optimale Seiten-Darstellung bei einer Auflösung von 1280 x 1024 px



24. Juni 2010

Iphigenie

heute morgen war ich kurz in der Stadt, um etwas zu erledigen, da fiel mir auf dem Rückweg zum Wagen ein, dass ja Donnerstag ist; dann nämlich bauen die überwiegend älteren Damen, die ehrenamtlich für das Bonner Tierheim aktiv sind, mit viel Liebe und Sorgfalt immer ihre Stände in der Fußgängerzone auf, um den seit etlichen Jahren stattfindenden Flohmarkt abzuhalten 

prima, dachte ich, dafür habe ich sogar noch Zeit ... ist ja auch immer nett, mit ihnen ein Pläuschchen zu halten und währenddessen nach schönen Dingen zu stöbern 

von weitem schon konnte ich die Tische erkennen, und als ich näher kam, fiel mein Blick unweigerlich auf ein ganz wunderbares Bild im alten Holzrahmen ... sofort ging es mir durch den Kopf: aber das ist doch, genau ... sie ist es ...

 


die zweite Fassung der Iphigenie, vom bedeutenden Künstler Anselm Feuerbach im Jahre 1871 in Öl auf Leinwand gemalt; das 2 x 1.30 Meter große Original durfte ich einmal während einer Ausstellung vor einigen Jahren in Stuttgart bewundern ... und ich erinnere mich: schon damals zog es mich in seinen Bann, wie auch heute wieder, von daher war klar, diese "Iphigenie" würde ich mitnehmen, keine Frage, und deshalb habe ich auch gar nicht lange gezögert; nun steht sie hier bei mir zu Hause ... und ich freue mich wie eine Schneekönigin :-)




letzte Worte der Iphigenie im 5. Akt (Schlussakt) beim 6. Auftritt im Schauspiel "Iphigenie auf Tauris" von Johann Wolfgang von Goethe:
"Nicht so, mein König! Ohne Segen, in Widerwillen, scheid' ich nicht von dir. Verbann' uns nicht! Ein freundlich Gastrecht walte von dir zu uns: so sind wir nicht auf ewig getrennt und abgeschieden. Wert und teuer, wie mir mein Vater war, so bist du's mir, und dieser Eindruck bleibt in meiner Seele. Bringt der Geringste deines Volkes je den Ton der Stimme mir ins Ohr zurück, den ich an euch gewohnt zu hören bin, und eh' ich an dem Ärmsten eure Tracht: empfangen will ich ihn wie einen Gott, ich will ihm selbst ein Lager zubereiten, auf einen Stuhl ihn an das Feuer laden und nur nach dir und deinem Schicksal fragen. O geben dir die Götter deiner Taten und deiner Milde wohlverdienten Lohn! Leb' wohl! O wende dich zu uns und gib ein holdes Wort des Abschieds mir zurück! Dann schwellt der Wind die Segel sanfter an, und Tränen fließen lindernder vom Auge des Scheidenden. Leb' wohl! und reiche mir zum Pfand der alten Freundschaft deine Rechte." 



bei dem oben aufgeschriebenen Text handelt es sich um den Auszug aus der vierten und letzten Fassung des Dramas, das 1786 vollendet wurde; die Uraufführung der endgültigen Fassung erfolgte am 7. Januar 1800 in Wien



zu guter Letzt noch dieses Foto von dem auf der Rückseite des Bildes angebrachten Namensschildes *seufz*

Kommentare:

  1. Dann war es wohl Schicksal und das Bild hat auf dich gewartet :-)

    LG Renate

    AntwortenLöschen
  2. Oh ist die schön...passt so gut zu Dir, morgen ist in unsrer Nähe auch ein Wohltätigkeitsflohmart...da werde ich auch hingehen...bin gespannt, ob auch etwas auf mich wartet...
    Scönnen Abend und ganz lieben Gruß,
    Sanne

    AntwortenLöschen
  3. Oh, wie schön....
    ich verstehe Deine Freude gut. Du bist einfach zur rechten Zeit am rechten Ort gewesen. Irgendwie sind unsere Wege schon vorbestimmt.

    Alles Liebe Claudia

    AntwortenLöschen
  4. Feuerbachs Stil gefällt auch mir schon lange Zeit sehr gut - ein traumhaftes Bild hast du da erstanden - auf so schön schicksalhafte Weise!
    Alles Liebe, Rosabella, und ein wunderbares Wochenende an dich und Iphigenie,
    Traude

    AntwortenLöschen
  5. Ein tolles Bild und je länger ich sie anschaue, die Iphigenie, um so mehr gefällt sie mir. Ich frage mich gerade, ob ich den Mut gehabt hätte, so plötzlich u. aus dem Nichts, sie mit nach Hause zu nehmen.
    Gut gemacht, liebe Sabine und
    gute Nacht
    wünscht die Doris H.

    AntwortenLöschen
  6. Oh Rosabella,
    ein wunderschönes Gemälde.
    Das glaub ich Dir gerne das Du Dich so sehr drüber freust.
    Zur richtigen Zeit am richtigen Ort!
    Wunderbar.
    Hast Du schon einen schönen Platz für Dies Bild?
    Ich könnt es ewig anschauen.Sicher würden bei dem Blick die Gedanken davon schweifen.
    GLG
    Moni

    AntwortenLöschen
  7. Sie ist einfach wundervoll.....

    Und, du hattest das richtige Gespür :-))

    Ich bin mir sicher, ihr beide werdet gute Freundinnen!

    Wundervolle Wochenendgrüße

    Birgit

    AntwortenLöschen


O mag ein Engel Dir die Schrift diktieren,
daß jedes Wort mir Wonne sei und Lust,
ein Engel Deine Feder führen,
ein Zauber drinnen leben unbewußt!
Damit, wenn ich das Siegel löse,
das Glück sich ungetrübt daraus ergießt,
und keine Wolke, keine böse,
mein Geist von Deinem Geiste liest.

Friederike Kempner (1836 - 1901)