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1. September 2009

Septemberabend

Die Stoppeln glitzern wie von scharfem Sommern Schweiße, und eingedrückt, hin durch die Abendfelder, winden sich Geleise von Rädern, welche längst schon ihren Weg gemacht. Die Welt liegt kahlgepflückt und will verschwinden; ein junges Rebhuhn lacht verzückt, und eine Büchse kracht; ein Hund schlägt an auf fernen Ackerrinden; im Westen um der Erde Kugel steigt die Nacht schlafsuchend aus des Tales Rinne, wie eine Spinne mit Bedacht. Die Menschen stehen still, um einen Stern zu finden, Ehe sie lichtlos werden gleich den Blinden. Gedicht "Septemberabend" von Max Dauthendey

Kommentare:

  1. Das Gedicht ist irgendwie traurig ...
    Ich liebe den September.

    Liebste Grüße, Kirstin

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  2. Oh...der Himmel glüht in Gold....
    September....ich bin ein Septemberkind, habe Geburtstag und fühle ein bißchen mehr diese Wehmut, die in diesem Monat liegt.
    Ist so eine Wende zwischen Sommer und Herbst.
    Schönen Tag wünscht Dir Luna

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  3. Schönes Gedicht... und so bildhaft. Musste es allerdings zwei mal lesen. Danke!

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O mag ein Engel Dir die Schrift diktieren,
daß jedes Wort mir Wonne sei und Lust,
ein Engel Deine Feder führen,
ein Zauber drinnen leben unbewußt!
Damit, wenn ich das Siegel löse,
das Glück sich ungetrübt daraus ergießt,
und keine Wolke, keine böse,
mein Geist von Deinem Geiste liest.

Friederike Kempner (1836 - 1901)