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25. August 2009

Sommerabend




Klar ruhn die Lüfte auf der stillen Flur;
fern dampft der See; in Dünsten goldig flimmernd
verschwimmt der Sonne letzte rote Spur;
die zarten Wolken wallen hoch und schimmernd.

In laue Dämmrung hüllt sich das Gefild,
die Nebel wachsen aus der warmen Erde;
ein matter Duft vom feuchten Grase quillt,
heim zieht der Hirte mit der satten Herde.

Die letzte Biene summt zum Korbe dort,
und schweigend wird es auf der weiten Halde;
nur eine Grille singt noch einsam fort,
und sanft ein Rauschen wacht im nahen Walde.

Zu weicher Ruhe löst sich jede Kraft,
der Wind selbst schläft wie aus der Welt geschieden,
kaum regt die Aehre sich am schwanken Schaft ...
so sei doch froh, mein Herz, in all dem Frieden!



Gedicht "Sommerabend" von Richard Dehmel (1863-1920)

Kommentare:

  1. traumhaft schön !!! herzlich kathrin und gute Nacht !!!

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  2. Das sind Worte und ein Bild, die die Seele streicheln.

    Lg von Luna

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  3. wow, sieht genial aus das Bild..
    LG
    Claudine

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  4. Bild und Worte sind wunderschön
    ♥-lichst
    biggi

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  5. Ist das Bild gemalen oder eine Fotografie? Wenn es gemalt ist: Wow!

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  6. Ein dramatisches Bild und ein meditatives Gedicht, beides zusammen von dir liebevoll vorgestellt. So relativiert sich der Ausdruck jedes einzelnen Kunstwerkes.
    Ich sage mal ein herzliches dankeschön für deine fast tägl. Präsentationen liebe Rosabella. Bestimmt tutst du das mit sehr viel Hingabe und Freude, aber eine Portion Arbeit ist da auch dabei.
    Liebe Gedanken schickt dir
    Doris

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  7. Liebe Rosabella!
    Vielen Dank für dieses wunderschöne Gedicht. Beim Bild bin ich mir noch unschlüssig, ob es mir gefällt. Einersteits ist da diese Weite und Ferne, die mein Herz öffnet, andererseits sind da aber auch diese drückenden Farben oben und unten, die mich eher wieder einengen. Wahrscheinlich war es ja auch Absicht, diese Gegensätze auf dem Bild zu vereinen...
    Sonnigwarme Grüsse, Vilma <:o)

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  8. Das Gedicht ist sehr bildhaft und vor allem ist das Bild ein Gedicht!!! Wunderbar, danke. Gruss vom Bildermacher.

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O mag ein Engel Dir die Schrift diktieren,
daß jedes Wort mir Wonne sei und Lust,
ein Engel Deine Feder führen,
ein Zauber drinnen leben unbewußt!
Damit, wenn ich das Siegel löse,
das Glück sich ungetrübt daraus ergießt,
und keine Wolke, keine böse,
mein Geist von Deinem Geiste liest.

Friederike Kempner (1836 - 1901)