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19. November 2009

"Gefahr"

Ihr spracht zu viel. Ihr liebt, euch zu verbünden, zu vielen Gleichgesinnten eure Nähe. Dass keiner nur den andern missverstehe, rangt ihr so sehr, einander zu ergründen. Doch darbt ihr. Und so viele sich entzünden an eurer Art, und ob gleich jeder spähe, dass ihm die fremde Seele nicht entgehe, – ihr könnt doch nimmer in dem Einen münden. Nehmt euch zurück. Und hütet eure Schwelle, damit ihr nicht zuletzt euch selbst vermisset, und das verlorne Ich zu spät euch mahne. aus dem Gedicht "Gefahr" von Hedwig Lachmann (1865 - 1918)

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O mag ein Engel Dir die Schrift diktieren,
daß jedes Wort mir Wonne sei und Lust,
ein Engel Deine Feder führen,
ein Zauber drinnen leben unbewußt!
Damit, wenn ich das Siegel löse,
das Glück sich ungetrübt daraus ergießt,
und keine Wolke, keine böse,
mein Geist von Deinem Geiste liest.

Friederike Kempner (1836 - 1901)