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14. September 2010


Unsere Träume sind Marmorhermen,
die wir in unsere Tempel stellen,
und sie mit unseren Kränzen erhellen
und sie mit unseren Wünschen erwärmen.

Unsere Worte sind goldene Büsten,
die wir in unsere Tage tragen, -
die lebendigen Götter ragen
in der Kühle anderer Küsten.

Wir sind immer in Einem Ermatten,
ob wir rüstig sind oder ruhn,
aber wir haben strahlende Schatten,
welche die ewigen Gesten tun.


Rainer Maria Rilke (1875 - 1926)


Kommentare:

  1. W-u-n-d-e-r-b-a-r - mehr bleibt da nicht zu sagen.
    Liebe Grüße, Johanna

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  2. Ein wunderschönes Gedicht.
    Vielen Dank.
    Ich hoffe es geht Dir gut,oder wenigstens etwas besser.
    Ganz liebe Grüße
    Beate

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  3. ... ich habe über Pünktchen hierher gefunden, scön hast Du es hier, Rilke ist immer wieder wundervoll mit seinen Zeilen !!!!!!!

    ♥Grüße , woman

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  4. Meine liebe Rosabella, Du kannst Dir nicht vorstellen, wie sehr ich mich über Deinen Kommentar zum "Wonnemonat September" freue. Meinen Hochzeitstag hatte ich bereits am ersten September. Hatten wir damals extra so gelegt, dass die Flitterwochen noch in die ersten Septemberwochen fielen. Unsere Hochzeitsreise ging nach Dänemark - ganz unspektakulär - aber gerade zu dieser Zeit blüht die Heide dort wie ein violettes Meer und am Strand begegnest Du kaum einer Menschenseele und kannst kilometerweit schauen und laufen. Würde Dir bestimmt auch gerade sehr gut tun - es hatte für mich einen sehr großen Erholungswert!!!!!!

    Und ich kann es nur zurückgeben - DU bist jemand ganz Besonderes. Und es freut mich so sehr, dass Du gerne bei mir liest und schaust - warst Du es doch auch die mich zum Bloggen gebracht hat - eigentlich hatte ich mich damals ja nur "angemeldet", um nicht mehr anonym bei Dir zu kommentieren - und nun?... genau das meine ich immer ...

    Wunderschön passt hierzu auch das von Dir gewählte Gedicht Rilkes - insbesondere die letzte Strophe, die so stark ist, dass sie meiner Meinung nach die ersten beiden gar nicht bräuchte...

    "Wir sind immer in Einem Ermatten,
    ob wir rüstig sind oder ruhn,
    aber wir haben strahlende Schatten,
    welche die ewigen Gesten tun."

    Auch wenn wir keine großen Werke erschaffen - all die kleinen Dinge, die schönen Gedichte und sei es nur eine kleine Haselnuss oder Brombeere am Zweig - Eindrücke die wir einfangen und die nachempfunden werden - all dieses im wahrsten Sinne "Mitgefühl" (ob Freude oder Trauer) wird sich weitergeben und muss es auch in dieser kälter werdenden Welt - ich hoffe, dass werden unsere strahlenden Schatten sein.

    Und ein strahlendes Lächeln sendet zu Dir herüber, Deine Carola

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O mag ein Engel Dir die Schrift diktieren,
daß jedes Wort mir Wonne sei und Lust,
ein Engel Deine Feder führen,
ein Zauber drinnen leben unbewußt!
Damit, wenn ich das Siegel löse,
das Glück sich ungetrübt daraus ergießt,
und keine Wolke, keine böse,
mein Geist von Deinem Geiste liest.

Friederike Kempner (1836 - 1901)