vielen wunderbaren Gedichte...danke dir Rosabella!
    Ich wünsche dir einen wundervollen November begleitet von goldigen Tagen. Mit lieben Gedanken Monika

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O mag ein Engel Dir die Schrift diktieren,
daß jedes Wort mir Wonne sei und Lust,
ein Engel Deine Feder führen,
ein Zauber drinnen leben unbewußt!
Damit, wenn ich das Siegel löse,
das Glück sich ungetrübt daraus ergießt,
und keine Wolke, keine böse,
mein Geist von Deinem Geiste liest.

Friederike Kempner (1836 - 1901)