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12. Juni 2010

Tage, wie Blätter still

" ... oft halten sich Tage wie Blätter still, der Himmel regnen nur regnen will ..." - Max Dauthendey -
Ihr Lieben, sehr lange habe ich überlegt, ob ich diesen persönlichen Post schreiben soll, alleine einen Anfang zu finden fällt mir unsagbar schwer, jetzt versuche ich es einfach, weil ich es will ... und weil ich damit denjenigen, die in den letzten Tagen nach mir fragten, antworten möchte seit vielen Monaten mache ich mir größte Sorgen um meinen Papa, der vor knapp drei Jahren völlig unvorbereitet die Diagnose einer unheilbaren Krankheit erhielt und ihm von den Ärzten zu dem Zeitpunkt eine verbleibende Lebenserwartung von circa einem halben Jahr vorausgesagt wurde seither kämpft er, doch ist die Krankheit, die seinen mittlerweile geschwächten Körper unverkennbar gezeichnet hat, unaufhaltsam fortgeschritten; nur mit starken Medikamenten können die auftretenden Schmerzen für ihn erträglich gemacht werden ... und jeder Tag bedeutet so leben zwischen Hoffen und Bangen immer mit dem Gedanken, wie lange noch ... seit Dienstag befindet er sich auf der Palliativstation des Krankenhauses am Donnerstag konnte ich zu ihm fahren, Ihr müsst wissen, dass meine Eltern nicht in der Nähe wohnen, sondern fast 200 km von mir entfernt, so dass ein spontaner Besuch, vor allem, wenn ich über Nacht weg bleibe, immer kurzfristig organisiert werden muss es macht mich unendlich traurig, ihn so zu sehen wie vor zwei Tagen, denn seit wir uns Ende April das letzte Mal trafen, hat er noch mehr an Gewicht verloren, sich äußerlich noch stärker verändert ... und auch seine Stimme, mit der er ein lebenlang zu mir gesprochen hat, ist anders geworden ... morgen früh fahre ich wieder zu ihm, auch wenn es nur für wenige Stunden sein wird, aber momentan ist das Bedürfnis, bei ihm zu sein, ganz besonders groß Ihr Lieben, ich weiß wie es ist, in einem Blog solche Zeilen wie diese zu lesen, mich machen diese Einträge immer betroffen und - wenn ich ehrlich bin - wortlos zugleich ... deshalb seht Euch bitte nicht unter Druck gesetzt, hier kommentieren zu müssen es ist einfach nur so, dass ich ein wenig darüber schreiben wollte, und ich auch niemanden beunruhigen möchte, wenn hier Ruhe herrscht und es keine neuen Posts gibt und soll ich Euch etwas sagen? gerade spüre ich, dass es richtig gut tut, Euch davon zu erzählen, nun fühle ich mich fast ein wenig erleichtert, hoffe jedoch, dass ich mit diesem Post niemanden zu sehr "belaste" ... danke, dass Ihr da seid!

Kommentare:

  1. Ach Sabine......ich habe so an Dich gedacht....weil ich befürchtet habe, daß das der Grund für Dein Fernbleiben ist.
    Und weißt Du was?? Die Bloggerwelt ist nicht nur dafür da, um Neuerworbenes, Schönes, Lustiges und Poetisch zu teilen, sie kann genau diese Momente, wie Du sie gerade durchlebst und mit uns teilst, ebenfalls "(v)ertragen".
    Und weil es gut tut, sich diese unendliche Traurigkeit und Hilflosigkeit einfach mal von der Seele zu schreiben, sollte auch das einfach geschehen...Es ist gut und richtig...

    Freud und Leid teilen....dann wird es nie zuviel und nie zuwenig..

    Ich umarme Dich ganz ganz fest und bleibe
    in Gedanken

    Birgit

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  2. Liebe Sabine,
    von den eigenen Gefühlen und Momenten, die einem bedrücken und traurig machen,in der Bloggerwelt zu schreiben finde ich so unsagbar viel schwieriger, als von den schönen Augenblicken. Es gehört Mut dazu, diese Gefühle so offen auszusprechen, aber vielleicht ist das auch eine Chance sich etwas "von der Seele" zu schreiben. Ich habe mir schon oft Gedanken darüber gemacht, wenn mich etwas traurig macht.
    Fühl dich gedrückt und ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass dir noch ein paar schöne Stunden mit deinem Papa bleiben!
    Susanne

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  3. ...liebe Sabine...
    wenn das Bloggen nur so oberflächlich wäre,dass man hier nicht auch seine Alltagssorgen, die einen belasten, erzählen könnte.....dann wären wir hier falsch...manches lässt sich besser ertragen, wenn man es (mit-) teilt...
    es tut mir so unendlich leid, dass Dein Vater ( und alle um ihn herum) so leidet.
    Ich hoffe es gibt da eine Familie, die zusammenhält, sich gegenseitig Kraft gibt , in dieser schweren Zeit.
    Als mein Vater starb( nach 10 Jahren schwerer Pflegebedürftigkeit, er wurde von uns Zuhause geplegt )war er im Krankenhaus ( das einzige Mal in dieser Zeit...).
    Ich fand das " Im Krankenhaus zu Sterben" schlimm...wie geht es Euch damit ?
    Es ist so traurig zu sehen, wenn das Leben weicht, von den Menschen , die einem am Nächsten sind..
    Dafür gibt es keine Ratschläge ...
    Ich denke ganz fest an Dich, finde es sehr gut, dass Du uns Deine Gefühle hier niedergeschrieben hast...wünsche Dir und den Deinen viel Kraft für die kommende Zeit..
    sei lieb gegrüßt,
    SAnne

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  4. Meine liebste Rosabella,
    als ich zunächst das Bildchen entdeckt hab und das himmlische Gedicht, war ich außer mir vor Freude......erst danach hab ich gesehen, welch furchtbar schwere Zeit du (bzw. die ganze Familie) durchmachen musst!!! Dieses langsame Abschiednehmen und all der damit verbundene Schmerz bringt uns an unsere Grenzen, man kann sich nicht wirklich darauf vorbereiten und es tut einfach nur schrecklich weh........ich wünsch dir ganz viel Kraft, um alles durchzustehen und daran zu wachsen, denn diese Zeit, so schwer sie auch sein mag, ist eine unendlich wichtige und intensive und auch sie hat ihre schönen Momente, wenn wir sie denn zulassen können! Ich drück dich ganz fest und schick dir und auch deinem Papa viele liebe Gedanken,

    herzlichst Jade

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  5. Liebste Rosabella
    Unsere Blogeinträge sind gleichzeitig auch unsere Fussspuren, die wir hinterlassen auf unserem ganz persönlichen Weg, der natürlich nicht immer nur von Rosen umsäumt ist. Ich finde es schön Anteil nehmen zu dürfen. Danke.

    Ich wünsche dir und deinen Lieben ganz viel Kraft und das tiefe Vertrauen, dass ihr alle im Herzen verbunden seid, was auch immer auf euch zu kommt... Das unsichtbare Band der Liebe hält jedem Sturm stand und ist unverwüstlich!

    Alles Liebe und innige Momente
    voller Wärme und Schönheit
    wünscht dir Vilma

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  6. Du nur, einzig du bist

    Du nur, einzig du bist.
    Wir aber gehn hin, bis einmal
    unsres Vergehens so viel ist,
    dass du entstehst: Augenblick,
    schöner, plötzlicher,
    in der Liebe entstehst oder,
    entzückt, in des Werkes Verkürzung.

    Dein bin ich, dein; wieviel mir die Zeit auch
    anhat. Von dir zu dir
    bin ich befohlen. Dazwischen
    hängt die Guirlande im Zufall, dass aber du sie
    auf- und auf- und aufnimmst:
    siehe: die Feste!



    Rainer Maria Rilke

    ...in Liebe
    Annette *♥*

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  7. Meine liebe Rosabella,

    Danke für Deine Ehrlichkeit und Dein Vertrauen uns gegenüber. Ich wünsche Dir und Deiner Familie viel Kraft und Ruhe in dieser Zeit..

    Fühl Dich gedrückt..

    Claudine

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  8. Liebe Rosabella,

    wenn ich solche Zeilen lese, werde ich immer ganz bedrückt und möchte den Betroffenen einfach nur die Hand halten.

    Weil meine Mutter einer dieser tükischen Krankheiten im Frühstadium nach einer Operation überstanden hat und weil es meinen Eltern (bis auf kleine Wehwehchen) gut geht und sie ihren Reisen in die Welt planen und durchführen und ihren Garten genießen können.

    Aber damals, als meine Mutter im Krankenhaus lag und mir davon nichts gesagt hatte, bin ich mit Schmerzen zum Arzt gegangen. Gefunden wurde nichts, es handelte sich um Phantomschmerzen. Ich bin meiner Mutter physiologisch so ähnlich, dass ich ohne es zu wissen mit Schmerzen gespürt habe, dass irgendetwas passiert ist...

    Liebe Rosabella, ich halte deine Hand ganz fest.

    Anke

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  9. Nicht nur weil ich mit meinem eigenen Vater Ähnliches und doch sicher zugleich völlig anderes erfahren habe, hat es mich sehr berührt, was Sie hier schreiben. Ich wünsche Ihnen viel Kraft und schicke Ihnen alle guten Gedanken, die ich auftreiben kann.

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  10. Liebe Rosabella, meine Gedanken sind bei Euch, ich wünsche Dir und Eurer ganzen Familie viel Kraft, Deinen Vater auf seinem Weg zu begleiten.

    Traurige Grüße, Kati

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  11. Liebe Rosabella, ich wünsche dir ganz, ganz viel Kraft...
    ich kann das so gut nachempfinden. Meine Eltern wohnen 900km von mir fort und ich bin immer darauf angewiesen, daß man mir am Telefon auch wirklich alles erzählt... leider will man mich oft nicht beunruhigen, und so habe ich erst im Nachhinein erfsahren, daß mein Papa kurz vor einem komatösen Schock gestanden hat, weil bei seinen Herzmedis irgendwas nicht verträglich war... da wurde mir auch ganz anders und ich habe mich gefragt, was wäre, wenn?
    Irgendwann kommt dieser Moment und was mache ich dann?
    Ich hoffe, sie würde dann her zu uns kommen, aber denke auch, daß das nicht ihre erste Wahl wäre, weil sie sich am Wasser so wohl fühlen... was ich auch verstehe.
    Man verdrängt das immer, aber eigentlich sollte man das wohl nicht...
    Aber wie gesagt, ich denke ganz fest an dich und wünsche dir alles Gute und genieße die Zeit, die du mit deinem Papa hast. Und ich denke, man sollte Menschen immer sagen, wie lieb man sie hat.

    alles Gute von mir! m.

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  12. Liebe Rosabella,
    ich wünsche Dir sehr sehr viel Kraft.
    Es tut weh die eigenen Eltern so leiden sehen zu müssen.
    Mir ist es im letzten Jahr so ergangen und es tat furchtbar weh.
    Wenns Telefon klingelte schrak ich zusammen
    .Die Abstände wo sie ins Krankenhaus musste wurden immer kürzer.
    Erst Wochen dann waren es Tage.
    Sie hatte Krebs.
    Dieses lange Abschied nehmen schmerzt ungemein und verlangt eine Menge Kraft.Doch ich bin froh das wir beide uns noch alles sagen konnten.Auch wenn mir oft die Worte fehlten und ich sie nur noch drücken konnte.
    Ich wünsche Dir erdenklich viel Kraft liebe Rosabella.
    Ich umarme Dich,ich denk an Dich!
    herzlichst Moni

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  13. Liebe Sabine,

    habe erst heute dein Eintrag gelesen, war so lange nicht hier in den Blogs. Bei dem Wetter, viel Regen und warm, bin ich sehr viel im Garten am arbeiten und für das Forum oder Blog habe ich kaum Zeit.

    Ich kann dich so gut verstehen, mein Papa ist 1987 gestorben, meine Mama 1992. Sie wohnten aber nur 30 Km entfernt. Nur bei meine Eltern konnte ich mich nicht verabschieden, sie starben beide plötzlich am Herzversagen, das beschäftigt mich heute noch. Besser ist wenn man sich verabschieden kann. Aber es ist sehr schwer einen geliebten Menschen so leiden zu sehen und vor allem seine Veränderung. Es tut auch gut mit andere, in diesem Fall mit uns hier im Blog, seine Gedanken mitzuteilen, und ich denke fast jede von uns hat auch schon mal so geschrieben.

    Ich wünsche dir die nötige Kraft das alles zu beweltigen und denk an dich.

    Herzliche liebe Grüße
    Michaela

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  14. Liebe Rosabella,ich kann Dir nur ganz viel Kraft wünschen,verbring möglichst viel Zeit mit Deinen geliebten Vater diese kostbare Zeit sollst Du nützen.Ich erlebe es jeden Tag in meinen Beruf als Krankenschwester,bin oft mit viel Leid konfrontiert,und trotzdem weis ich aus eigener Erfahrung das es am schwersten ist einen geliebten Menschen der einen so nahe ist los zu lassen.
    Ich finde es gut das Du in Deinen Blog über Deinen Kummer schreibst,ich denke auch das soll Platz haben.Ich wünsche Dir und Deiner Familie ganz viel Kraft,und liebe Menschen die für Euch da sind in dieser schweren Zeit.Edith.

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  15. Liebe Sabine - es fehlen mir die Worte - und ich denke, die vorangegangenen Kommentare haben alles ganz richtig ausgedrückt.
    Ich bin ganz innig bei Dir und gebe Dir von meiner Überzeugung ab, daß Du Deinen Vater irdenwann ganz bestimmt wiedersiehst. Versuche ihn in Liebe loszulassen, daß er über die Regenbogenbrücke gehen kann und damit auch von seinem Leid auf dieser Welt erlöst ist.
    Ich denke an Dich - immer und immer wieder - Irene

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O mag ein Engel Dir die Schrift diktieren,
daß jedes Wort mir Wonne sei und Lust,
ein Engel Deine Feder führen,
ein Zauber drinnen leben unbewußt!
Damit, wenn ich das Siegel löse,
das Glück sich ungetrübt daraus ergießt,
und keine Wolke, keine böse,
mein Geist von Deinem Geiste liest.

Friederike Kempner (1836 - 1901)