31. Oktober 2009

"Karo" im Herbstwind

ab und an muss auch Karo, der kleine, vor langer Zeit von Hand genähte blau-weiß-karierte Teddy, in die Waschmaschine, doch das findet Karo eigentlich gar nicht schlimm, denn danach auf der Wäschespinne im Garten fühlt Karo sich "pudel"wohl, hält sein Näschen dabei in den Herbstwind und dreht sich sogar manchmal im Kreis herum
wenn man genau hinsieht, kann man gut erkennen, dass es Karo dabei richtig gut geht, selbst mit der Klammer am Ohr, egal, tut ja nicht weh
und wenn Karo ein wenig übermutig wird, klettert er wie ein Zirkusartist ohne Sicherung an den Leinen herum
ehrlich gesagt ist das meiner Tochter aber überhaupt nicht recht, und bevor er gar noch abstürzt, rettet sie ihn ganz schnell und setzt ihn wieder in ihr Bett, dorthin, wo er zu Hause ist, bei anderen Kuscheltieren, und das nun schon seit vielen Jahren mittlerweile platzt er im wahrsten Sinne des Wortes bereits aus allen Nähten, hat hier und da ein Wehwehchen, doch das macht nichts, Karo wird heiß und innig geliebt, und ich sage Euch, glücklicherweise wehte der Herbstwind heute so stark, dass Karo mittlerweile schon wieder getrocknet ist
unglaublich, was hier manchmal im Garten geschieht, wenn ich es nicht mit eigenen Augen sehen würde, ich könnte es kaum glauben ;-)
heute morgen um kurz nach 7.00 Uhr
offenbarte sich mir beim Hinausschauen aus dem Fenster dieses wunderbare Naturschauspiel:
über dem herbstlich gefärbten Laub des Kirschbaumes lag ein gewaltiges Morgenrot, wie ich es schon lange nicht mehr sah ...
"Weit, unermeßlich - du verzehrst die Erde! Und in dem Schweigen nur der Flug der Seelen, die säuselnd heimziehn durch die stille Luft. -" Gedicht "Gewalt'ges Morgenrot" (1841) von Joseph von Eichendorff

29. Oktober 2009

ein Foto hab' ich noch

die Strandspaziergänge dauern gewöhnlich immer ziemlich lange, da stellt sich zwischendurch schon mal der kleine Hunger ein
glücklicherweise gibt es selbst zu dieser Jahreszeit noch Strandcafés, die geöffnet haben und in denen man sich gemütlich niederlassen und sich kulinarisch verwöhnen lassen kann
wie sich unschwer auf dem Foto erkennen lässt, bereite ich mich hier gerade ganz andächtig auf den ersten Bissen des hausgemachten Apfelkuchens vor, der dort am leckersten schmeckt ... wenn es dann noch frische Schlagsahne dazu gibt, ist mein Glück perfekt :-)

dann sind da noch diese Motive

die man entdeckt, wenn man die Wege verlässt, die alle gehen ... ich liebe diese "stillen" Impressionen, solche, nach denen man suchen muss, weil sie sich dem Auge nicht direkt aufdrängen ...

auch das gehört dazu: städtische "Farben-Spiele"

"Westkapelle Laag"

mein Lieblings-Leuchtturm in Zeeland: der erste runde, gußeiserne Leuchtturm der Niederlanden, 20 Meter hoch, entworfen von Quirinus Harder, gebaut 1875, seit 1876 (bis heute) in Betrieb, steht an der westlichsten Spitze von Walcheren in der Nähe von Westkapelle und bildet als Unterfeuer zusammen mit dem Seefeuer von Westkapelle eine Richtfeuerlinie für die Einfahrt in die Westerschelde
"... flammt wie von hundert Fackeln der Leuchtturm, leuchtet und kündigt Richtung dem Seemann, Rettung und Landung. Dumpf in die Wellen murmelt der erzne Atlas des Meeres, der wie ein Schutzgeist doppelte Leuchter über sein Haupt hält ..." aus dem Gedicht "Der Leuchtturm" von Hermann von Lingg (1820–1905)

26. Oktober 2009

immer und immer wieder

faszinieren sie mich, diese "stummen Gesellen" (in den Niederlanden sagt man Paalhoofden dazu), denen man ständig während stundenlanger Spaziergänge am Strand begegnet
zum Vergrößern bitte Fotos anklicken
ich mag das von Wind, Sonne und Wasser gebleichte und glatt geriebene Holz ihrer Hüllen, die verschiedenen Farben, die sie tragen, die teilweise sehr markanten Maserungen, die für mich kleinen Kunstwerken gleich kommen jeder Pfahl erzählt seine eigene Geschichte, und deshalb kommt es nicht selten vor, dass ich manchmal ganz lange bei ihnen verweile auch in diesem Jahr habe ich sie fotografiert, es geht gar nicht anders, denn sie zeigen sich mir auf vielfältigste Weise und präsentieren Seiten, die sich im Laufe der Zeit verändern und die es immer wieder aufs Neue zu entdecken gilt ...

25. Oktober 2009

Wie das Meer

Sei still in Gott, still wie das Meer! Nur seine Fläche streift der Wind, und tobt als Sturm er noch so sehr, wiß, daß die Tiefen ruhig sind. Sei weit in Gott, weit wie das Meer! Es wogt nicht bloß am heim'schen Strand. Und wird dirs auch zu glauben schwer, wiß, drüben gibts doch wieder Land. Sei tief in Gott, tief wie das Meer! Nach dort, wo dich die Welt vergißt, sei dein Verlangen, dein Begehr. Wiß, daß die Tiefe Höhe ist. Ja, sei, mein Herz, stets wie das Meer in Gott so still, so tief, so weit! Dann landest du nicht hoffnungsleer am Küstensaum der Ewigkeit.
Gedicht "Wie das Meer" von Karl May (1842 - 1912)

24. Oktober 2009

eine "stürmische" Begrüßung

erlebten wir am Samstagabend am Strand von Domburg (Zeeland); mittlerweile ist es für uns eine Art Tradition, dort jedes Jahr während der Herbstferien ein paar erholsame Tage zu verbringen einige Impressionen von dieser Woche, die wieder einmal viel zu schnell verging, habe ich mitgebracht, und sobald die Fotos sortiert sind, werde ich einige in den nächsten Tagen zeigen nun freue ich mich, wieder hier sein zu können ... ich hoffe, es geht Euch allen gut?!

14. Oktober 2009

" ... Ein Herbsttag im sterbenden Wald! Da liegt es wie zitternder Feuerschein über allen Wipfeln in der Luft. Über das fahle Grün des moosigen Grundes webt die Sonne eine wundersame Mosaik von goldigen Lichtern und zuckenden Schatten. Wo sie ihren Weg durch das gelbe und rote Laub der welkenden Buchen und Ahornbäume nimmt, scheinen alle Zweige in hellem Brand zu stehen. Und wenn von den Bäumen, durch die ein seufzendes Rauschen gleich dem schweren Atmen eines Sterbenden geht, zuweilen ein welkes Blatt gemächlich zur Erde niederflattert, so ist das anzusehen, als hätte sich von den brennenden Zweigen ein Flämmlein losgelöst, um auf den seidendünnen Fäden zu tanzen, die blitzend und gleißend durch den ganzen Wald gesponnen sind. Die kleinen Vögel huschen mit erregtem Gezwitscher durch die Wipfel, als gält es ein hastiges Abschiednehmen oder ein Sammeln für die kommende Zeit der Not. Käfer schwirren auf und surren wieder hinab in das Versteck der gefallenen Blätter, und zahllose Ameisen kribbeln eilig über Stöcke und Steine, als wüßten sie, daß sie den schönsten Tag mit doppeltem Fleiß zu nützen haben, da schon der nächste Morgen den Winter bringen kann. Und sinkt an solchem Tag die Sonne - welch wundersamen Zauber bringt dann der Abend mit der bunten Dämmerung, mit der sanft verschwimmenden Glut aller Farben, mit der kühlen, lautlosen Schlummerstille des todmüden Waldes. Und steht der neue Tag wieder auf, so sind die Farben noch milder getönt, und über Zweigen und Gräsern schimmert mit Perlenglanz der weiße Reif, der in der kalten Nacht gefallen. ..."
aus der Erzählung "Bergheimat" von Ludwig Ganghofer (1855-1920)

13. Oktober 2009

Herbstbild

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah! Die Luft ist still, als atmete man kaum, und dennoch fallen raschelnd, fern und nah', die schönsten Früchte ab von jedem Baum. O stört sie nicht, die Feier der Natur! Dies ist die Lese, die sie selber hält, denn heute lös't sich von den Zweigen nur, was vor dem milden Strahl der Sonne fällt. Gedicht "Herbstbild" von Friedrich Hebbel (1813 – 1863)

12. Oktober 2009

Recycling finde ich einfach gut

aus einer uralten Leinentischdecke, die seit ewigen Zeiten nicht mehr benutzt wurde und nur noch im Schrank herumlag, weil sie Flecken und Löcher hatte, habe ich heute morgen die zauberhaften, von Hand gestickten Blüten vorsichtig ausgeschnitten und danach in die endlich mal wieder von mir aktivierte Buttonmaschine gelegt und verarbeitet
mittlerweile liegen diese wunderbaren, kleinen Kostbarkeiten vor mir, und wenn ich sie mir näher betrachte, wird mir wieder einmal klar, warum ich nie gut etwas wegschmeißen kann ... es macht so viel Spaß, aus Altem etwas Neues zu "zaubern" ... Recycling finde ich einfach gut