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5. Oktober 2010


Wie soll ich meine Seele halten, daß
sie nicht an deine rührt? Wie soll ich sie
hinheben über dich zu andern Dingen?
Ach gerne möcht ich sie bei irgendwas
Verlorenem im Dunkel unterbringen
an einer fremden stillen Stelle, die
nicht weiterschwingt, wenn deine Tiefen schwingen.



Doch alles, was uns anrührt, dich und mich,
nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,
der aus zwei Saiten eine Stimme zieht.
Auf welches Instrument sind wir gespannt?
Und welcher Geiger hat uns in der Hand?
O süßes Lied.



~ Rainer Maria Rilke ~

Kommentare:

  1. Liebe Rosabella,

    was für ein zartes, nostalgisches Bild...und Rilke...sehr schön...
    Was ich Dich dieser Tage auch schon fragen wollte:
    Geht es Carola gut ? Ich hab schon öfter an sie gedacht ...( man macht sich ja Sorgen um Mitblogger...)

    Wünsche Dir einen schönen Herbsttag,
    liebe Grüße,
    Sanne

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  2. Hallo Rosabella,
    ich kann mich nur immer wiederholen - schön gesagt und schön illustriert. Rilke hat immer etwas besonders Anrührendes.
    Schöne Grüße, Johanna

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O mag ein Engel Dir die Schrift diktieren,
daß jedes Wort mir Wonne sei und Lust,
ein Engel Deine Feder führen,
ein Zauber drinnen leben unbewußt!
Damit, wenn ich das Siegel löse,
das Glück sich ungetrübt daraus ergießt,
und keine Wolke, keine böse,
mein Geist von Deinem Geiste liest.

Friederike Kempner (1836 - 1901)