31. August 2009

es gibt Tage

da gelingt nichts von dem, was man anpackt, da hat man einfach zwei linke Hände, und das tut manchmal ganz schön weh ...
und was mache ich an so einem Tag? ich lasse nicht nur einen Teller, sondern gleich zwei auf einmal fallen ... prima, nach dem Motto: wenn schon, denn schon :-(((

Euch allen eine gute Woche ... und dass Euch gelingt, was Ihr beginnt!

25. August 2009

Sommerabend




Klar ruhn die Lüfte auf der stillen Flur;
fern dampft der See; in Dünsten goldig flimmernd
verschwimmt der Sonne letzte rote Spur;
die zarten Wolken wallen hoch und schimmernd.

In laue Dämmrung hüllt sich das Gefild,
die Nebel wachsen aus der warmen Erde;
ein matter Duft vom feuchten Grase quillt,
heim zieht der Hirte mit der satten Herde.

Die letzte Biene summt zum Korbe dort,
und schweigend wird es auf der weiten Halde;
nur eine Grille singt noch einsam fort,
und sanft ein Rauschen wacht im nahen Walde.

Zu weicher Ruhe löst sich jede Kraft,
der Wind selbst schläft wie aus der Welt geschieden,
kaum regt die Aehre sich am schwanken Schaft ...
so sei doch froh, mein Herz, in all dem Frieden!



Gedicht "Sommerabend" von Richard Dehmel (1863-1920)

23. August 2009

heute war Antikmarkt in der Stadt

und ich mittendrin ... nun ja, eigentlich liebe ich eher die Flohmärkte, weil mir die Antikmärkte immer ein wenig "steif" vorkommen, doch ich muss sagen, es hat heute mal richtig Spaß gemacht, stundenlang bei schönstem Sommerwetter an den hübsch zurecht gemachten Ständen vorbeizuschlendern, dabei Schönes und Kurioses zu entdecken, die Menschen zu beobachten ... ein paar Impressionen habe ich Euch mitgebracht
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was ich mir, neben diesen Aufnahmen, heute noch für mich gegönnt habe, zeige ich Euch in den nächsten Tagen, natürlich nur, wenn Ihr wollt :-)

19. August 2009

Die beiden Engel

O kennst du, Herz, die beiden Schwesterengel, herabgestiegen aus dem Himmelreich: stillsegnend Freundschaft mit dem Lilienstengel, entzündend Liebe mit dem Rosenzweig? Schwarzlockig ist die Liebe, feurig glühend, schön wie der Lenz, der hastig sprossen will; die Freundschaft blond, in sanftern Farben blühend, und wie die Sommernacht so mild und still. Die Lieb' ein brausend Meer, wo im Gewimmel vieltausendfältig Wog' an Woge schlägt, Freundschaft ein tiefer Bergsee, der den Himmel klar widerspiegelnd in den Fluten trägt. Die Liebe bricht herein wie Wetterblitzen, die Freundschaft kommt wie dämmernd Mondenlicht, die Liebe will erwerben und besitzen, die Freundschaft opfert, doch sie fordert nicht. Doch dreimal selig, dreimal hoch zu preisen das Herz, wo beide freundlich eingekehrt, und wo die Glut der Rose nicht dem leisen, geheimnisvollen Blühn der Lilie wehrt! Gedicht "Die beiden Engel" von Emanuel Geibel (1815 - 1884)

16. August 2009

Möcht' mich als Staub vor die Füße dir legen,
will dich bewegen wie die Winde das Laub, wollt' Küsse dir geben, soviel Tropfen im Regen, Liebe ist blind, doch du Geliebte bist taub. Hätte ich Hände, soviel Blätter die Bäume, sie alle sollten für dich nur sich regen. Für dich sterb ich stündlich im Lied meiner Träume und kann mich selbst nur im Traum noch bewegen. Gedicht "Für dich" von Max Dauthendey (1867–1918)
Edward Burne-Jones, "Love among the Ruins" (Ausschnitt), 1894

14. August 2009

Lebenszeichen

diese Woche geht es bei uns ein wenig turbulent zu, da wir in der Familie mehrere Geburtstage feiern
doch jetzt muss ich mich endlich mal zwischendurch kurz melden,
um mich für die zahlreichen Glückwünsche und Geschenke zu bedanken, die Ihr mir zu meinem Geburtstag in vielerlei Form habt zukommen lassen so sehr habe ich mich darüber gefreut, ich danke Euch allen von Herzen!

Freude ist unsäglich mehr als Glück, Glück bricht über die Menschen herein, Glück ist Schicksal – Freude bringen sie in sich zum Blühen, Freude ist einfach eine gute Jahreszeit über dem Herzen; Freude ist das Äußerste, was die Menschen in ihrer Macht haben.
Rainer Maria Rilke (1875 - 1926)

11. August 2009

"... daß du weiße Haare hast - so viele, wie ich jetzt habe, das tut mir nicht weh, das liebe ich, daß die Zeit uns zeichnet und das Alter uns würdig macht, mein teurer Schatz. Ob du alt und verrunzelt bist, wie ein alter vertrockneter Nußknacker, das ist mir gleich, wenn nur deine Seele nicht armselig unbedeutend wird. Sonst ist mir alles lieb, was die Zeit unserem Leben antun muß. Das ist mir heilig." Max Dauthendey (1867 - 1918)

9. August 2009

Das Rosen-Innere

Sir Lawrence Alma-Tadema, "Ein sommerliches Angebot" (Detail), 1911
Wo ist zu diesem Innen ein Außen? Auf welches Weh legt man solches Linnen ? Welche Himmel spiegeln sich drinnen in dem Binnensee dieser offenen Rosen, dieser sorglosen, sieh: wie sie lose im Losen liegen, als könnte nie eine zitternde Hand sie verschütten. Sie können sich selber kaum halten; viele ließen sich überfüllen und fließen über von Innenraum in die Tage, die immer voller und voller sich schließen, bis der ganze Sommer ein Zimmer wird, ein Zimmer in einem Traum. Gedicht "Das Rosen-Innere" von Rainer Maria Rilke (1875–1926)

Das grüne Blatt

Vor meinem Fenster weht ein Blatt; – der grüne Schein soll meine Zuversicht und liebe Ruhe sein. Vor meinem Fenster weht ein Blatt. Wir leben so im leisen Auf und Ab und sind des Schwebens froh. Vor meinem Fenster weht ein Blatt. Mir ist so gut. Komm an mein Herz, du Grün, das solche Wunder tut. Gedicht "Das grüne Blatt" von Otto Julius Bierbaum (1865–1910)

7. August 2009

endlich!

nach sage und schreibe drei Jahren Auszeit trägt die Gardenie in unserem Garten in diesem Sommer wieder Blüten
die reinweißen, in der Sonne wunderbar glitzernden Blüten verströmen einen betörenden, jasminähnlichen Duft ... einfach herrlich ... das Warten hat sich gelohnt!
" ... blauer Himmel und weiße Blüten, ein göttliches Begüten liegt über aller Welt; es ist ein himmlisch Hüten, das uns in Armen hält. ..." Auszug aus dem Gedicht "Froh und fromm" von Otto Julius Bierbaum (1865 - 1910)

4. August 2009

Sommerrosen

Als noch der Lenz mit süßem Veilchenodem, ein milder Sieger, durch die Lande schritt, sprach ich zu dir: Geliebte! Hat sein Mund mit letztem heißen Abschiedskuß die Rose, die rote Sommerrose, aufgebrochen, dann will ich zu dir kommen und mit Rosen, mit roten Rosen deine Schönheit krönen ... Nun kam der Sommer ... Und der Rosen Fülle seh' ich allorts und alle Stunde blühen ... die ganze Welt scheint ihrer Macht verfallen, und ihre Keusche wirbt Vasallen um Vasallen ...
aus dem Gedicht "Sommerrosen" von Hermann Conradi (1862–1890)

3. August 2009

"Atemloser August"

Sommermonde machen Stroh aus Erde, die Kastanienblätter wurden ungeheuer von Gebärde, und die kühnen Bäume stehen nicht mehr auf dem Boden, drehen sich in Lüften her gleich den grünen Drachen. Blumen nahen sich mit großen Köpfen, und scharlachen, blau und grün und gelb ist das Gartenbeet, hell zum Greifen, als ob grell mit Pfauenschweifen ein Komet vorüberweht. Und mein Blut, das atemlos bei den sieben Farbenstreifen stille steht, fragt sich: wenn die Blum‘, Baum und Felder sich verschieben, ob zwei Menschen, wenn die Welt vergeht, zweie, die sich lieben, nicht von allen Wundern übrig blieben. Gedicht von Max Dauthendey (1867 - 1918)

die Dahlien blühen zur Zeit so wunderbar

und das Schönste ist, man kann mit gutem Gewissen ab und zu ein paar Blüten abschneiden, denn das tut den Pflanzen sogar richtig gut, wie ich jetzt vor kurzem irgendwo gelesen habe, weil man sie damit ausdünnt und sie dadurch noch besser gedeihen und nachwachsen
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2. August 2009

Sonntagnachmittag

Das Leben ist ein Glück. Wie tut das Atmen gut. Wie schlägt mein Herz getrost, wie ruhig rollt mein Blut. In meinen Augen wohnt die Welt, ein Blumenstrauß ... aus dem Gedicht "Ruhe" von Otto Julius Bierbaum (1865–1910)