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28. September 2009

Die schnelle Veränderung

heute morgen um kurz nach 8 Uhr fotografiert ... zum Vergrößern einfach anklicken
Es war bereits im Herbst, als mich ein heitrer Morgen, nachdem der Schatten Heer sich westenwärts verborgen, an meines Zimmers Fenster trieb; ich öffnet' es mit meiner rechten Hand, und meine linke rieb mein noch halb schläfrig Aug', allein wie bald vertrieb der helle Schein, der Wasser, Luft und Erde füllte, des Schlummers Rest, der meinen Blick verhüllte! Es hatte, nebst dem Thau, ein starker Nebel-Duft aus der dadurch verklärten Luft sich auf die Erd' herab gesenket, und nicht nur Kräuter, Stauden, Gras, nein auch der Bäume Haupt, getränket. Fast alle Blätter waren naß, und gläntzten, durch den Sonnen-Schein, in solcher Wunder-schönen Pracht, daß alles, was man sah, in heitrer Wonne lacht'. Ihr Schimmer war fast allgemein. Nie hab' ich auf der Welt solch einen Glanz verspüret, und niemals ist mein Geist empfindlicher gerühret. aus dem Gedicht "Die schnelle Veränderung" von Barthold Heinrich Brockes (1680–1747)

Kommentare:

  1. Wunderschönes Gedicht, wunderschönes Bild! ich liebe den Herbst! GLG Anja

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  2. Danke, verzaubert verlasse ich heute deine Seite...
    Gabriela

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  3. Welch traumhaft schönes Bild! Und welch wundervolle Worte! Danke liebe Rosabella!
    Liebe Grüsse
    Doris

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  4. Oh, wie wunderbar ist wieder dieses Gedicht.
    Das Foto ist wirklich ein Traum. Ich freu' mich jeden Tag auf deine Posts! Danke dir dafür! Du berührst immer wieder mein Herz!

    Ganz liebe Grüße von Kirstin

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  5. Gedicht und Bild gefallen mir sehr gut.
    Wünsche Dir einen guten Wochenstart
    ♥-lichst
    biggi

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  6. wow, das Bild ist so schön, tolle Stimmung... es passt so gut zum Gedicht.
    LG
    Claudine

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  7. Nicht nur mich verzaubert das wunder schön herbstliche Bild....sooondern nun auch mein Desktop! ;-)
    Diese morgentliche, ruhige Stimmung dieses Bildes MUSS ich einfach öfter in mir aufnehmen!

    Liebe herbstlich bestrickende Grüße
    Mama Lolo

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  8. Dein Bild gefällt mir ebenfalls total gut. Es hat den Zauber des Herbstes auf wundervolle Weise festgehalten.
    Wir haben seit heute den typischen nasskalten Nieselregen. Gestern hing meine Wäsche noch draußen. Das wird ab heute wohl nur noch sehr selten der Fall sein.
    Liebe Grüße von Inken

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O mag ein Engel Dir die Schrift diktieren,
daß jedes Wort mir Wonne sei und Lust,
ein Engel Deine Feder führen,
ein Zauber drinnen leben unbewußt!
Damit, wenn ich das Siegel löse,
das Glück sich ungetrübt daraus ergießt,
und keine Wolke, keine böse,
mein Geist von Deinem Geiste liest.

Friederike Kempner (1836 - 1901)