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8. Oktober 2009

Trost

Siehst du ein Menschenkind in Tränen, verhaltnes Schluchzen in der Brust, so wolle ja nicht, ja nicht wähnen, daß du mit Worten trösten mußt. Vermeide es, ihn zu beraten; geh weiter, aber sende dann die Liebe, die in stillen Taten ihm heimlich, heimlich helfen kann. Berührt ein kalter Schall die Wunde, so schmerzt er nur und heilt sie nicht; der Trost wohnt nicht im leeren Munde, er ist des Herzens tiefste Pflicht. Vor einem Wort am rechten Orte kehrt wohl der Harm beruhigt um, doch wahrer Schmerz hat keine Worte, und auch der wahre Trost ist stumm. Gedicht "Trost" aus "Himmelsgedanken" (1900) von Karl May (1842 - 1912)

Kommentare:

  1. oh
    danke
    das steht hier im richtigen Moment
    Gabriela

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  2. Hat was. Worte sind in diesen Momenten meistens fehl am Platz...

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  3. das Gemälde sagt es...
    Berühren,
    Hautkontakt,
    die Hand halten,
    anlehnen,
    die Augen offen halten,
    zugewandt sein....

    Doris
    von
    "wohnlust" daWanda

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O mag ein Engel Dir die Schrift diktieren,
daß jedes Wort mir Wonne sei und Lust,
ein Engel Deine Feder führen,
ein Zauber drinnen leben unbewußt!
Damit, wenn ich das Siegel löse,
das Glück sich ungetrübt daraus ergießt,
und keine Wolke, keine böse,
mein Geist von Deinem Geiste liest.

Friederike Kempner (1836 - 1901)