optimale Seiten-Darstellung bei einer Auflösung von 1280 x 1024 px



7. Oktober 2009

An die Wolken


Es jagen die Stürme
am herbstlichen Himmel
die fliehenden Wolken;
es wehen die Blätter
des Haines hernieder,
es hüllt sich in Nebel
das ferne Gebirg. -

O jaget, Ihr Wolken,
in stürmender Eile.
Ihr ziehet nach Süden,
wo freundlich die Sonne
den wehenden Schleier
euch liebevoll schmücket
mit goldenem Saum.

Mich trieben die Stürme
des Schicksals nach Norden
dort mangelt mir ewig
die Sonne der Freude,
und nimmer verkläret
ihr Lächeln die Wolken
des düsteren Sinnes.

Und darum geleit' ich
mit Seufzern der Sehnsucht
euch, luftige Bilder
der wechselnden Laune
des ewigen Himmels,
und flüchtete gerne
nach Süden mit Euch.


Gedicht "An die Wolken"
von Charlotte von Ahlefeld (1781 - 1849)

Kommentare:

  1. Wie herrlich! Nun weiß ich, warum ich so gerne in den Himmel sehe und die Wolken beobachte. Schon beeindruckend, was "da oben" alles vor sich geht. Und Charlotte ovn Ahlefeld hat es schön in Worte gefasst.

    Liebe Grüße von Kirstin

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Rosabella,
    das Gemälde erinnert mich an den Kunstunterricht in der Schule. Lang ist es her. Das Gedicht passt wunderbar zum heutigen Tage.
    Habe etwas für Dich in meinem Blog...., wenn Du magst.
    Liebe Grüße juditha

    AntwortenLöschen
  3. WUNDERSCHÖN, liebe Rosabella - ich denke in den nächsten Tagen soll es auch bei uns recht stürmisch werden!

    Allerliebste Grüße, herzlichst Jade

    AntwortenLöschen


O mag ein Engel Dir die Schrift diktieren,
daß jedes Wort mir Wonne sei und Lust,
ein Engel Deine Feder führen,
ein Zauber drinnen leben unbewußt!
Damit, wenn ich das Siegel löse,
das Glück sich ungetrübt daraus ergießt,
und keine Wolke, keine böse,
mein Geist von Deinem Geiste liest.

Friederike Kempner (1836 - 1901)