27. November 2009

wo Licht ist, ist auch Schatten

Wenn sich der Äther erhebt in hoher heiliger Klarheit, wenn sich ein fließendes Gold über die Erde ergießt, und vor dem strahlenden Gott die Schatten leise zerrinnen, freu't sich der blendende Glanz und das allmächtige Licht. Aber bezaubernder, Freund, erscheint dir die liebliche Gegend - denn dich freut der Kontrast und der gemäßigte Glanz - wenn die Wolke sich hebt und wechselnd auf Täler und Dörfchen, Tannenwälder und Seen dunkle Schattierungen streut, oder der silberne Mond am Berge freundlich hervorsteigt, und der Schatten des Berg's tief in die Täler sich senkt. O, wie die Höhen sich dann in heiligem Schimmer verklären; wie das freundliche Licht heller den Schatten besäumt! - Und doch klagtest du jüngst, dein trauriges Schicksal beweinend, wie des Lebens Gefild' oft, ach! so dunkel dir sei; wie auf der Stellen geliebtester dämmernd ein Schatten sich lagre, oft, nach dem lieblichsten Tag, schwarz dich umgebe die Nacht. Wechsel vergnügt dein Gemüt; es freuet der Wechsel uns alle: freue dich, Glücklicher, doch, daß du nicht glücklicher bist. Gedicht "Licht und Schatten" von Sophie Mereau (1770 - 1806)

23. November 2009

klein und klassisch


vom wunderschönen Audrey-Hepburn-Poster
im Zimmer meiner Tochter
habe ich mich heute morgen
ganz spontan zu einem weiteren,
kleinen "Novemberlichter-Beitrag" bei DaWanda
inspirieren lassen



~ klassische Stoffrosette ~


bestehend aus 3 einzeln genähten,
verschieden großen Rosetten
(10 cm / 6 cm / 4 cm)
aus schwarz-weißen Vichy-Karo-Stoffen
mit einem farblich abgestimmten Knopf als "Blütenmitte"

21. November 2009

Totensonntag

"Das sind so Tage ... wie ein fremder Zwang liegt es auf deiner Seele und nimmt ihr die Kraft und nimmt ihr die Ruhe und läßt nicht los ... und läßt nicht los. Es ist wie ein Toten-sonntag über dir und wie das Rauschen schwerer, schwarzer Flügel und dann ganz leise wieder wie die Seufzer einer Herbstnacht ... als gräme irgendwo ein Mensch sich, den du kennst, in namenloser Angst und Qual und riefe dir ... du weißt nicht, wer? du weißt nicht, wo? ... es ist nur wie ein ungeheurer Jammer um dich her ... und du springst auf, als könntest du suchen ... doch überall steht es wie graue Dämmerung dir entgegen ..." aus "Das sind so Tage" von Cäsar Flaischlen (1864 – 1920)

20. November 2009

Mondlicht

Adalbert Stifter, "Mondlandschaft mit bewölktem Himmel", um 1850 - Wien Museum, Schubert-Geburtshaus - Wie liegt im Mondenlichte begraben nun die Welt; sie selig ist der Friede, der sie umfangen hält! Die Winde müssen schweigen, so sanft ist dieser Schein; sie säuseln nur und weben und schlafen endlich ein. Und was in Tagesgluten zur Blüte nicht erwacht, es öffnet seine Kelche und duftet in die Nacht. aus dem Gedicht "Mondlicht" von Theodor Storm (1817 - 1888)

19. November 2009

"Gefahr"

Ihr spracht zu viel. Ihr liebt, euch zu verbünden, zu vielen Gleichgesinnten eure Nähe. Dass keiner nur den andern missverstehe, rangt ihr so sehr, einander zu ergründen. Doch darbt ihr. Und so viele sich entzünden an eurer Art, und ob gleich jeder spähe, dass ihm die fremde Seele nicht entgehe, – ihr könnt doch nimmer in dem Einen münden. Nehmt euch zurück. Und hütet eure Schwelle, damit ihr nicht zuletzt euch selbst vermisset, und das verlorne Ich zu spät euch mahne. aus dem Gedicht "Gefahr" von Hedwig Lachmann (1865 - 1918)

15. November 2009

let it snow ?!

wie mir scheint, wird allerorts mittlerweile sehnlichst Schnee erwartet, und in vielen Blogs "schneit" es sogar schon, wie ich gesehen habe
ein paar Flöckchen rieseln heute ausnahmsweise auch hier, weil Sonntag ist ;-)))
Fotopostkarten (Ausschnitte), um 1900
Der erste Schnee Herbstsonnenschein. Des Winters Näh' verrät ein Flockenpaar; es gleicht das erste Flöckchen Schnee dem ersten weißen Haar. Noch wird – wie wohl von lieber Hand der erste Schnee dem Haupt – so auch der erste Schnee dem Land vom Sonnenstrahl geraubt. Doch habet acht! mit einem Mal ist Haupt und Erde weiß, und Liebeshand und Sonnenstrahl sich nicht zu helfen weiß. Theodor Fontane (1819–1898)

10. November 2009

manchmal kommt es eben anders

eine Buchhülle im DIN A 5-Format sollte eigentlich mein Beitrag für die DaWanda-Monatsfarbenaktion sein

genäht habe ich sie aus weißem, antiken Leinen und einem Stück einer Leinenbluse, die ich mir im letzten Sommer beim Vorbeigehen an einem Zaun so unglücklich am Ärmel eingerissen hatte, dass ich sie nicht mehr tragen konnte


da ich das gestickte Blumenmotiv auf einem der Vorderteile immer so schön fand, war sie mir zum Entsorgen zu schade, und so fristete sie bis gestern ihr Dasein in meinen Stoffvorräten


mittlerweile verschönert die Hülle ein Kalendertagebuch fürs nächste Jahr und ehrlich gesagt gefällt sie mir selber so gut, dass ich sie nun gar nicht mehr hergeben möchte




da muss ich mir wohl jetzt schnell etwas Neues einfallen lassen ...

8. November 2009

schönen Sonntag allen ♥

Albert Joseph Moore (1841-1893) "Jasmine" (undatiert)

4. November 2009

"Feuer und Flamme"

beim erstmaligen "Experimentieren" mit Organzastoff und Wärme waren einige Versuche nötig ... mittlerweile gibt es jedoch ein paar ansehnliche Ergebnisse
hauchzarte Rosenblüten
mal sehen, was ich nun mit ihnen anstelle ...
"Du herrlichste aller, o weiße Rose, du zarte und reine, du makellose, die taugeschmückt, im Schneegewand, am Morgenstrahl zum Blühn erstand, du bebst, weil ein Hauch dich schon entstellt, dir im Berühren die Krone zerfällt ..." aus dem Gedicht "Die weiße Rose" von Anastasius Grün (1808 -1876)
"Ein reizendes Wesen, kaum geformt oder gar gestaltet, eine zarte Rose, gehüllt in all ihre süßesten Blätter." Lord Georges Byron (1788 - 1824) Fotopostkarte, um 1900

2. November 2009

Allerseelen



" ... Gib mir die Hand, daß ich sie heimlich drücke
und wenn man's sieht, mir ist es einerlei,
gib mir nur einen deiner süßen Blicke,
wie einst im Mai.

Es blüht und duftet heut auf jedem Grabe,
ein Tag im Jahr ist ja den Toten frei,
komm an mein Herz, daß ich dich wieder habe,
wie einst im Mai."


aus dem Gedicht "Allerseelen"
von Hermann Rosenegg (1812 - 1864)

1. November 2009

Die Rose im November

" ... Feuchte Lüfte haben sie erzogen, dennoch trotzte sie mit innrer Kraft, still und schweigend kalten Nebelwogen, und des Sturmes wilder Leidenschaft ..." aus dem Gedicht "Die Rose im November" von Charlotte von Ahlefeld (1781–1849)