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24. September 2010





Da ich die grüne Pracht der Bäume zärtlich liebe
und folglich mich anjetzt im Herbst bei ihrem Fall,
bei der Entblätterung der Wipfel überall
und der Vernichtigung des Laubes recht betrübe,
so deucht mir doch, ob hör ich sie im Fallen
zu meinem Troste dies mit sanftem Lispeln lallen:
"Du siehest uns von dem geliebten Baum
nicht, um denselben zu entkleiden,
noch um ihn nackt und bloß zu lassen, scheiden;
nein, wir machen frisch und schönern Blättern Raum."


Gedicht "Herbstgedanken"
von Barthold H. Brockes
(1680 – 1747)

Kommentare:

  1. Ein wundervolles Gedicht, ich rätsele ja schon lange ob Du nur umgeben bist von Gedichtbänden.
    Du hast zu jeder Jahreszeit und Stimmung die schönsten Gedichte und läßt uns daran teilhaben.
    Danke.
    Ganz liebe Grüße
    Beate

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  2. Sehr nett ausgedrückt! Und dazu das passende Bild mit zart apricot verfärbten Blättern gegen blauen Himmel. Einfach schön.
    Schöne Grüße, Johanna

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O mag ein Engel Dir die Schrift diktieren,
daß jedes Wort mir Wonne sei und Lust,
ein Engel Deine Feder führen,
ein Zauber drinnen leben unbewußt!
Damit, wenn ich das Siegel löse,
das Glück sich ungetrübt daraus ergießt,
und keine Wolke, keine böse,
mein Geist von Deinem Geiste liest.

Friederike Kempner (1836 - 1901)